Sachsen : Neuer Polizeipräsident sieht Kampf gegen Grenzkriminalität als Schwerpunkt
Sachsens neuer Landespolizeipräsident Rainer Kann will den Kampf gegen Grenzkriminalität verstärken. Am Rande seiner Amtseinführung sagte der 57-jährige Niedersachse am Donnerstag: "Wir werden allen Themen, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigen, gehörige Aufmerksamkeit widmen. Ein Leben in Freiheit bedeutet immer ein Leben in Sicherheit." Er nehme deshalb jede Form von subjektivem Sicherheitsempfinden ausgesprochen ernst. Dazu gehöre auch die grenzbezogene Kriminalität.
Keine Aussagen zu konkretem Reformbedarf
Zum Reformbedarf bei deutschen Sicherheitsbehörden, insbesondere nach den Pannen bei den Ermittlungen gegen das Zwickauer Terrortrio, äußerte sich Kann nicht konkret. "Reformbedarf ist da, wo wir feststellen, dass wir etwas besser machen können." Generell gelte für Veränderungen in Organisationen, dass man damit etwas verbessern sollte. Aber zunächst müsse man identifizieren, wo dieser Bedarf besteht. "Die Frage, was man an generellem Reformbedarf in den deutschen Sicherheitsbehörden anpacken sollte, sollte auch zunächst einmal meinem persönlichen Eindruck vorbehalten bleiben." Der studierte Jurist begann seine Karriere im Bundesamt für Zivilschutz, war Polizeipräsident in Potsdam und später in verschiedenen Funktionen im Bundesinnenministerium tätig.
Vorgänger Merbitz nach Leipzig versetzt
Kann ist Nachfolger von Bernd Merbitz, der zum 1. Oktober als Polizeipräsident nach Leipzig versetzt wurde. Das Verhältnis zwischen Sachsens Innenminister Markus Ulbig und Merbitz war seit Monaten belastet. So soll es Streit über die forschen und öffentlichkeitswirksamen Auftritte des Landespolizeipräsidenten gegeben haben. Merbitz sah sich auch mit Vorwürfen des Innenministeriums konfrontiert, Dienstfahrten nicht korrekt abgerechnet zu haben. Er bestritt dies vehement. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen ein, weil es keinen hinreichenden Tatverdacht gab. Zudem hatte sich Merbitz auch kritisch zur Polizeireform geäußert.
Merbitz erwarb sich vor allem Verdienste und überregionales Ansehen im Kampf gegen Rechtsextremismus.
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