Sachsen

Grundsteinlegung in Dresden : Laserprotonen sollen Krebsbehandlung erleichtern

An der Universitätsklinik Dresden ist am Freitag der Grundstein für das neue Strahlenforschungs- und -behandlungszentrum gelegt worden. Im Kompetenzzentrum Oncoray werden die Behandlung von Krebspatienten und die Forschung für bessere Heilmethoden künftig kombiniert. Bereits ab 2014 sollen die Patienten mit der herkömmlichen Protonentherapie behandelt werden. Dabei bringt der Teilchenbeschleuniger Wasserstoffkerne präzise ins geschädigte Gewebe und zertrümmert das Erbgut der Krebszellen.

Parallel dazu wird in den kommenden Jahren ein neuer, laserbasierter, Teilchenbeschleuniger aufgestellt. An ihm wird eine neue Art der Protonentherapie erprobt, mit der das Gewebe mehr geschont werden soll. Die Tumore könnten dann höher dosiert bestrahlt werden. Der neuartige Teilchenbeschleuniger wird frühestens 2020 zum Einsatz kommen.

Wichtiger Schritt in Richtung Exzellenzinitiative

Der Sprecher des Kompetenzzentrums, Michael Baumann, sieht in dem Neubau einen wichtigen Impuls für den Forschungsstandort Sachsen. Das weltweit Einmalige an dem Neubau sei, dass man eine Protonentherapie-Anlage mit einer völlig neuartigen Möglichkeit kombiniere, solche Partikel zu erzeugen, sagte Baumann MDR INFO. Nach der Fertigstellung könne man einerseits sofort mit der besseren Behandlung von Patienten beginnen. Gleichzeitig könne man langfristig forschen, um die nächste Geräte-Generation zu entwickeln.

Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer erklärte bei der Grundsteinlegung, mit der Anlage werde in "eine neue Dimension in der Strahlenbehandlung von Tumoren" vorgestoßen. In Zukunft würden rund 100 Wissenschaftler verschiedener Fakultäten und Institutionen hier arbeiten. Durch das enge Zusammenspiel zwischen Krankenversorgung und Forschung werde die Behandlung von Krebserkrankungen deutlich verbessert. Für Sachsen bedeute das Zentrum einen wichtigen Schritt als exzellenter Forschungsstandort. Sachsen fördert die Protonenanlage im Rahmen der Landesexzellenzinitiative. Träger der Anlage sind die Universitätsklinik Carl Gustav Carus, die Medizinische Fakultät der TU Dresden sowie das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

Beschleuniger wiegt 220 Tonnen

Die neuartige Lasertechnik soll die Kosten der üblichen, auf Elektromagnetismus basierenden, Protonenbeschleuniger deutlich senken. Bisher müssen Kliniken für die Geräte bis zu 150 Millionen Euro bezahlen, die neuen Modelle könnten bis zu einem Drittel weniger kosten. Und außerdem sind die Anlagen deutlich kleiner. Während die herkömmlichen Beschleuniger die Ausmaße eines Einfamilienhauses annehmen, werden die laserbasierten Geräte nur noch so groß wie vier hintereinander stehende Konferenztische sein. Weil nun Geräte beider Generationen aufgestellt werden, ist die Baugrube entsprechend groß. Bagger haben in den vergangenen Wochen eine bis zu elf Meter tiefe Baugrube von 90 mal 70 Meter ausgehoben. 25.000 Kubikmeter Erde wurden abtransportiert, um Platz für den rund 220 Tonnen schweren herkömmlichen Beschleuniger und seinen Nachfolger zu schaffen.

Neues Forschungszentrum für Krebsbehandlung

Außenansicht des geplanten Gebäudekomples. Prof. Roland Sauerbrey, Wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf; Sabine Freifrau von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst; Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und Prof. Michael Baumann, Sprecher des Zentrums für Innovationskompetenz für Strahlenforschung in der Onkologie – OncoRay bei der Grundsteinlegung. Neue Krebsbehandlung in Dresden

An der Universitätsklinik Dresden ist der Grundstein das neue Strahlenforschungs- und behandlungszentrum gelegt worden. Hier werden die Krebsbehandlung und -forschung für bessere Heilmethoden künftig kombiniert. [Bilder]


Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2012, 19:11 Uhr

2. unbekanntWarum:
Warum werden so teure Maschienen und Institute gebaut? Hat schon mal einer die Theorie der Chemikerin Tamara Lebedewa untersucht? Wenn es nur den Funken einer Hoffnung gibt, dass Krebs ein Parasit sein könnte, der mit einfachen Mittel gehelt werden kann, warum untersucht das keiner? Vielleicht kann das Leiden der Patienten einfach verhindert werden!
25.01.2012
18:25 Uhr
1. Martin Jermann:
Dieses Projekt ist interessant, da es neue Wege zur Beschleunigung der Protonen f�r die Protonentherapie erforscht. Ich wette aber darauf, dass im Jahre 2014 kein Patient mit dieser neuen laserbasierten Protonentherapie in Dresden behandelt werden kann, denn ein solcher Zeitplan ist v�llig unrealistisch.
20.01.2012
23:43 Uhr

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Neue Protonentherapie

Bei der neuen Protonentherapie in Dresden kommt Lasertechnik zum Einsatz. Sie soll die bisherige Bestrahlungsmethode auf Röntgenbasis ersetzen. Der Vorteil ist, dass der Tumor präzise bestrahlt und das umliegende Gewebe weitgehend geschützt wird. Die Protonen bewegen sich im Teilchenbeschleuniger mit 180.000 Meter pro Sekunde. Anders als die Röntgenstrahlen entfalten die Protonen der Lasertechnik erst im Tumor ihre Wirkung.

In Dresden sollen pro Jahr etwa 500 Patienten mit der neuen Methode behandelt werden. Sie eignet sich vor allem für Patienten, deren Tumore nah am Auge, an der Schädeldecke oder am Rückenmark liegen.

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