Baumarktkette unter Druck Obi-Mitarbeiter gehen wieder auf die Straße

In sächsischen Obi-Märkten ist am Freitag gestreikt worden. Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago sagte MDR SACHSEN, es hätten sich über 70 Beschäftigte aus vier Baumärkten zusammengefunden. Sie fordern einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Mitarbeiter. Lauenroth-Mago erklärte, bei Obi würden Beschäftigungsverhältnisse zweiter Klasse gelten. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Gehälter um mindestens 288 Euro brutto. Nur so könne Wettbewerbsgleichheit hergestellt werden. Die Geschäftsleitung habe nicht auf die Arbeitsniederlegung reagiert. Auch für MDR SACHSEN war bei Obi niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mitarbeiter eines Baumarktes streiken
Rund 70 Mitarbeiter versammelten sich am Vormittag vor dem Obi in Pirna. Bildrechte: MDR/Heiko Barthel

Dresden, Pirna, Radebeul

Von dem Streik betroffen waren die Filialen in Radebeul, Pirna und zwei Märkte in Dresden. Kunden mussten laut Lauenroth-Mago in den betroffenen Baumärkten längere Wartezeiten an den Kassen sowie fehlende Servicekräfte in Kauf nehmen. Lauenroth-Mago sagte MDR SACHSEN nach dem Streiktag: "Ich bin optimistisch, dass sich in der Zukunft noch mehr Obi-Märkte anschließen. Die Geschäftsleitung wird das Thema nicht ewig totschweigen können."

Längeres Warten an der Kasse

Der Tarifvertrag für den Einzelhandel gilt nach Angaben Verdis nur für Obi-Beschäftigte, die vor dem Jahre 2000 eingestellt wurden. "Für die Nr. 1 im Baumarktbereich ist das eine Schande", erklärte Lauenroth-Mago. Eine Vollzeitkraft ohne Tarifvertrag verdiene derzeit 2.147 Euro. Bereits Anfang Mai und Mitte April hatte die Gewerkschaft zu Streiks in den mitteldeutschen Baumärkten aufgerufen. Damals beteiligten sich 140 und rund 250 Beschäftigte.

Mitarbeiter eines Baumarktes streiken
Mit 2.147 Euro brutto muss eine Verkäuferin ohne Tarifvertrag bei Obi derzeit auskommen. Bildrechte: MDR/Heiko Barthel

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.06.2017 | 10:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | | 02.06.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juni 2017, 19:13 Uhr

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1 Kommentar

02.06.2017 14:52 Mustermann 1

Mit 2.147 EUR Brutto/Monat - bei wieviel Arbeitsstunden/Monat?

Und wo ist das Problem? Viele in Sachsen würden sich über diesen Monatslohn freuen und die Mitarbeiter von OBI beneiden.

Interessant ist dabei aber immer wieder: Für den Umgang mit Gegenständen/Waren wird offensichtlich immer noch mehr gezahlt als für den mit Menschen (Altenpfleger u.ä.).