Sonderausstellung in Dresden : Militärmuseum widmet sich Wehrmachtsurteilen
Im Militärhistorischen Museum Dresden ist eine Sonderausstellung über Unrecht in der NS-Zeit zu sehen. Unter dem Titel "Was damals Recht war - Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht stehen Soldaten und Zivilisten im Mittelpunkt, die von der Wehrmachtjustiz zu schweren Strafen oder zum Tode verurteilt wurden. Die Wanderausstellung ist ein Projekt der Stiftung Denkmal für ermordete Juden und machte seit 2007 in mehr als 20 Städten Station. Mit dem Aufbau im Dresdner Militärhistorischen Museum wird sie erstmals von der Bundeswehr gezeigt. Am Ort eines früheren Kriegsgerichtes bekommt sie in Dresden damit eine ganz besondere Bedeutung.
Deserteure nicht immer politische Helden
Nach Angaben von Projektleiter Ulrich Baumann wurden in der NS-Zeit 30.000 Menschen nach Urteilen der Wehrmachtsjustiz hingerichtet, zu Haft verurteilt oder in Strafeinheiten eingesetzt. Darunter waren rund 15.000 Deserteure. Mit der Schau solle auch ein Anstoß zum Gedenken jenseits der bisherigen Geschichtsdarstellung gegeben werden. Seien Wehrmachtsdeserteure in den 1980er- Jahren in der Bundesrepublik und der DDR zusehends als politische Helden verkörpert worden, breche die Schau mit dieser Darstellung. Oftmals steckten einfache, menschliche Geschichten hinter der Fahnenflucht, sagte Baumann. "Die Ausstellung hat in den vergangenen fünf Jahren nicht unbedingt Diskussionen ausgelöst. Aber die Besucher haben doch über das Thema nachgedacht."
Biografische Porträts erzählen die Schicksale von Deserteuren, aber auch von Richtern, die Unrechtsurteile fällten oder sich den Vorgaben des Hitler-Regimes nicht beugten. Zudem wird die Geschichte der deutschen Militärjustiz näher beleuchtet. Die Schau macht deutlich, mit welcher Willkür Urteile gesprochen wurden. Gezeigt wird aber auch, wie sich Schicksale wenden konnten, wenn der Richter nicht die vorgeschriebene Linie fuhr.
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