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Biografie : Kurt Masur: Dirigent und Orchesterchef

Kurt Masur kam am 18. Juli 1927 im schlesischen Brieg zur Welt. Nachdem er zunächst eine Lehre als Elektriker absolviert hatte, zog es ihn im Alter von 15 Jahren an die Landesmusikschule in Breslau. Nach dem Krieg begann Masur 19-jährig in Leipzig Klavier, Komposition und Dirigieren zu studieren. Bereits zwei Jahre später – 1948 - beendete er sein Studium.

Vom Kapellmeister zum Chefdirigent

Sein berufliches Schaffen begann er als Solorepetitor und Kapellmeister in Halle; bis 1951 war er in der Saalestadt tätig. Danach folgten Engagements als 1. Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Erfurt und am Opernhaus Leipzig. Die erste hauptamtliche Stelle als Dirigent hatte Masur zwischen 1955 und 1958 bei der Dresdener Philharmonie inne. In den folgenden zwei Jahren wirkte er als Generalmusikdirektor am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin.

Aufmerksamkeit erregte Masur, als er 1960 vom Intendanten der Komischen Oper Berlin, Walter Felsenstein, als Chefdirigent verpflichtet wurde. Masur hatte diese Position über vier Jahre inne; nach einer kurzen Phase freischaffender Tätigkeit leitete er von 1967 bis 1972 als Chefdirigent die Dresdener Philharmonie. Kurt Masurs bedeutendste Schaffensphase stellt sein 26jähriges Wirken als Gewandhauskapellmeister in Leipzig von 1970 bis 1996 dar.

In dieser Position trat Masur die Nachfolge solch berühmter Persönlichkeiten wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler und Hermann Abendroth an. Er selbst vermochte es, dem Gewandhausorchester einen eigenen Charakter zu geben und schuf einen Klang, der von Musikern und Orchestern in der ganzen Welt als "Gewandhausklang" bezeichnet und häufig zu kopieren versucht wurde. Mit dem Orchester gab er über 900 Tournee-Konzerte.

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