Wechselvolle Geschichte : Militärhistorisches Museum: Vom "Haupt-Zeughaus" zum Libeskind-Keil
1559
Es erfolgt die Grundsteinlegung für das "Churfürstlich Sächsische Haupt-Zeughaus zu Dreßden", das Gebäude in der Nähe des Schlosses wird 1563 vollendet. Zeug ist ein aus dem Mittelalter stammender Begriff für eine Rüstung - später wurden auch Geschütze und ihr Zubehör als Zeug bezeichnet. In dem Dresdner Arsenal werden aber nicht nur Waffen und Munition aufbewahrt, sondern auch die Kriegstrophäen der sächsischen Heere.
1849
Im Zuge der Revolution 1848/49 wird Anfang Mai 1949 in Dresden eine sächsische Republik ausgerufen. Aufständische besetzen das Zeughaus und versorgen sich aus den dort lagernden Waffenbeständen. Der Aufstand wird nach wenigen Tagen von preußischen Truppen niedergeschlagen.
1873
Der Bau des neuen Arsenal-Hauptgebäudes und heutigen Militärhistorischen Museums beginnt. Das Arsenal bildet das Zentrum der "Albertstadt". In dem Militärbezirk am nördlichen Dresdner Stadtrand werden Kasernen, Versorgungseinrichtungen und Übungsplätze konzentriert. Vier Jahre nach Baubeginn werden die Bestände des alten Hauptzeughauses in das neue Arsenal verlegt. Ab 1897 beginnt die museale Nutzung des Hauses mit der Eröffnung der "Historischen Waffen- und Modellsammlung".
1914
Durch die Zusammenlegung der Arsenal- und der Armeesammlung entsteht im Arsenal-Hauptgebäude das "Königlich Sächsische Armeemuseum". Vier Jahre später ist das Deutsche Reich einer der Verlierer des Ersten Weltkrieges, im Zuge der Novemberrevolution danken die Wettiner ab, Sachsen wird Freistaat. Die Ausstellung des Armeemuseums wird geschlossen, die Sammlung bleibt jedoch erhalten. Unter dem Namen "Sächsisches Armeemuseum" wird die neu geordnete Ausstellung 1923 wieder eröffnet.
1940
Die aus der Reichswehr hervorgegangene Wehrmacht übernimmt das "Sächsische Armeemuseum" und benennt es zunächst in "Heeresmuseum Dresden", ab 1942 dann in "Armeemuseum Dresden" um. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus wird das Haus geschlossen, die alliierten Siegermächte verbieten alle militärhistorischen Museen in Deutschland. Teile der Dresdner Sammlung werden als Kriegsbeute in die Sowjetunion gebracht.
1946
Das Hauptgebäude des Arsenals wird unter der Bezeichnung "Stadthalle" oder "Nordhalle" für Veranstaltungen und Ausstellungen genutzt. So findet auch die erste Dresdner Weihnachtsausstellung nach den Zweiten Weltkrieg in dem Gebäude statt. In einen Teil des Arsenals werden die "Städtischen Sammlungen" untergebracht. Auch die erste Ausstellung zum Dresdner Wiederaufbau wurde in der "Nordhalle" gezeigt. Zehn Jahre später gibt die Sowjetunion erbeutete Kunstschätze teilweise an die DDR zurück. Teile der Handfeuer- und Blankwaffensammlung des Armeemuseums erhält später die Arbeitsgruppe "Ständige Ausstellung der Nationalen Volksarmee" (NVA).
1961
Die am 18. Januar 1956 gegründete NVA richtet im Laufe des Jahres 1961 im Potsdamer Marmorpalais das "Deutsche Armeemuseum" ein. In den darauffolgenden Jahren wird auf der Festung Königstein im Elbsandsteingebirge eine Ausstellung zu Militärtechnik und Gesellschaftsordnung angelegt. Die Schau "Vom Steinschlossgewehr zur Kampfrakete" ist bis zur Wende zu sehen.
1972
Die NVA eröffnet im Arsenal-Hauptgebäude das "Armeemuseum der DDR". Die NVA hatte das Gebäude für Museumszwecke restaurieren lassen, nachdem es 1965 wegen schwerer Schäden baupolizeilich gesperrt werden musste. Die Ausstellungen in Potsdam und Königstein werden nach der Eröffnung des Armeemuseums in Außenstellen umgewandelt.
1990
Während der Wende wird das "Armeemuseum der DDR" auf Verlangen der Mitarbeiter in "Militärhistorisches Museum Dresden" umbenannt. Das Museum wird von der Bundeswehr übernommen.
2004
Es beginnt der Umbau des Hauses nach den Plänen von Daniel Libeskind.
