2. Sächsischer Tag der Schulverpflegung : Diskussion um Schulspeisung entbrannt
Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß hat sich für eine bessere Verpflegung in den Schulen ausgesprochen. Zum Auftakt des 2. Sächsischen Tages der Schulverpflegung im Dresdner Vitzthum-Gymnasium sagte Clauß, es bringe nichts, wenn die Kinder viel über gesunde Ernährung wüssten, aber dennoch zu süß, zu fettig oder zu viel Fleisch essen. "Für einen gesundheitsfördernden Lebensstil ist eine vernünftige Schulversorgung unerlässlich", sagte Clauß. "Aktuelle Studien zeigen uns, dass wir bei diesem Thema Nachholbedarf haben. Zwar wird in nahezu allen sächsischen Schulen ein warmes Mittagessen angeboten. Reserven bestehen jedoch noch bei der Ausgewogenheit des Speisenangebots."
Verein forderte Gesetz für Schulverpflegung
Das Deutsche Netzwerk für Schulverpflegung geht bei seinen Forderungen weiter. Vereinsvorsitzender Michael Polster sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, nötig sei ein Gesetz für das Essen in Schulen und Kindertagesstätten. Darin müssten Qualitätsstandards festgeschrieben sein. Wer diese nicht einhalte, dürfe kein entsprechendes Essen anbieten. Die Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit, als mehr als 10.000 Kinder und Jugendliche nach dem Verzehr von Schulessen an Brechdurchfall litten, kommen für Polster nicht überraschend. "Heutzutage kann sich jeder einen Gewerbeschein holen und kann Schulverpflegung machen. Damit entsteht ein großer Kostendruck und durch den Kostendruck haben wir die Situation, dass effektiv durch die Caterer eingekauft werden muss." Der Verein fordert zudem, dass die Verpflegung in der Schule Teil des Bildungsplans wird. Derzeit werde beim Schulessen vor allem über den Preis diskutiert, kritisierte Polster. Das greife zu kurz.
Grüne fordern Schulküchen
Veranstalter des Tags der Schulverpflegung ist die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Sachsen. Sie stellt sowohl verschiedene Informationen als auch zahlreiche Mit-Mach-Angebote in den Mittelpunkt ihrer Aktionen. Ziel des Aktionstags ist es, Schülerinnen und Schülern eine gesundheitsfördernde Ernährung schmackhaft zu machen. Gleichzeitig werden der Öffentlichkeit und den Essenanbietern Qualitätsstandards für die Verpflegung vermittelt.
Die Grünen im Sächsischen Landtag forderten zum Tag der Schulspeisung, das Konzept der Versorgung komplett zu überdenken. Der verbraucherpolitische Sprecher, Michael Weichert, erklärte, bei anstehenden Schulneubauten oder Sanierungen sollte geprüft werden, ob die Schulen mit Küchen ausgestattet werden können. "Die Schüler sollten dort mindestens ein Teil des Essens, zum Beispiel Salate oder Obst, selbst fertigen." Weichert forderte Sozialministerin Clauß außerdem auf, Eltern zu helfen, die jetzt den Essenanbieter wechseln wollen. "Die Ministerin sollte juristisch prüfen lassen, ob die Bedingungen für außerordentliche Kündigungen der Schulessenverträge vorliegen und dieses Gutachten den Schulleitungen und Elternräten zur Verfügung stellen."
Vor zwei Wochen waren Tausende Mädchen und Jungen durch verseuchtes Schulessen am Norovirus erkrankt. Als Auslöser wurden Tiefkühl-Erdbeeren aus China ausgemacht.
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