Nach der Insolvenz : Was wurde aus den 4.700 Manroland-Mitarbeitern?
Als der Druckmaschinenhersteller Manroland Ende 2011 pleiteging, bangten 4.700 Mitarbeiter an drei Standorten um ihre Jobs. Was ist aus ihnen geworden? Wie viele konnten ihre Jobs behalten und was wurde aus denen, die zunächst in Transfergesellschaften unterkamen?
Vor einem halben Jahr ging der Druckmaschinenhersteller Manroland mit 4.700 Beschäftigten in Augsburg, Offenbach und Plauen in die Insolvenz. Jetzt laufen die Transfergesellschaften aus und ihre Bilanz kann sich sehen lassen: Nur knapp 1.000 ehemaligen Mitarbeitern droht demnächst die Arbeitslosigkeit.
Viele der Ehemaligen wurden in den vergangenen Monaten in den Transfergesellschaften weiter qualifiziert und konnten so wieder eine neue Arbeitsstelle finden. Wie Silke Wohlgemuth, Geschäftsführerin der Transfergesellschaft PRM in Offenbach sagte, gibt es inzwischen nicht mehr so viele offene Stellen. "Am Anfang kamen die Firmen auf uns zu. Wer bis jetzt übrig geblieben ist, hat es schwerer."
Augsburg kommt am glimpflichsten davon
Dennoch fällt die Bilanz insgesamt positiv aus, so die Recherchen des dpa-Korrespondenten Roland Losch. Die neuen Eigentümer der deutschen Werke übernahm knapp 2.700 Beschäftigte. Von den rund 2.000 gekündigten Mitarbeitern hat die Hälfte eine neue Stelle. "In der kurzen Zeit, das ist ein Erfolg", sagt Wohlgemuth.
Am glimpflichsten kam Augsburg davon. Die Lübecker Possehl-Gruppe übernahm das Stammwerk mit 1.510 Mitarbeitern, 741 wurde gekündigt. Die Augsburger IG-Metall-Chefin Christiane de Santana erwartet, dass bis zum Ende der Laufzeit der Transfergesellschaft Ende August deutlich über 50 Prozent der dort übernommenen Beschäftigten in neue Tätigkeiten vermittelt werden können. Und zwar nicht in Leiharbeit, "sondern in geregelte, sichere und vor allem tarifgebundene Beschäftigungsverhältnisse. Das ist bis jetzt auch recht gut gelungen". Schon gleich nach der Insolvenz seien viele Leute vermittelt worden, jetzt sei noch Geld im Topf übrig, erklärte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Alexander Görbing. Auch die im Werk verbliebenen Beschäftigten müssten sich keine Sorgen um ihre Stellen machen, obwohl die Lage in der Druckmaschinenbranche schwierig bleibt. Nach der Insolvenz ist das Unternehmen schuldenfrei und die Auftragslage sei gut, sagte Santana.
In Offenbach verlieren fast 1.000 Menschen ihre Jobs
In Offenbach übernahm die britische Langley-Gruppe 824 Mitarbeiter, 974 wurde gekündigt. Wie Silke Wohlgemuth von der Transfergesellschaft sagte, wird am 31. Juli voraussichtlich die Hälfte der gekündigten Mitarbeiter vermittelt sein. Einige hätten sich auch komplett umorientiert. Im schlimmsten Fall ist die Transfergesellschaft wenigstens "ein zeitlicher und finanzieller Puffer zwischen Entlassung und Arbeitslosigkeit". Denn sie bekommen 80 Prozent ihres früheren Nettolohns und blieben sozialversichert.
In Plauen übernimmt der Insolvenzverwalter vorerst das Werk
In Plauen hat Insolvenzverwalter Werner Schneider das Plamag-Werk selbst übernommen. Dort haben etwa die Hälfte der einst 700 Mitarbeiter ihre Arbeit verloren. Nun ist das Werk nach Angaben des Insolvenzverwalters ausgelastet, vor allem durch Aufträge von Manroland Augsburg. Nun hoffen die Gekündigten, dass auch in Plauen mindestens die Hälfte von ihnen vermittelt werden können.

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