Sachsen

Konzerttour : Orgelmarathon in der Oberlausitz

Marathonläufe kennt jeder, auch Lese-, Schwimm- oder Tanzmarathons. Sogar Kussmarathons gibt es. Aber was ist eigentlich ein Orgelmarathon? Das konnten Musikliebhaber in der Oberlausitz ergründen.

Orgel

In Kamenz hat eine besondere Konzerttour durch die Lausitz stattgefunden – die sogenannte Orgelarena. Wie die Veranstalter mitteilen, fanden bis zum 27. August Konzerte in insgesamt 42 Kirchen, Klöstern und Schlössern in Deutschland und Tschechien statt. Austragungsorte waren unter anderem Bautzen, Görlitz, Löbau und Zittau. Alle Konzerte waren kostenlos.

Die Orgelarena wurde 2004 zum ersten Mal im Landkreis Eichsfeld in Thüringen veranstaltet. Schon damals war Matthias Grünert der Organist der Konzertreihe. Grünert war Kantor im ostthüringischen Greiz und ist seit 2005 an der Dresdner Frauenkirche. Gemeinsam mit dem Kirchenklang e.V. verfolgte er das Ziel, Orgelmusik mit einer Konzertreihe durch die Lande zu tragen. Seitdem findet der Orgelmarathon jedes Jahr in einer anderen Region Deutschlands statt. Der geistige Vater der Orgelarena ist Karl-Heinz Kraass aus Jena. Bis zum Jahr 2007 hat er die Konzertreihe als ehrenamtlicher Projektleiter organisiert.

Grünert war auch in diesem Jahr alleiniger Organist und spielte an bis zu zehn Orgeln pro Tag. Die Konzerte waren dementsprechend kurz und dauerten etwa 30 Minuten. Keines der Stücke wiederholte sich während des Orgelmarathons. Vor jedem Konzert erhielten die Zuhörer ein umfangreiches Programmheft, das die Orgeln und Kirchen mit ihren historischen Besonderheiten vorstellte. Eine ständig wachsende Fangemeinde aus ganz Deutschland und einigen Nachbarländern begleitete Matthias Grünert während der gesamten Tour.

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2012, 18:46 Uhr

1. Heinz Fußblender:
Es freut mich, dass ein solches Highlight auch die Oberlausitz erreicht. Hoffentlich kommen auch viele Besucher zu uns.
22.08.2012
17:20 Uhr

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Kurzbiografie Matthias Grünert

Matthias Grünert wurde 1973 in Nürnberg geboren. Nach dem Abitur studierte er Kirchenmusik, Gesang und Orgel in Bayreuth und Lübeck. Nach dem Studium absolvierte er das Solistenexamen im Fach Orgel. Während des Studiums war er Assistent am Lübecker Dom und Kirchenmusiker an St. Petri in Bosau. Dort organisierte er die Konzertreihe Bosauer Sommerkonzerte. Von 2000 bis 2004 war Grünert Stadt- und Kreiskantors im thüringischen Greiz.

2004 wurde er als erster Kantor an die wiedererrichtete Dresdner Frauenkirche berufen und trat dieses Amt im Januar 2005 an. Seitdem ist er dort für die Kirchenmusik verantwortlich. Er gründete den Kammerchor der Frauenkirche mit mehr als 100 Sängern und das aus Musikern der Sächsischen Staatskapelle und Dresdner Philharmonie bestehende ensemble frauenkirche. Regelmäßig gestalten die Chöre Gottesdienste und Konzerte in der Frauenkirche. Mit dem Kammerchor trat Grünert auch schon in Frankreich, Italien, England und Japan auf. Er ist Preisträger verschiedener Orgelwettbewerbe. Seit dem Wintersemester 2008/09 hat er einen Lehrauftrag für Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik Dresden inne.

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