Zug, Bus und Fahrrad
Bildrechte: MDR/L. Müller/colourbox

Regierungserklärung im Landtag Bund bremst Sachsen auf der Schiene aus

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Wirtschaftsminister Martin Dulig hat dem Bundesverkehrsministerium vorgeworfen, Sachsen bei Schienenprojekten zu benachteiligen. Die aus sächsischer Sicht wichtigsten Vorhaben seien von Bundesminister Alexander Dobrindt aufs Abstellgleis geschoben worden, sagte Dulig am Mittwoch bei einer Fachregierungserklärung im Landtag.

Aus Berlin muss endlich wieder auf Sachsen geblickt werden!

Martin Dulig Wirtschafts- und Verkehrsminister in Sachsen

Sachsen besteht auf vordringlichen Bedarf

Dulig verwies unter anderem auf den dringend notwendigen Neu- oder Ausbau beziehungsweise die Elektrifizierung der Strecken Dresden-Prag, Dresden-Görlitz und Leipzig-Chemnitz. Trotz ihrer auch europäischen Bedeutung seien sie nur als potenzieller Bedarf eingestuft worden. Der Freistaat habe hier seine Hausaufgaben erledigt und dem Bund sogar Planungsarbeit abgenommen, so Dulig. Der jetzige Stillstand im Bundesverkehrsministerium sei nicht hinnehmbar - er bremse die gute und nachhaltige Entwicklung Sachsens.

Sachsen muss endlich wieder eine Chance für eine Anbindung an das europäische Fernverkehrsnetz bekommen.

Martin Dulig Wirtschafts- und Verkehrsminister in Sachsen

Vorschläge erwartet

Dulig sieht aber auch Fortschritte bei der Mobilität in Sachsen. Verkehrspolitik werde inzwischen aus Sicht der Menschen in Sachsen gedacht, meinte Dulig. Er verwies auf die Strategiekommission zum Öffentlichen Personennahverkehr, die bis zum Jahresende konkrete Empfehlungen erarbeiten soll, wie Menschen in allen Regionen Sachsens von öffentlichen Verkehrsmitteln auf Schiene und Straße profitieren können. Das Ziel sei auch mehr Übersichtlichkeit und eine einfachere Benutzung. Dies beginne beim Ticketverkauf und setze sich bei den Netzen fort. "Fünf Zweckverbände sind zuviel", so der SPD-Politiker.

Die Mischung macht's

Bereits gearbeitet wird Dulig zufolge auch an einer Erweiterung des Radwegenetzes an Bundes- und Landstraßen. 82 der geplanten 545 Kilometer seien bereits fertig, weitere 365 in der Planung oder schon im Bau. Der Minister räumte ein, dass der bisherige Stand nicht zufriedenstellend sei. Für die Zukunft setze er auf eine Mischung aller Verkehrssysteme: Zug, Straßenbahn, Bus, Fahrrad - und auch den Individualverkehr mit dem Auto. Nur alles zusammen ermögliche den Sachsen ein selbstbestimmtes Leben - in der Stadt und auf dem Land.

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5 Kommentare

17.03.2017 16:39 Oberlausitzer 5

Die Idee einer Tunnelstrecke von Dresden nach Prag war der Todesstoß für alle anderen Schienenprojekte in Sachsen.

17.03.2017 14:59 klemmi 4

Ich schließe mich GEWY38 an, eine schnelle Lösung für Chemnitz und Südwestsachsen wäre die geplante IC-Linie von Rostock kommend zunächst bis Hof. Die Bahn plant ab 2019 eine solche einzuführen, allerdings nur bis Dresden. Wenn der Lückenschluss in Bayern vollendet ist, kann diese Linie bis München durchgezogen werden. Gleiches gilt für die Mitte-Deutschland-Linie, zeigt die Bahn dort von selbst Interesse an einer IC-Linie. Thüringen und Sachsen hätten gemeinsam mehr erreichen können. VDE 8 ist auch für Thüringen Licht und Schatten gleichermaßen.

17.03.2017 10:16 GEWY38 3

Hallo MDR, eigenartig geht es darum Städte, Sportvereine u.a. irgendwie zu kritisieren und negativ zu beurteilen stehen die Beiträge tagelang im Forum und jeder kann sich nach Herzenslust negativ, sogar bösartig austoben. Geht es aber um Probleme die die Menschen betreffen, wie die Infrastruktur, z.B. in diesem Artikel und es besteht die Gefahr, dass Politiker kritisiert werden, weil diese einfach versagt haben oder versagen ist der Beitrag sehr schnell, wie in diesem Fall nach Stunden, in der Versenkung verschwunden. Eine eigenartige Form von Journalismus.

16.03.2017 19:18 Pattel 2

Das seh ich anders nicht der Bund sondern die Landesregierung ist hauptsächlich dafür verantwortlich. Die hat doch jahrelang die Verkehrspolitik maßgebend beeinflusst und mitbestimmt.

16.03.2017 18:52 GEWY38 1

Die ganzen Forderungen die Herr Dulig aufmacht sind perspektivisch angelegt. Für SW Sachsen muss aber sofort eine Lösung her. Das braucht ja kein ICE zu sein. Aber ein IC Wagenlauf z.B. von Hof über Zwickau, Chemnitz ,Dresden , Berlin bis Rostock wäre sofort machbar. Und wenn man die Mittel für den Regioverkehr für Sachsen etwas sinnvoller verteilen würde könnte der VMS auch die Verbindung von Göttingen bis Glauchau wieder bis Chemnitz bestellen. So wie es vor Jahren schon war. Es liegt also nicht nur an der DB. Thüringen macht ja vor wie man konstruktiv mit der DB arbeiten kann. Die Mitte Deutschland Linie ist ja inzwischen bis Gera im Bau. Dann hört es aber auf. Dabei wäre gerade über diese Strecke ein Zugverkehr wie vor 1990 (Interzonenzüge) von Aachen über Chemnitz Dresden bis Görlitz (neu auch Breslau) möglich.