Übergangslösung : Oberster Verfassungsschützer Meyer-Plath tritt Amt an
Der neue Präsident des sächsischen Verfassungsschutzes, Gordian Meyer-Plath, hat am Mittwoch sein Amt in Dresden angetreten. Abgeschottet von der Öffentlichkeit wollte sich der neue Behördenchef selbst zunächst nur intern zu seiner Tätigkeit äußern. Er wurde am Vormittag von Innenstaatssekretär Michael Wilhelm im Ministerium offiziell begrüßt.
Meyer-Plath soll Landesamt neu ordnen
Am Nachmittag stellte sich der 43-Jährige im Landesamt für Verfassungsschutz bei einer Personalversammlung vor. Meyer-Plath wird das Landesamt kommissarisch für ein halbes Jahr leiten. Das steht seit Monaten wegen der erfolglosen Fahndung nach dem Neonazi-Trio Nationalsozialistischer Untergrund in der Kritik. Meyer-Plath soll nun eine Neuordnung im Landesamt anschieben. Parallel erarbeitet eine unabhängige Expertenkommission Vorschläge für eine neue Struktur des Amtes. Meyer-Plath war bisher Leiter des Referats "Auswertung politischer Extremismus" im Potsdamer Innenministerium und wird nach Sachsen abgeordnet.
Boos zurück an alter Wirkungsstätte
Er ist Nachfolger von Reinhard Boos, der Anfang Juli nach einem überraschenden Fund von Akten in der Behörde seinen Hut genommen hatte. Boos zog damit die Konsequenzen aus Pannen des Geheimdienstes bei der Aufklärung des Skandals um die Terror-Zelle NSU, die jahrelang in Zwickau untergetaucht war. Letzter Auslöser für Rücktritts war, dass Akten zum Fall der Zwickauer Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund vor wenigen Wochen aufgetaucht waren, die zuvor nicht in die parlamentarische Kontrolle miteinbezogen wurden.
Der zurückgetretene Verfassungsschutzpräsident Boos hat unterdessen einen neuen Job. Er leitet im Innenministerium das Referat Ausländerangelegenheiten und Staatsangehörigkeit. Damit kehrte er in eine Position zurück, die er bereits früher inne hatte.
