Sachsen

Baumeister des Barock : Pöppelmann - Bauwerke für die Ewigkeit

Der Name Matthäus Daniel Pöppelmann steht vor allem für den Dresdner Zwinger. Die barocke Gemälde-Galerie ist zwar das berühmteste, aber nicht das einzige Gebäude, das der Baumeister in Dresden geschaffen hat. Zu Pöppelmanns Vermächtnis gehören zum Beispiel auch das Japanische Palais und die Augustusbrücke.

Der Dresdner Zwinger ist das wohl bekannteste Bauwerk von Matthäus Daniel Pöppelmann (1662-1736). Im Auftrag des sächsischen Hofes und anderer Wohlhabender hat Pöppelmann jedoch viel mehr Spuren hinterlassen, die ihn bis heute unsterblich machen. Während manche Gebäude komplett auf seinem Reißbrett entstanden, hat er zahlreiche andere "nur" umgebaut und den Bedürfnissen der sich ändernden Zeit angepasst. Und eines seiner Werke unterliegt noch immer der Veränderung - die Grimmaer Muldebrücke wird nach Flutschäden aus dem Jahr 2002 saniert und soll im Sommer fertig sein und dann den Hochwassern der Mulde dauerhaft trotzen.

Pöppelmann 350 Jahre

Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen

Pöppelmann stammte aus einfachen Verhältnissen. Das Leben in solch pompösen Bauwerken, wie er sie als Baumeister geplant hat, war ihm aus seiner Jugend fremd. Geboren wurde Pöppelmann am 3. Mai 1662 in Herford in Westfalen. Zwar waren mehrere seiner Vorfahren Ratsleute in der Stadt gewesen, im Dreißigjährigen Krieg war ein Großteil des Familienvermögens aber verloren gegangen.

Pöppelmanns Vater war Inhaber eines kleinen Ladens in Herford. Diesen Berufsweg schlug Matthäus Pöppelmann jedoch nicht ein: Er verließ Herford, um einen anderen Beruf zu erlernen. Beim sächsischen Bauamt in Dresden erhielt er eine Anstellung zunächst als unbezahlte Hilfskraft.

Pöppelmanns Weg nach oben

Der junge Pöppelmann erarbeitete sich im Laufe der Jahre eine gute Position im sächsischen Bauamt. 1686 wurde er zum Bauaufseher befördert. Da sein Einkommen sehr gering war, verdiente sich Pöppelmann zusätzlich Geld mit dem Bau von Bürgerhäusern. Er brauchte das Geld dringend, denn seine Familie wuchs schnell. Er und seine Frau hatten insgesamt sieben Kinder. Der Wendepunkt in seiner Karriere war seine Beförderung 1705 zum Landbaumeister, womit gleichzeitig der Auftrag verbunden war, ein Residenzschloss zu bauen. Pöppelmanns Dienstherr war der sächsische Kurfürst und spätere polnische König August der Starke. Für ihn baute Pöppelmann repräsentative Objekte wie den Zwinger und das Japanische Palais, er war aber auch für die Planung von Deichen, Straßen und Brücken verantwortlich.

Dresdner Barock im Umland - Brücken in Grimma und Nossen

In seiner Zeit als Baumeister prägte Pöppelmann das Dresdner Barock. Doch nicht nur in der sächsischen Hauptstadt finden sich Pöppelmanns Spuren, auch im Umland gibt es viele Bauwerke, die Pöppelmann gebaut hat. Zum Beispiel stammen auch die Pläne für den Umbau des Schloss Pillnitz von Pöppelmann. Er brachte frühklassizistische Elemente und rechtwinklige Formen in das Schloss ein. Ein weiterer Auftrag von August dem Starken führte Pöppelmann nach Graditz, wo er für die Pferde des Kurfürsten eine Gestütanlage baute.

Außerdem baute er in Grimma und Nossen die nach ihm benannten Pöppelmannbrücken. Die Brücke über die Mulde in Grimma wird derzeit nach schweren Schäden während der sogenannten Jahrhundertflut 2002 wiederaufgebaut. Projektleiter Andreas Apelt sagte, im Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Brücke hat seit Pöppelmann auch mehrfach ihr Aussehen verändert, prägend sind die markanten Steinpfeiler. Der Wiederaufbau berücksichtigt die aktuellesten Erkenntnisse zu Hochwassergefahren und soll der Kraft des Flusses künftig standhalten.

Im Oktober 1734 ging Pöppelmann in den Ruhestand. Zwei Jahre später, im Alter von 72 Jahren, starb der Baumeister in Dresden.

Pöppelmann bedeutendste Bauwerke in Bildern

Bildergalerie:

Bilderbuch Deutschland - Entlang der Elbe Zwinger Dresden Details aus dem Zwinger

Die Augustusbrücke, das Japanische Palais und nicht zu vergessen der Zwinger - Dresden ist geprägt von den Bauwerken des Baumeisters Daniel Pöppelmann. Aber auch im Umland der Stadt finden sich Spuren Pöppelmanns. [Bilder]


Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2012, 12:34 Uhr

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Dresdner Barock

Die Epoche des Dresdner Barock dauerte etwa von 1694 bis 1763. Sie ist eine bestimmte Ausformung des Barock- und Rokokostils. Der Dredner Barock wird auch als augusteischer Barock bezeichnet, da er unter dem sächsischen Kurfürsten August dem Starken und seinem Sohn Friedrich August II. seinen Höhepunkt hatte. Vorbilder für Kunst und Architektur dieser Epoche waren Frankreich und Italien. Bauwerke aus dieser Zeit sind zum Beispiel der Dresdner Zwinger und das Schloss Pillnitz.

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