Neuwahl in Leipzig : Jung und Wawrzynski kämpfen um Nichtwähler
Nach der Oberbürgermeister-Wahl in Leipzig laufen die Vorbereitungen für den zweiten Anlauf. SPD-Amtsinhaber Burkhard Jung und sein parteiloser Kontrahent Horst Wawrzynski, der für die CDU antritt, haben bereits einen intensiven Wahlkampf für die Neuwahl angekündigt. Dabei sollen vor allem die Nichtwähler mobilisiert werden. Wer ihre Gegenkandidaten sein werden, entscheidet sich in dieser Woche.
Am 17. Februar wird sich entscheiden, wer Leipzigs neuer Oberbürgermeister wird. Fest steht bisher, dass zu der Neuwahl Amtsinhaber Burkhard Jung von der SPD und der CDU-Kandidat Horst Wawrzynski antreten. Jung erklärte am Montag, der Wahlkampf für die zweite Runde würde nun intensiviert. "Wir müssen noch einmal auf die Menschen zugehen." Rückenwind von anderen Parteien wolle er nicht. "Ich glaube, ich bin gut beraten, im Wahlkampf noch stärker auf unsere Erfolge zu verweisen", sagte Jung. Als Wahlsieger sehe er sich noch lange nicht, sagte Jung bei MDR 1 RADIO SACHSEN: "Es kann immer kippen, vor allem wenn es uns nicht gelingt, die Menschen zur Wahl zu bringen."
CDU glaubt an Wawrzynski
Jungs stärkster Konkurrent, der parteilose Horst Wawrzynski, rechnet sich trotz des großen Abstands zu Jung durchaus Chancen aus. Im Gespräch mit MDR 1 RADIO SACHSEN kündigte er an, jetzt "mit härteren Bandagen" zu kämpfen. "Offenbar ist es bei den Leipzigern nicht angekommen, was wir hier für Skandale in der letzten Zeit zu verzeichnen hatten. Ich denke an die herrenlosen Häuser, die KWL und die Kinderbande. Alles Dinge, die die Wähler bewegen."
Der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer nannte das Ergebnis des ersten Wahlgangs einen Dämpfer für Jung und stellte sich hinter Wawrzynski. "Mit Horst Wawrzynski haben wir jemand, der als Polizeipräsident bewiesen hat, dass er eine große Verwaltung führen kann, dass er auch Prinzipien hat. Er kann Prioritäten setzen. Darauf setzen wir weiterhin."
Barbara Höll von der Linken würde laut einem Bericht von "LVZ-Online" am liebsten eine Front gegen SPD und CDU schmieden. Zusammen mit den Stimmen des unabhängigen Kandidaten Dirk Feiertag und von Grünen-Kandidat Felix Ekardt gebe es ein Lager von gut 30 Prozent gegen die beiden bürgerlichen Kandidaten, sagte sie. Allerdings muss der Stadtvorstand noch über eine erneute Kandidatur von Höll entscheiden. Der Grüne Ekardt hatte sich schon am Wahlabend bedeckt gehalten, ob er in die zweite Runde geht. Ebenso FDP-Kandidat René Hobusch, der auf nicht einmal zwei Prozent kam. Im Wahlkampfteam des Unabhängigen Feiertag hieß es am Montag, es sei noch keine Entscheidung gefallen.
Neuwahl am 17. Februar
Bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag hat keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht. Amtsinhaber Jung holte mit 40,2 Prozent die meisten Stimmen. CDU-Kandidat Wawrzynski kam auf 25,9 Prozent. Damit kommt es am 17. Februar zur Neuwahl. Dabei können alle Kandidaten noch einmal antreten. Zudem sind neue Bewerber zugelassen. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,7 Prozent und damit höher als bei der letzten OBM-Wahl vor sieben Jahren. Damals hatten 34,9 Prozent im ersten Wahlgang ihre Stimme abgegeben, im zweiten Wahlgang sogar nur 31,7 Prozent. OB Jung wertete den leichten Anstieg als Zeichen dafür, dass sich die Menschen wieder verstärkt in die Belange ihrer Stadt einbringen wollen. Noch am Wahlabend rief er dazu auf, auch beim zweiten Durchgang zur Wahl zu gehen.
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