Sachsen

Flüchtlingsproteste in Chemnitz zeigen Wirkung

Die Flüchtlinge der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung haben ihren seit Tagen andauernden Protest beendet. Am Abend hätten die Asylsuchenden und ihre Sympathisanten den Platz vor der Chemnitzer Erstaufnahmeeinrichtung verlassen, sagte ein Polizeisprecher MDR 1 RADIO SACHSEN. Sie hatten dort für eine beschleunigte Bearbeitung ihrer Asylanträge demonstriert. Diese sollen jetzt innerhalb eines Monats bearbeitet werden, hieß es nach einem Gespräch im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Chemnitz. In der Behörde sei mehr Personal eingestellt worden. Zudem soll in der künftigen Erstaufnahmeeinrichtung in Leipzig eine Außenstelle des Amtes eingerichtet werden.

Buttersäure-Anschlag auf Asylbewerberheim - Erste Flüchtlinge da

Nur wenige Stunden nach einem Buttersäure-Anschlag haben die ersten Flüchtlinge das Asylbewerberheim im Dresdner Stadtteil Stetzsch bezogen. Das Heim bietet Platz für rund 30 Menschen. Nach Angaben der Stadt kommen sie unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Pakistan. Unbekannte hatten das Haus gestern mit Buttersäure attackiert. Eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums sagte, sie hätten eine Glasflasche durch ein geöffnetes Fenster ins Innere geworfen. Bereits am vergangenen Wochenende hatte es zwei Anschläge auf das Gebäude gegeben.

Künftiges Asylbewerberheim unter Wasser gesetzt

Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch eine geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Lunzenau im Landkreis Mittelsachsen unter Wasser gesetzt. Eine Polizeistreife habe gestern am frühen Morgen bemerkt, dass der Keller des Hauses vollgelaufen sei, sagte eine Sprecherin des Operativen Abwehrzentrums MDR 1 RADIO SACHSEN. In allen Etagen seien Wasserhähne aufgedreht worden waren. Zum Teil seien die Armaturen abgebaut worden. Das Abwehrzentrum habe die Ermittlungen übernommen. In das Haus sollten bis zu 50 Flüchtlinge einziehen.

Kritik an Zuständen im Dresdner Zeltlager wächst

Die Kritik an den Zuständen im Dresdner Zeltlager für Flüchtlinge wächst. Die extrem beengte Unterbringung sei weder unter hygienischen noch sozialen oder Sicherheits-Aspekten zu verantworten, erklärte der Sprecher des Netzwerkes "Dresden für Alle", Eric Hattke. Das Netzwerk hatte in den vergangenen Tagen unter anderem die Spendenaktion vor Ort betreut. Der Geschäftsführer des Sächsischen Flüchtlingsrats, Ali Mouradi, sagte, im Interesse der Gesundheit der Flüchtlinge müsse sofort eine regelmäßige Müll-Entsorgung gewährleistet werden.

Grüne: Thema Prostitution und Menschenhandel ernster nehmen

Die Grünen in Sachsen haben der Landesregierung vorgeworfen, das Thema Prostitution und Menschenhandel nicht ernst genug zu nehmen. Die Ermittlungsergebnisse seien in Sachsen auffallend niedrig, sagte die Landtagsabgeordnete Jähnigen. Zwischen 2006 und 2014 seien nur 141 Tatverdächtige wegen Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung ermittelt worden. Die geografische Lage Sachsens an der Grenze zu Polen und Tschechien lasse vermuten, dass die Dunkelziffer weitaus höher sei.

Geschäftsbetrieb bei Harmona Klingenthal geht weiter

Bei der Klingenthaler Traditionsfirma Harmona kann der Geschäftsbetrieb weitergeführt werden. Das hat die Gläubigerversammlung beschlossen, wie Insolvenzverwalter Helgi Heumann mitteilte. Liquidität und Auftragslage seien zufriedenstellend, sagte Heumann. Nun müsse schnell ein neuer Investor gefunden werden. Zudem müssten unter anderem der Vertrieb modernisiert und die Zahl der Produkte reduziert werden. - Das Unternehmen mit rund 85 Mitarbeitern hatte im Februar Insolvenz angemeldet. Harmona gilt als weltweit ältester Hersteller von Akkordeons.

Leipziger Graffiti-Sprüher aus Haft in Singapur entlassen

Zwei wegen Graffiti-Sprühens in Singapur verhaftete Männer aus Leipzig sind aus dem Gefängnis freigekommen. Sie hätten Singapur bereits Ende Mai verlassen, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Die beiden 21 und 22 Jahre alten Männer waren im November vergangenen Jahres in ein U-Bahn-Depot eingedrungen und hatten einen Waggon mit Graffiti besprüht. Sie flohen nach Malaysia, wurden aber zwei Wochen später gefasst. Seitdem saßen die Sprayer in Untersuchungshaft. Im März wurden sie in Singapur für ihre Taten mit Stockschlägen und neun Monaten Gefängnis bestraft. Die Hintergründe ihrer vorzeitigen Entlassung sind noch nicht bekannt.

ADAC: Tunnel Königshainer Berge mit Note "gut"

Europas Tunnel sind sicherer geworden. Beim ADAC-Tunneltest bewerteten die Fachleute 14 von 20 Röhren mit "sehr gut", alle übrigen schnitten mit "gut" ab. Geprüft wurden unter anderem Brandschutz, Lüftung, Beleuchtung sowie Flucht- und Rettungswege. Am besten schnitt der deutsche Tunnel Berg Bock auf der A71 bei Suhl in Thüringen ab. Die Note "gut" erhielt auch der Tunnel Königshainer Berge auf der Autobahn 4. Schlusslicht wurde der Schweizer Gotthard-Tunnel. Der ADAC hatte nach den Brandkatastrophen im Mont-Blanc- und im Tauerntunnel im Jahr 1999 seine Tests gestartet.

Storl und Schwanitz im WM-Aufgebot

Die Medaillenkandidaten im Kugelstoßen David Storl vom SC DHfK Leipzig und Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge stehen im Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für die Weltmeisterschaften in Peking. Insgesamt kommen von den 66 nominierten Sportlern neun aus Sachsen. Storl will seinen Titel verteidigen. Die Leichtathletik-WM findet vom 22. bis 30. August statt.

Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2015, 05:40 Uhr

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