Sachsen

Plauen : Plamag-Werksgelände wird vermarktet

Für das ehemalige Plamag-Werksgelände in Plauen hat am Montag die Vermarktung begonnen. Manroland-Insolvenzverwalter Werner Schneider sagte, dazu sei eine Homepage eingerichtet und freigeschalten worden. Auf dem rund 200.000 Quadratmeter großen Areal mit Hallen und einem Bürohaus sollen sich nach dem Willen des Insolvenzverwalters Unternehmen ansiedeln. Schneider sieht dabei auch gute Erfolgsaussichten für Spezialisten des ehemaligen Druckmaschinenherstellers, der in Plauen unter dem früheren Namen Plamag bekannt ist.

Krise der Druckbranche besiegelt aus für Traditionsbetrieb

Die endgültige Schließung der Plamag Plauen war kurz vor Weihnachten 2012 beschlossen worden. Nach monatelangem Tauziehen hatte ein Sprecher des Insolvenzverwalters damals schließlich mitgeteilt, dass ein letzter potenzieller Investor für das Werk "endgültig abgesprungen" sei. Der Druckmaschinenhersteller Manroland, zu dem Plamag gehört, hatte im November 2011 Insolvenz angemeldet. Während für die Manroland-Werke in Augsburg und Offenbach Käufer gefunden wurden, war die Suche nach einem Investor für den sächsischen Standort erfolglos geblieben.

Als Gründe für das Aus sieht der Insolvenzverwalter die schwache Auslastung des Werkes und die schlechter werdende Konjunktur vor allem in der Verlags- und Druckindustrie. Für die verbliebenen 250 Mitarbeiter wurde eine Beschäftigungsgesellschaft mit einer Laufzeit von sechs Monaten eingerichtet.

Kritik von Gewerkschaft und regionaler Politik

Regionalpolitiker und Gewerkschafter hatten den Insolvenzverwalter für die Abwicklung des Werks kritisiert. Der Landrat des Vogtlandkreises, Tassilo Lenk, erklärte, ein Erhalt der Plamag sei durchaus möglich gewesen. Der CDU-Politker bezweifelte, dass "alle Möglichkeiten ausgereizt" wurden. Der Bezirksbevollmächtigte der IG Metall für Westsachsen, Stefan Kademann sagte, das Aus des Plauener Werks zeige, dass "Beschäftigte im Osten keine Lobby haben". Kademann hatte zudem dem sächsischen Wirtschaftsministerium Untätigkeit vorgeworfen.

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2013, 08:24 Uhr

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