Vor 20 Jahren Zusammenarbeit besiegelt : Sachsen und Tschechien feiern Partnerschaft
Sachsen und die Tschechische Republik feiern heute das 20-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich kam dazu in Prag zu Arbeitsgesprächen mit Regierungschef Petr Necas und dem tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg zusammen. Tillich lobte in Prag das Verhältnis beider Länder: "Mit keinem anderen Staat pflegt der Freistaat Sachsen so gute Beziehungen wie mit der Tschechischen Republik".
Am Nachmittag verlieh Tillich dem tschechischen Außenminister Schwarzenberg den Sächsischen Verdienstorden. Er wurde damit für seine Verdienste um die Beziehungen beider Länder geehrt. Außerdem setzt sich Schwarzenberg seit Jahrzehnten für die Durchsetzung von Menschen- und Bürgerrechten ein.
Handelsvolumen beträgt 4,4 Milliarden Euro
Am 5. Dezember 1992 hatten Sachsens damaliger Ministerpräsident Biedenkopf und der heutige tschechische Präsident Václav Klaus eine Zusammenarbeit vereinbart. Inzwischen ist das Nachbarland mit 4,4 Milliarden Euro Handelsvolumen der zweitgrößte Handelspartner Sachsens nach China. Das Außenhandelsvolumen hat sich damit nach Angaben der Landesregierung seit 1993 mehr als verzehnfacht. Rund 700 sächsische Unternehmen sind mit tschechischen Firmen vernetzt oder im Nachbarland präsent.
Zu den Erfolgen der Zusammenarbeit zählt die sächsische Landesregierung auch die schnellere Anbindung zwischen den Ländern. Seit 2006 führt eine Autobahn von Dresden nach Prag, allerdings fehlt auf tschechischer Seite noch ein Teilstück. Gelobt werden zudem im Naturschutz und im kulturellen Bereich. Zudem arbeiten 81 Hochschulen und 102 Schulen zusammen. In Pirna lernen Kinder und Jugendliche aus beiden Ländern am bilingualen Schiller-Gymnasium und die Hochschule Görlitz bietet einen trilateralen Studiengang als Abschluss der Neiße-Universität an. Unzufrieden ist Sachsen mit den Prager Plänen zum Bau einer Elbe-Staustufe bei Decin. Der Freistaat fürchtet zu große Auswirkungen auf die Umwelt. Dass die Vorwarnzeiten seit der Flutkatastrophe 2002 halbiert werden konnten, wird als Erfolg verbucht.
Seit Juni Verbindungsbüro in Prag
Im Juni 2012 eröffnete Sachsen ein Verbindungsbüro in Prag, um die Beziehungen ins Nachbarland auszubauen. Das Büro befindet sich in der Prager Altstadt im Wendischen Seminar nahe der Karlsbrücke. Mit dem Büro sollen Unternehmer beider Länder zusammengebracht und die grenzüberschreitende Ausbildung ausgebaut werden. Ministerpräsident Stanislaw Tillich sagte bei der Eröffnung, für die Sachsen sei Prag näher als Berlin. Geleitet wird das Verbindungsbüro von der ehemaligen sächsischen Kultusministerin Stefanie Rehm.
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