Rechtsextremismus in Sachsen : Razzia bei der "Terror Crew Muldental"
Bei einer landesweiten Razzia gegen die rechtsextremistische Gruppe "Terror Crew Muldental" sind in Sachsen 31 Gebäude durchsucht worden. Wie das Landeskriminalamt am Donnerstag mitteilte, fanden die Durchsuchungen bereits am Mittwoch statt. Dabei seien neben Computern, Handys, CDs, Foto- und Videomaterial auch Präzisionsschleudern, Messer, Pyrotechnik und Sturmhauben sichergestellt worden. Insgesamt seien 150 Polizeibeamte im Einsatz gewesen.
Organisation gilt als gewaltbereit
Die "Terror Crew Muldental" wird von den sächsischen Sicherheitsbehörden schon seit Längerem als gewaltbereit eingeschätzt. Die Gruppierung war im Oktober 2009 unter anderem an den Übergriffen auf Anhänger des Fußballvereins Roter Stern Leipzig in Brandis beteiligt. Mitglieder der Vereinigung sollen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes bei der Kommunalwahl im Juni 2009 für die NPD kandidiert haben.
Nach Informationen des MDR stammen die meisten Mitglieder der "Terror Crew Muldental" aus dem nördlichen Teil des ehemaligen Muldentalkreises, der Schwerpunkt liegt in der Stadt Wurzen. Den Kern bilden etwa 30 Personen, rund 100 Anhänger können mobilisiert werden. Die Gruppe beteiligt sich regelmäßig an Fußballturnieren rechtsgerichteter Jugendlicher, so etwa am "1. Nationalen Fußballwettstreit", an den am Pfingstsonntag in Wurzen sieben Mannschaften teilnahmen. Rund 150 rechtsgerichtete Sympathisanten waren zu dem Turnier angereist.
Panne beim Verfassungsschutz
Dass Polizei und Staatsanwaltschaft offenbar am Verbot der Vereinigung arbeiten, war Mitte Juli durch eine Informationspanne des Verfassungsschutzes bekannt geworden. Dieser hatte versehentlich eine Pressemitteilung herausgegeben, in der über das angestrebte Verbot berichtet wurde. In Sachsen waren bereits die Gruppen "Sturm 34" und "Skinheads Sächsische Schweiz" verboten worden.
