Sachsen

Nach Sanierung für 1,9 Millionen Euro : Weißenfelser Schütz-Haus wieder offen

Mit einem Festakt ist am Freitag in Weißenfels das Wohnhaus des Komponisten Heinrich Schütz wiedereröffnet worden. Das historische Gebäude wurde in zweijähriger Arbeit für rund 1,9 Millionen Euro weitestgehend wieder in den Originalzustand versetzt.

Wie die Geschäftsführerin des Heinrich-Schütz-Hauses, Henrike Rucker, mitteilte, bietet eine neue Dauerausstellung jetzt Einblick in Werk und Leben von Schütz, der wie kein anderer in Deutschland mit seinen Kompositionen die Kirchenmusik der Reformation geprägt hat. Unter dem Motto "... mein Lied in meinem Hause" sind auf drei Etagen und rund 400 Quadratmetern etwa 300 Objekte zu sehen, darunter Frühdrucke von Schütz, Musikinstrumente und Bilder, aber auch Gegenstände aus seinem Haushalt. Hauptattraktion sollen drei etwa 350 Jahre alte Handschriftenfragmente von Schütz sein. Die Ausstellung hat 577.000 Euro gekostet.

Seit 2006 im Blaubuch der Bundesregierung

Heinrich Schütz
Schütz verbrachte seinen Lebensabend in Weißenfels.

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh bezeichnete es als "ungeheures Glück", dass die authentische Wirkungsstätte des Musikers erhalten geblieben sei und nun in ihrer historischen Raumstruktur erfahrbar werde. Das Schütz-Haus ist nach den Worten von Geschäftsführerin Rucker die deutschlandweit einzige originale Wohn- und Arbeitsstätte eines Komponisten aus der Barockzeit. Das Gebäude stehe im Blaubuch der Bundesregierung als ein "Kultureller Gedächtnisort mit besonderer nationaler Bedeutung".

Schütz kaufte das dreistöckige, damals rund 100 Jahre alte Gebäude 1651. Der Musiker verbrachte in Weißenfels seine Jugend und den Lebensabend.

Mitteldeutschland feiert Heinrich Schütz

Doch nicht nur in Weißenfels wird dieser Tage an Schütz erinnert. Am Freitagabend wurde in Dresden das diesjährige "Heinrich Schütz Musikfest" eröffnet. Unter dem Motto "Eine feste Burg" werden bis zum 21. Oktober mehr als 40 Veranstaltungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen den Bogen von der Musik zu Luthers Zeiten bis zur Musik von heute schlagen. Veranstaltungsorte sind neben Dresden und Weißenfels auch Bad Köstritz und Gera. Im vergangenen Jahr besuchten rund 4.400 Menschen das Musikfest.

Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2012, 21:10 Uhr

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Heinrich Schütz

Heinrich Schütz (1585-1672) zählt zu den bekanntesten Komponisten des Frühbarock. Er kam im thüringischen Köstritz zur Welt und verbrachte seine Kindheit in Weißenfels. Nach einer musikalischen Ausbildung in Kassel und Venedig ging er 1615 nach Dresden und wurde wenig später Hofkapellmeister des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen. Schütz starb am 6. November 1672 in Dresden. Seine Kompositionen waren im Schatten von Johann Sebastian Bach oder Georg Friedrich Händel lange Zeit in Vergessenheit geraten. Musikexperten sehen ihn jedoch als ersten deutschen Musiker von europäischem Rang an.

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