Landgericht Chemnitz : Bankräuber nach 19 Jahren verurteilt
Für einen Banküberfall vor 19 Jahren muss ein Mann aus Annaberg-Buchholz nun doch noch ins Gefängnis. Das Landgericht Chemnitz verurteilte den 42-Jährigen am Montag wegen schwerer räuberischer Erpressung zu drei Jahren und drei Monaten Haft.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann am 13. Januar 1994 zusammen mit zwei Komplizen eine Sparkasse bei Annaberg-Buchholz überfallen und 74.000 D-Mark erbeutet hat. Er hatte die Tat bereits bei seiner Verhaftung im Jahr 1994 gestanden. Gegen Auflagen wurde er wenige Wochen später freigelassen, setzte sich ins Ausland ab und verschaffte sich eine neue Identität.
Geldüberweisung überführte Bankräuber
Der gelernte Bäcker erklärte jetzt vor Gericht, er habe sich damals mit seinem noch gültigen DDR-Pass ins Ausland abgesetzt. Er habe zunächst in Holland, später in Frankreich und Portugal gelebt. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Tellerwäscher und Schiffsjunge. Helfer hätten ihm einen britischen Pass besorgt. Wie er weiter ausführte, setzte er sich 2004 schließlich nach Thailand ab, wo er zuletzt eine Tauchschule betrieb.
Im Oktober vergangenen Jahres spürten Zielfahnder des Bundeskriminalamtes den Mann schließlich auf. Er wurde nach Deutschland ausgeliefert, wo er seit Dezember in Untersuchungshaft saß. Die Ermittler sind dem Bankräuber durch eine Geldüberweisung seines Vaters auf die Spur gekommen. Er selbst bezeichnete seine Verhaftung nach 18 Jahren Flucht als eine "Erlösung".
An den Überfall konnte sich der 42-Jährige noch gut erinnern. Er sei der Fahrer des Fluchtautos gewesen, das er zwei Tage vor der Tat gestohlen und in einem Wald versteckt hatte. Die Beute sei gedrittelt worden. Als Motiv für den Überfall gab er vor Gericht Geldnot an. Von seinem Anteil in Höhe von 22.000 D-Mark habe er Schulden beglichen und sich ein Auto gekauft.
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