Ein Bus, der zum Wahllokal fährt.
Bildrechte: Collage: dpa / MDR

Bundestagswahl 2017 in Sachsen Mit dem Bus zum Wahllokal

Ein Bus, der zum Wahllokal fährt.
Bildrechte: Collage: dpa / MDR

Wenn am Sonntag der neue Bundestag gewählt wird, werden einige Sachsen für ihre Stimmabgabe einen weiteren Weg auf sich nehmen müssen als 2013. Der Grund: Die Zahl der Wahlberechtigten im Freistaat ist gesunken, laut Statistischem Landesamt von 3,41 Millionen auf 3,35 Millionen. Die Kommunen richten deshalb auch weniger Wahllokale ein. Gab es bei der Bundestagswahl 2013 noch 3.625 Urnen-Wahlbezirke, sind es diesmal knapp 100 weniger.

Drei Kilometer zur Wahlurne

Mehrere Menschen steigen in einen Bus ein.
Besonders ältere Menschen sind auf Hilfe bei längeren Wegen zum Wahllokal angewiesen. Bildrechte: dpa

Eines davon befand sich im Altenberger Ortsteil Hirschsprung. Die dort wohnenden 93 Wahlberechtigten müssen diesmal in der knapp drei Kilometer entfernten Stadt Altenberg ihren Stimmzettel in die Urne werfen. Den darüber teils wenig begeisterten Hirschsprunger Wählern wurde ein Busshuttle zum Wahllokal angeboten. Dieser wird am Sonntag zweimal fahren, wie die Stadtverwaltung MDR SACHSEN bestätigte. Es habe ausreichend Nachfragen gegeben.

Briefwahl immer beliebter

Ab in den Briefkasten: Umschlag für die Bundestagswahl
Immer mehr Sachsen sparen sich den Weg zum Wahllokal und entscheiden sich für die Briefwahl. Bildrechte: Imago

Die zweite Möglichkeit der Stimmabgabe ist die Briefwahl und hier steuert Sachsen offenbar auf einen Rekord zu. In Altenberg berichtet das Wahlbüro von einem Drittel mehr Briefwählern als bei der vorigen Abstimmung. In anderen Kommunen ist das Aufkommen ähnlich. Das dürfte auch ein Grund sein, warum die Zahl der Briefwahlbezirke in Sachsen von 552 bei der Bundestagswahl 2013 auf diesmal mehr als 600 gestiegen ist.

Die Kommunen sind laut Bundes- und Kommunalwahlordnung dazu verpflichtet, die Wahlbezirke so groß zu fassen, dass das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. In einem Brief-Wahlbezirk sollten demnach mindestens 50 Wahlbriefe eingehen. Allerdings ist der Wert eine Prognose - sollten es weniger sein, zählen die Stimmen natürlich trotzdem.

Viel Spielraum für Kommunen

Ein Wähler wirft seinen Stimmzettel in die Wahlurne.
Viele Kommunen verpflichten ihr Personal als Wahlhelfer, um den Urnengang gewährleisten zu können. Bildrechte: IMAGO

Bei den Urnen-Wahlbezirken ist dagegen keine entsprechende Mindestzahl an Wahlberechtigten vorgeschrieben, Sachsens Kommunalwahlordnung sieht lediglich eine Obergrenze von 2.500 Einwohnern vor. Jede Kommune kann also selbst entscheiden, ab wieviel voraussichtlichen Urnen-Wählern nicht mehr erkennbar ist, für welche Partei sich der Einzelne entschieden hat. Allerdings spielt bei der Entscheidung inoffiziell auch die Personalfrage eine entscheidende Rolle. Viele Kommunen haben Probleme, ausreichend Freiwillige zu finden und müssen oft fast ihren gesamten Personalbestand von der Sekretärin bis zur Kindergärtnerin aufbieten, um handlungsfähige Wahlvorstände bilden zu können.

Die kleinsten und die größten

In Sachsen müssen diesmal für insgesamt 4.138 Urnen- und Briefwahlbezirke Wahlvorstände gebildet werden. Den größten Urnen-Wahlbezirk gibt es in Zittau – hier könnten bis zu 2.400 Wahlberechtigte Schlange stehen. In Lampertswalde im Kreis Meißen werden dagegen maximal 67 Stimmzettel in der Urne landen – so viele Wahlberechtigte hat der kleinste Wahlbezirk Sachsens. Das bundesweit kleinste Wahllokal bei der Bundestagswahl 2017 befindet sich übrigens im Örtchen Keppeshausen in Rheinland-Pfalz direkt an der Grenze zu Luxemburg. Dort gibt es lediglich fünf Wahlberechtigte.

Quelle: MDR/stt

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.09.2017 | Regionalinformationen aus dem Studio Dresden | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2017, 13:57 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Wahlhelfer öffenen Briefumschläge um die Briefwahlstimmen auszuzählen
Bildrechte: dpa