Sachsen

Schloss Rochlitz : Archäologen entdecken Spuren aus dem Mittelalter

Bei Ausgrabungen im Hof des Schlosses Rochlitz sind Reste einer mittelalterlichen Bebauung entdeckt worden. Wie das Landesamt für Archäologie am Freitag mitteilte, stammen die ältesten Funde vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Die ursprünglichen Gebäude fielen den Spuren zufolge wahrscheinlich einem Brand zum Opfer.

Bedeutender Sitz der Wettiner

Bei Ausgrabungen auf Schloss Rochlitz entdeckte Mauerreste aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Am Freitag präsentierten die Landesarchäologen erstmals ihre Funde.

Nach Aussage von Landesarchäologin Regina Smolnik geben die gefundenen Mauerreste neue Aufschlüsse über die Gestalt der damaligen Burg und die Funktion der Gebäude. Über das damalige Leben könne wiederum zahlreiche Kleinfunde wie Keramik, Beschläge und Reste von Kinderspielzeug Auskunft geben. Schloss Rochlitz gehört zu den ältesten Bauwerken in Sachsen. Seine Geschichte reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück, als die Reichsburg Rochlitz zum Burgensystem in der Mark Meißen gehörte und den Mittelpunkt des gleichnamigen Burgwardbezirks bildete. Ihre Blütezeit erlebte die Anlage vom 14. bis 17. Jahrhundert. Damals dient sie als Residenz der Wettiner sowie als Witwensitz und Jagdschloss.

Archäologen unter Zeitdruck

Bei Ausgrabungen auf Schloss Rochlitz entdeckte Mauerreste aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Die Mauerreste werden noch ein Stück freigelegt und dokumentiert, bevor sie wieder unter dem Boden des Schlosshofs verschwinden.

Der Freistaat hat bisher mehr als 19 Millionen Euro in die Erhaltung und Sanierung von Schloss Rochlitz investiert. Derzeit werden der Schlosshof, das westliche Querhaus und die Außenanlagen für 1,2 Millionen Euro hergerichtet. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beendet werden. Die Archäologen müssen sich deshalb mit der Untersuchung aller noch nicht erforschten Hofbereiche beeilen. Das Landesamt spricht dabei von der bedeutendsten archäologischen Grabung auf einer sächsischen Burg neben dem Burgberg in Meißen. Die bisher entdeckten Funde reichen nach Aussage von Grabungsleiterin Angelika Salmen über acht Jahrhunderte hinweg.

Dauerausstellung ab kommendem Jahr

Derzeit werden im Schlosshof noch weitere Gebäude-Grundmauern freigelegt. Sie werden aber wieder unter der Erde verschwinden, denn der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement plant keine sichtbare Konservierung. Ihre Dokumentation in Form von Plänen, Fotos und Modellen soll aber einen Platz in der künftigen Dauerausstellung auf Schloss Rochlitz finden. Die Eröffnung ist für April 2013 geplant.

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2012, 19:39 Uhr

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