Personalnot zum Fest : Kein Notarzt unter dieser Nummer
Während der Notdienst der Apotheken gesetzlich geregelt ist und auch während der Feiertage gewährleistet werden muss, ist das bei Notärzten nicht der Fall. Das gesamte Notarztsystem in Deutschland basiert seit Jahren auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Und so können manche Notarztdienste gerade während der Weihnachtsfeiertage und des Jahreswechsels nicht besetzt werden – in diesem Jahr sind vor allem die Regionen Chemnitz, Erzgebirge, Sächsische Schweiz und Dresden betroffen. Sachsenweit sind von den rund 760 Notarztdiensten derzeit noch knapp 70 unbesetzt.
Für die Weihnachtsfeiertage fehlen in Sachsen noch Notärzte. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Notärztliche Versorgung in Sachsen sind derzeit noch rund 70 der sachsenweit 760 Notarztdienste unbesetzt. Lücken gebe es derzeit noch in den Regionen Chemnitz, Erzgebirge, Sächsische Schweiz und Dresden. Wie Markus Cording von der Arbeitsgemeinschaft Notärztliche Versorgung MDR 1 RADIO SACHSEN sagte, ist die Besetzungsquote in diesem Jahr aber weitaus besser als im vergangenen Jahr. Das sei vor allem auf die verbesserte Vergütung zurückzuführen.
Die Hälfte der Notrufe sind keine "echten" Notfälle
Bei unterversorgten Bereichen kommt laut Cording der Rettungsassistent als spezialisierter Fachmann zum Einsatz. Im Ernstfall werde der Patient dann in ein Krankenhaus gebracht. Cording betonte in diesem Zusammenhang, dass 47 Prozent der Notfalleinsätze in Sachsen "in keinster Weise etwas mit einer Notarzt indizierten Einsatzfahrt zu tun haben".
Ob eine gesetzliche Verpflichtung der Ärzte zur Übernahme von Notdiensten eingeführt werden sollte lässt Cording auf Nachfrage offen. Seiner Ansicht nach wäre es sinnvoller, wenn Krankenhäuser Personalstellen schaffen würden, um diesen Notarztdienst abzusichern.
Kassenärztliche Bereitschaftsdienste übernehmen ambulante Versorgung
Da sowohl die Weihnachtsfeiertage als auch Silvester und Neujahr in diesem Jahr auf Wochentage fallen, werden über den Jahreswechsel mehr Arztpraxen geschlossen sein, als im vergangenen Jahr. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen mitteilte, übernehmen die Bereitschaftsdienste vom 21. Dezember 2012, 14 Uhr bis 2. Januar 2013, 7 Uhr morgens die ambulante ärztliche Versorgung.
3 Kommentare
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.
