Sachsen

Kurz vor Vertragsabschluss : Dritter Investor für die Plamag abgesprungen

Die Übernahme des Druckmaschinenherstellers Plamag in Plauen ist erneut gescheitert. Wie der Bevollmächtigte der Gewerkschaft IG Metall, Stefan Kademann, MDR 1 RADIO SACHSEN bestätigte, ist der Investor kurzfristig abgesprungen. Kademann zufolge standen die Gespräche kurz vor dem Abschluss. Bei dem Investor habe es sich um einen weltweit führenden Hersteller von Maschinen zur Druck-Weiterverarbeitung gehandelt.

Großer Frust in Plauen

Kademann sieht einen Grund für den Rückzieher in der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Druckmaschinenindustrie. "Er hat wahrscheinlich kalte Füße bekommen." Den Namen des Interessenten nannte Kademann nicht. Es handele sich um ein deutsches Unternehmen. Die Mitarbeiter seien sehr frustriert, sagte Kademann. Langsam werde die Lage ernst, da auch die Aufträge aus dem ehemaligen Manroland-Schwesterwerk in Augsburg nicht wie vereinbart kommen. "Die Luft wird dünne." Zwar mache der Insolvenzverwalter Druck auf die möglichen Investoren. Doch langsam müsse eine Entscheidung her, sagte Kademann dem Sender.

Es ist die nunmehr dritte Absage eines Investors an das Plauener Traditionsunternehmen. Im Mai war die Übernahme durch den Zulieferer MN Maschinenbau Niederwürschnitz und den Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kurz vor Vertragsunterzeichnung geplatzt. Im März war der Allgäuer Autozulieferer Berger als Interessent abgesprungen, der sich den Betrieb ursprünglich mit der Lübecker Possehl-Gruppe teilen wollte.

Zulieferer für ehemalige Schwester-Werke

Das Plamag-Werk in Plauen gehörte bis Anfang 2012 zum Druckmaschinenhersteller Manroland, der im November 2011 in Insolvenz ging. Im Februar wagte das Werk unter der Federführung des Insolvenzverwalters Schneider mit etwa der Hälfte der ehemals 700 Mitarbeiter einen Neustart. Schneider hält als vorläufiger Hauptgesellschafter 80 Prozent an dem Betrieb. Zwei frühere Manager sind zu 20 Prozent beteiligt. Die beiden anderen Werke von Manroland in Offenbach und Augsburg konnten kurz nach der Insolvenz verkauft werden. Die Plamag war bislang vor allem durch Lieferverträge mit diesen Werken ausgelastet.

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2012, 21:49 Uhr

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