Sachsen

Musik und Geschichte : Leipziger Notenspur eröffnet

Mit einem Musik- und Bürgerfest sind am Sonnabend die Markierungen der "Leipziger Notenspur" feierlich eingeweiht worden. Zum Auftakt erklang am Vormittag Hausmusik von Erkern und Balkonen verschiedener historischer Gebäude. Auf dem Thomaskirchhof dirigierte Thomaskantor Georg Christoph Biller das Publikum beim Kanonsingen. Zum Festprogramm gehören neben Klassik auch Rock- und Jazzkonzerte. Bis in die Nacht hinein wird es zahlreiche Aktionen geben.

Ein geschichtsträchtiger, musikalischer Spaziergang

Die Leipziger Notenspur ist ein rund fünf Kilometer langer Rundweg durch die Innenstadt, auf dem Interessierte rund 300 Jahre Leipziger Musikgeschichte nacherleben können. An 23 Stationen wird an bekannte Komponisten und Musikverleger erinnert, die in Leipzig lebten. Den Weg zu ihren Wohn- und Wirkungsstätten weisen in den Boden eingelassene Metallintarsien. Während diese Notenspur schon fast vollendet ist, wird an einer interaktiven Klanginstallation in Kretschmanns Hof noch gearbeitet. Auch die Stelen mit den Informationstafeln müssen noch an den Stationen aufgestellt werden.

Neben Wissenswertem zum jeweiligen Originalschauplatz werden auf den Tafeln auch Telefonnummern zu finden sein. Sie sind Bestandteil eines interaktiven Angebots. Wer anruft, kann sich auf Deutsch oder Englisch eine Hörszene sowie ein zur jeweiligen Station passendes Musikbeispiel anhören. An einigen Stationen gibt es spezielle Hörangebote für Kinder. Die Klangerlebnisse sollen auch im Internet zum Herunterladen angeboten werden.

Von Bach bis Eisler

Leipzig gehört zu den traditionsreichsten Musikstädten der Welt. Die rege Handelstätigkeit in der Stadt, die 1409 gegründete Universität und das Verlagswesen zogen über Jahrhunderte Künstler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum an. Die Komponisten und Musiker Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Edvard Grieg, Gustav Mahler sowie Clara und Robert Schumann haben hier gewirkt, Richard Wagner und Hanns Eisler wurden in Leipzig geboren.

Das Ziel: UNESCO-Welterbe

Nach Einschätzung von Thomaskantor Biller verfügt die Stadt über "unheimlich viel Kapital" aus der Musikgeschichte, das allerdings komplett kaum gewürdigt werden könne. Die Notenspur sei geeignet, dieses Manko zu beheben, sagte Bille. Das Projekt soll nicht nur Touristen anlocken. Leipzig strebt mit acht an der Notenspur liegenden denkmalgeschützten Gebäuden einen Eintrag auf der UNESCO-Welterbeliste an. Unter dem Titel "Leipziger Notenspur – Stätten europäischer Musikgeschichte" hat sich die Stadt um die Aufnahme in die deutsche Vorschlagsliste beworben. Zunächst muss sich Leipzig aber gegen neun Mitbewerber in Sachsen durchsetzen. Die Entscheidung fällt im Herbst.

Zuletzt aktualisiert: 12. Mai 2012, 21:40 Uhr

1. Klaro:
Liebe Redaktion, bitte auch auf die Feinheiten achten - die gute Clara Schumann war ebenfalls geborene Leipzigerin. Außerdem haben noch weit mehr Musiker von Weltrang in Leipzig gewirkt. Für die ist vielleicht kein Platz, dann aber bitte kennzeichen ("u. a.", "beispielsweise", ...)
13.05.2012
09:28 Uhr

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Die Stationen der Leipziger Notenspur:

- Neues Gewandhaus
- Mendelssohn-Haus
- Grieg-Begegnungsstätte
- ehemalige Musikbibliothek Peters
- Museum für Musikinstrumente
- Alter Johannisfriedhof
- Schumann-Haus
- Grafisches Viertel samt Musikverlagen
- Wagner-Denkmal
- Oper Leipzig
- Alte Nikolaischule
- Nikolaikirche
- Altes Rathaus
- Museum der bildenden Künste
- Café Zum Arabischen Coffe Baum
- Hotel de Saxe
- Thomaskirche
- Bach-Archiv
- Standort des Geburtshauses von Clara Wieck
- Standort des Alten Conservatoriums
- Standort des ersten Gewandhauses
- Paulinum
- Leipziger Universitätsmusik
- Kubus der MDR-Klangkörper

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