Kriminalität : Neue Großrazzia gegen Rockerklubs
Sicherheitskräfte sind am Dienstag erneut in mehreren Bundesländern gegen Rockerklubs vorgegangen. An der groß angelegten Razzia in Brandenburg, Berlin Sachsen und Nordrhein-Westfalen nahmen rund 800 Beamte teil. Wie die Polizei in Brandenburg und die Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Oder mitteilten, wurden sechs Verdächtige festgenommen, zwei davon im vogtländischen Plauen. Ein weiterer Mann wurde am Mittwochmorgen im Nachgang der Razzien in Sachsen verhaftet.
Die Aktion richtete sich demnnach gegen mutmaßliche Mitglieder der rivalisierenden Rockergruppen "Hells Angels" und "Gremium MC". Sie sei unter anderem eine Reaktion auf zwei Zwischenfälle im brandenburgischen Königs Wusterhausen Ende Dezember 2011 gewesen. Dort waren zwei Menschen niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden - ein 26 Jahre alter Rocker und ein 16 Jahre alter Schüler, der zufällig zwischen die Fronten geraten sein soll. Ermittelt werde wegen versuchter Tötung.
Bei der Razzia wurden den Angaben zufolge am frühen Morgen 52 Wohnungen und Vereinsheime durchsucht, um Haftbefehle zu vollstrecken und Beweise über den Ablauf der Taten und die Beteiligte zu sichern. Außerdem sollten zusätzliche Informationen zu mutmaßlich kriminellen Aktivitäten gesammelt werden.
Rocker schon länger im Visier der Ermittler
Schwerpunkte waren Frankfurt/Oder und das brandenburgische Fürstenwalde. Durchsuchungen gab es auch in Berlin, im sächsischen Plauen und in Duisburg - wegen der vermuteten Gewaltbereitschaft der Rocker meist mit Beteiligung von Spezialeinsatzkräften der Polizei. Bei Chemnitz etwa sei ein ganz besonders stark befestigtes Klubgelände gestürmt worden.
Die Beamten stellten nach eigenen Angaben zahlreiche Computer und Datenträger sicher. Außerdem seien etwa 20 Messer, Macheten und andere Hieb-, Stich- und Schlagwaffen gefunden worden. Die kriminaltechnische Untersuchung der Beweismittel werde "längere Zeit" dauern.
Wegen mutmaßlicher krimineller Aktivitäten und gewalttätiger Machtkämpfe sind die Rockerklubs derzeit verstärkt im Visier der Behörden. In den vergangenen Monaten gab es in mehreren Bundesländern schon Großrazzien bei den "Hells Angels", den "Bandidos" und dem "Gremium MC", die zumindest zum Teil der organisierten Kriminalität zugerechnet werden. Sie sollen im Rotlicht-Milieu sowie im Drogen- und Waffenhandel aktiv sein und ihre Revierkonflikte gewaltsam ausgetragen haben. Dabei soll es Verletzte gegeben haben und auch schon Mordanschläge. Mehrere regionale Ableger wurden bereits verboten. Die Rocker bestreiten jedoch eine Verwicklung in Verbrechen.
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