Bildung : Mehr als 100 sächsische Schulen ohne Leitung
In Sachsen sind viele Schulen derzeit führungslos. Wie die stellvertretende Sprecherin des Ministeriums, Susann Meerheim, mitteilte, sind 118 Schulleiterstellen momentan nicht besetzt. Bei insgesamt 1.387 Schulen im Freistaat, die sich in öffentlicher Trägerschaft befinden, entspricht das einem Anteil von knapp neun Prozent. An diesen Schulen würden kommissarische oder stellvertretende Leiter die Posten übernehmen.
Meerheim sagte, die Anzahl der Bewerber sei bei den einzelnen Schularten sehr unterschiedlich. Während bei Beruflichen Schulzentren, Gymnasien und Mittelschulen meist mehrere Bewerber miteinander konkurrierten, fehle es bei Grundschulen und Förderschulen oft an Bewerbungen. Meerheim erklärte, dass sehr sorgfältig geprüft werde, ob die Ausschreibung wiederholt und die Beschränkung auf Bewerber aus dem sächsischen Schuldienst gegebenenfalls aufgehoben wird.
Direktorensuche braucht Zeit
Als eine der Ursachen für die Vielzahl fehlender Schulleiter verwies Meerheim auf den Zeitverzug, den die Nachbesetzung beim Ausscheiden von Schulleitern mit sich bringt. Neben dem Alter scheiden Direktoren laut Meerheim auch wegen Krankheit, Abordnung, Standortunsicherheiten von Schulen oder aus persönlichen Gründen aus dem Dienst. Dem Kultusministerium zufolge werden jedes Jahr in Sachsen rund 100 bis 120 Stellen für Schulleiter und Stellvertreter ausgeschrieben.
Das Problem Direktorenmangel in Sachsen ist nicht neu. Bereits 2011 konnten einige Stellen nicht besetzt werden. Damals fehlten an 50 Schulen Schulleiter.
Direktorenmangel ist bundesweites Problem
Schulleiter fehlen nach Angaben der Nachrichtenagentur dapd aber nicht nur in Sachsen, sondern bundesweit. In Nordrhein-Westfalen ist das Problem den Angaben zufolge am größten. Dort fehlen rund 1.200 Schulleiter. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) fordert deshalb die Politik auf, zu handeln und die Bedingungen für Schulleiter zu verbessern. Die Vize-Bundesvorsitzende der GEW, Marianne Demmer, kritisierte vor allem die Arbeitsbelastung für Schulleiter an kleineren Grund- und Hauptschulen. Die Stellen dort seien für den anfallenden Arbeitsaufwand vergleichsweise schlecht bezahlt. Laut Demmer gibt es einfach zu wenige Interessenten.
