Sachsen

Insolvenzverfahren : Löwenbäckerei in Leipzig droht die Pleite

Der Leipziger Löwenbäckerei droht die Pleite. Wie das Amtsgericht am Dienstag bestätigte, hat das Unternehmen mit rund 240 Beschäftigten ein Insolvenzverfahren beantragt. Hintergrund sind Zeitungsberichten zufolge finanzielle Engpässe, nachdem ein Hauptkunde der Bäckerei ausgefallen sei. Damit seien etwa 40 Prozent des Jahresumsatzes von rund 30 Millionen Euro weggebrochen. Dies widerum verringe die Chancen, einen neuen Investor zu finden. Mit dem vorläufigen Gläubigerschutz beim Insolvenzverfahren solle der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden.

Weiterer Auftragseinbruch droht

Bäcker
In vielen Supermarktregalen soll es keine Brötchen vom Leipziger Löwenbäcker mehr geben.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther erklärte am Dienstag nach Gesprächen seiner Kanzlei mit der Geschäftsführung, zunächst werde mit den Gläubigern und Kunden über Vertragsverlängerungen verhandelt, um die Produktion aufrechterhalten zu können. Seinen Angaben zufolge hatten neben einem großen deutschen Discounter weitere Firmen angekündigt, ihre Bestellungen zu reduzieren. Flöther hofft, in den nächsten Wochen Verträge mit Abnehmern der Backwaren doch verlängern oder durch andere Aufträge kompensieren zu können. Zur Höhe der Unternehmensschulden konnte der Insolvenzverwalter noch keine Aussagen machen. Die Lohnzahlungen für die Belegschaft seien über das Insolvenzgeld bis einschließlich November gesichert. Ob in den kommenden Wochen Mitarbeiter entlassen werden müssen, machte Flöther vom Ausgang der Gespräche mit den derzeitigen Abnehmern und möglichen weiteren Kunden abhängig.

Firma bereits seit Monaten in Schwierigkeiten

Die Bäckerei mit ihren zwei Standorten in der Zschortauer Straße sowie in der Russenstraße war bereits im Frühjahr in die Schlagzeilen geraten, weil die Angestellten keinen Lohn erhielten. Dies hing offenbar mit den Schwierigkeiten der inzwischen bankrotten Münchner Firma "Müller-Brot" zusammen, die Lieferungen des Leipziger Backbetriebes nicht bezahlen konnte. Bei "Müller-Brot" waren Hygienemängel aufgedeckt worden - die Staatsanwaltschaft ermittelte. Wenig später gerieten die Geschäftsführer außerdem wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ins Visier der Behörde. Zwei der Manager leiten auch die Löwenbäckerei.

Selbst wenn der Betrieb gerettet wird, kommen weitere Schwierigkeiten auf ihn zu: Die steigenden Weltmarktpreise für Getreide sowie höhere Energiekosten bringen derzeit die gesamte Branche in Deutschland ins Wackeln. Nach einer Prognose des Verbandes Deutscher Großbäckereien fällt in den kommenden Jahren etwa jeder dritte Betrieb weg. Die Gesamtzahl der Unternehmen werde sich von derzeit 14.000 auf etwa 8.000 Betriebe verringern, sagte Verbandspräsident Helmut Klemme. Parallel dazu wird jedoch die Zahl der sogenannten Backstationen steigen, die in den Discountern und Supermärkten tiefgefrorene Waren aufbacken.

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2012, 21:52 Uhr

7. Reiner Arndt:
@joachim lissner: Schade, dass der Name des Bäckers gelöscht wurde; vermutlich hätte ich ihn gekannt! Schließlich bin ich sehr häufig in Annaberg & Umgebung. Generell lautet meine diesbezügliche Erfahrung: Die Bäcker dort sind keinesfalls besser als in anderen Erzgebirgsregionen, aber deutlich teurer! Schaut man sich deren Preise an, gewinnt man oft den Eindruck: Dort muss es ja eine "mächtig gewaltige" Kaufkraft geben! Leider ist aber das Gegenteil der Fall...
26.09.2012
18:42 Uhr
6. Frank:
MDR ! Ihr müsst nicht alles entfernen was hier Leute schreiben. Sie sprechen aus dem Herzen und immer ist ein Funke Wahrheit dabei! Diese Menschen haben weder früher den MfS noch den VS von heute gescheut! Zum Thema Bäcker, wenn es den Esel zu wohl wird geht er auf's Glatteis! Eine Banane ist trotz Preisaufschlag günstiger zu haben!!! ...und das sagt alles! Einfach mal Gehirn einschalten.......
26.09.2012
16:22 Uhr
5. Dresdner:
Nun möge man über die ehem.DDR richten und denken wie man will ,aber eine "Altlast" habe ich gerne übernommen ,meinen Bäcker in Dresden-Nickern.Dort gibt es noch Brot und Brötchen nach DDR Rezept.Denn es war nicht alles schlecht. Preise sind für "fast" jeden erschwingbar und das Preis/Leistungsverhältnis super (Kuchen alles unter 1 € und super Qualität).Wir mögen keine Brötchen mit "Luftfüllung" und der Geschmack der gebackenen "Teiglinge",welche teils aus dem Ausland herangekart werden ist doch auch nicht die Erfüllung. Und die Beschäftigten werden "dank des unermesslichen Optimusmuses unseres Wirtschaftsministers Herrn Morlok" bestimmt wieder einen Job finden(Siehe Schlecker)Aber leider werden Träume,auch eines Wirtschaftsministers, selten wahr.
26.09.2012
14:34 Uhr
4. Uwe Heische:
da sieht man wie es in Deutschland abläuft!Der Miteigentümer Klaus Ostendorf ist mehrfacher Millionär und zahlt kein Cent und die Steuerzahler dürfen es ausbaden die Pleiten von Müller-Brot und Löwenbäcker!Die Staatsanwaltschaft schlummert derweilen in ihren Kanzeleien weiter,denn wie kann es sein das gegen Herr Ostendorf und Herr Huhn wegen Insolvenzverschleppung bei Müller-Brot Strafrechtlich ermittelt wird und bei Löwenbäcker in nur 5 Monaten später die Pleite droht?
26.09.2012
10:14 Uhr
3. joachim lissner:
ich kaufe mein brot und brödchen nur bei lidl,netto und kaufland ein. denn die disconter sind nur fünf minuten von meiner wohnung entfernt. auserdem ist die qualität mit abstand besser als beim heutigen bäcker . wir haben zwar in unere nähe auch einen privatbäcker [...] er besteht schon seit der DDR. aber er war schon damals der schlechteste bäcker in kreis annaberg und er ist nach der wende noch schlechter geworden. das brot trocknet schon nach zwei tagen aus die brödchen haben jetze genauso die schlechte qualität wie die wessibrödchen ( schaumgummibrödchen und luftbrödchen werden solche brödchen im erzgebirge gennant. ausser sind die preisse bei den [...] bäcker reinste abzockpreise( brödchen 20-35 cent,brot 2.25-3.10 euro,ganzer pflaumenkuchen ganze 80 euro). die einst sehr gute qualität aus DDR-ZEITEN wird aber auch nicht in den discontern heutzutage erreicht. | [Anmerkung der MDR.DE-Redaktion: Name des Bäckers entfernt]
26.09.2012
07:41 Uhr
2. Reiner Arndt:
Natürlich tut es mir leid um die Beschäftigten, schließlich weiß ich, wieviel "Spaß" Arbeitslosigkeit macht: Überhaupt keinen! Andererseits ist das mit Sicherheit nicht der letzte Fall dieser Art: Derartige Großbäckereien vereinen ausgerechnet die Nachteile privater Bäcker (höhere Preise) mit denen von Massenware (weniger Geschmack bzw. Qualität). Und was sagt der Kunde? Entweder: Wenn schon Dutzendware, dann soll sie wenigstens billig sein - so wie in der Supermarkt-Tiefkühltruhe! Oder er sagt (wie ich): Wenn schon teuer, soll es wenigstens schmecken - und geht zum Bäcker an der Ecke!
25.09.2012
18:52 Uhr
1. Tauto:
Kein Wunder. Erst Müller Brot Pleite. Wann kommt Anker Brot in Wien. Wann Bär Brot. Bei Dauner Landbrot - Westerhorstmann - hört man, das die Berliner Ballen Produktion eingestellt weerden soll. Miserable Ware. Nicht mehr das, was bei Westerhorstmann/Bachhausen produziert wurde. [...]* * Namen aus gelöscht, da Persönlichkeitsrecht - MDR.DE-Redaktion
25.09.2012
17:43 Uhr

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