Politik & Gesellschaft

Juden in Dresden : Die alte Synagoge am Hasenberg

Im 19. Jahrhundert wuchs die israelische Religionsgemeinschaft in Dresden stetig an, die privaten Synagogen wurden für die Gläubigen zu klein. Im November 1837 kaufte die Gemeinde einen Bauplatz unterhalb der Brühlschen Terrasse. Die Synagoge in Dresden wurde dann von 1838-1840 erbaut, ihr Architekt war Gottfried Semper.

Markantes Gebäude unterhalb der Brühlschen Terrasse

historische Zeichnung der Synagoge Dresden von Gottfried Semper
Die Alte Synagoge wurde von Gottfried Semper gebaut und 1840 geweiht.

Semper entscheid sich für den Typus einer byzantinischen Kreuzkuppelkirche, die innen wie außen den Charakter einer Predigt- und Versammlungsstätte erkennen ließ. Der Architekt entwarf auch die gesamte Innenausstattung. Zackenbogen und Kapitellformen - Motive aus der maurischen Kultur - sollen auf die Verschmelzung der orientalischen mit der europäischen Kultur hinweisen. Am 8. Mai 1840 konnte die Synagoge in Dresden geweiht werden.

In der "Reichspogromnacht", am 9. November 1938, wurde das Gebäude angezündet und fast vollständig zerstört. Nur einer der beiden Davidsterne von den Seitentürmen der Synagoge konnte durch einen Feuerwehrmann gerettet werden. Er wurde nach dem Krieg der Jüdischen Gemeinde zurückgegeben und schmückt heute das Dach der Synagoge auf dem Neuen Israelischen Friedhof.

Spurensuche - Jüdisches Leben in Dresden
Die Gedenkstele oberhalb des Bärenzwingers.

Den Abriss der Synagoge mussten die Dresdner Juden auf Weisung des Sächssichen Innenministeriums bezahlen. Ein Teil der Steine wurde "Am Lehmberg" in Dresden-Briesnitz verkippt, andere später für den Bau der Meißner Landstraße verwendet. Über die Sprengung der Ruine wurde ein Lehrfilm für Techniker gedreht. Der Platz der Alten Synagoge wurde mit der neuen Elbbrücke (errichtet 1967 - 1971) teilweise überbaut, die Straßenführung völlig verändert. Die Gedenkstele, die an die Verfolgung der Juden und zerstörte Semper-Synagoge erinnert, steht etwa 50 Meter entfernt an der Straßenkreuzung oberhalb des Bärenzwingers.

Quelle: Freundeskreis Dresdner Synagoge e.V.

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2011, 14:05 Uhr

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