Sachsen

Stadtratsbeschluss : Seifhennersdorf will Schule in Eigenregie betreiben

Seifhennersdorf will seine Mittelschule künftig komplett in Eigenregie betreiben. Das hat der Stadtrat am Donnerstag mit großer Mehrheit beschlossen. Bürgermeisterin Karin Berndt sagte, ein entsprechender Antrag soll nächste Woche ans Kultusministerium geschickt werden."Wir bekennen uns zur Schule und wollen die Verantwortung übernehmen", sagte Berndt. Ihrer Meinung nach gibt es für diese Einrichtung, entgegen der Auffassung des Freistaates, Bedarf, was steigende Schülerzahlen und der Protest der Eltern zeigten. "Wenn sich der Freistaat der Schule entledigen will, übernimmt die Aufgabe eben die Stadt."

Kommune will mit Land verhandeln

Aus dem Kultusministerium hieß es am Freitag, rein rechtlich sei es nicht möglich, eine Kommune als Schulträger anzuerkennen. Das bleibe dem Land oder den Kreisen vorbehalten. Bürgermeisterin Berndt will mit dem Freistaat dennoch über eine Lösung verhandeln. Derzeit unterhält und finanziert die Stadt die Schule, der Freistaat schickt und bezahlt die Lehrer. Ohne Lehrer gebe es keinen Unterricht, dann sei der Stadtrat zur Schließung gezwungen, erklärte Berndt.

Das Kultusministerium hatte die Bildung einer fünften Klasse in Seifhennersdorf untersagt, weil die Mindestschülerzahl nicht erreicht worden ist. Das Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte dem Ministerium recht gegeben. Aus Protest gegen diese Entscheidung organisierten Eltern von mehr als 20 Fünftklässlern einen eigenen Unterricht mit pensionierten Lehrern.

Eltern müssen Bußgelder zahlen

Die Eltern müssen jetzt dafür Bußgelder bezahlen. Das Landratsamt Görlitz hat erneut Bescheide an die betroffenen Eltern geschickt. Nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN beläuft sich die Summe auf inzwischen mehr als 600 Euro. Die ersten Bußgeldbescheide über rund 100 Euro seien Anfang Oktober ausgestellt worden. Weil der Protestunterricht fortgesetzt wurde, erging den Eltern nun ein zweiter Bescheid. Jetzt sollen sie weitere 500 Euro zahlen.

Aufgeheizte Stimmung

Die Emotionen in der Region schlagen inzwischen sehr hoch. Am Wochenende waren die Plakate der Bürgerinitiative zum Erhalt der Schule angezündet worden. Elternsprecher Andreas Herbig geht allerdings davon aus, dass Vandalismus und keine politischen Gründe dahinter steckt. Der Sprecher der Bildungsagenur, Béla Bélafi, gab zu bedenken, dass die Fünftklässler derzeit keine Zensuren bekommen und ihre Versetzungen damit gefährdet sein könnten. Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Eibau, Michael Görke, forderte die Eltern auf, dem Urteil Folge zu leisten. Im Interesse der Kinder könne es so nicht weitergehen, sagte er dem SACHSENSPIEGEL.

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2012, 16:40 Uhr

13. Enrico Pelocke:
@12: Erklären Sie mir bitte in verständlicher Form, warum Sie meine Kommentare als wirren und unqualifizierten Mist und verworrenen Käse bezeichnen. Dann bin ich bereit, über eine Korrektur nachzudenken. Unqualifiziert sind die Gesetze und Behördenentscheidungen für schülerfeindliche Bildungspolitik. Ich korrigiere mich: Das Gericht bestätigte die Ministeriumsentscheidung, keine 5. Klassen in Seifhennersdorf zu unterrichten. Das Landratsamt verschickte die Bußgeldbescheide. Mein Fehler war, ich dachte nur an letzteres.
21.10.2012
15:04 Uhr
12. genervter:
@Enrico Pelocke: Selten so einen wirren und unqualifizierten Mist gelesen, wie in Ihren Kommentaren. Und Zitat: "Das Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte dem Ministerium recht gegeben." Also hat doch ein Gericht entschieden...?! Man kann ja in der Sache denken was man will, aber so einen verworrenen Käse zu schreiben...
21.10.2012
12:40 Uhr
11. Enrico Pelocke:
@Codo: Gerichte haben das nicht entschieden, sondern das Landratsamt Görlitz. Die Schule in Seifhennersdorf wird weiter betrieben, aber ohne die 5.Klassen. Also 2 Klassen weniger + mehr Schülerverkehr, der bezahlt werden muß. Ist das rentabler??? Nächstes Jahr gibt es vielleicht+hoffentlich wieder genug Schüler für 5. Klassen in Seifhennersdorf. Dann müssen nur die Schüler eines Jahrgangs von Seifhennersdorf in verschiedene Schulen verteilt werden. Das ist unnötig teuer. So ein Unsinn kann nur der sächsischen CDU einfallen. Vielleicht steckt eine starke Buslobby hinter diesen Entscheidungen. Daran sieht man, daß man sich nach diesen Bestimmungen gar nicht richten kann und die Sache in die eigenen Hände nehmen muß. Volksvertreter, Versicherungsvertreter, Staubsaugervertreter… verkaufen, wonach sie heißen. Demokratie heißt Volksherrschaft. Hier ist aber nur Scheindemokratie. Diäten sind wichtiger als Kinder+Bildung. Jeder muß selbst was dagegen tun, daß immer die falschen gewählt werden.
20.10.2012
19:44 Uhr
10. Codo:
Die Bestimmungen hierzu gelten auch für die Schüler von Seifhennersdorf. In welchem Chaos landen wir denn, wenn dies überall so geregelt würde?? Es ist natürlich einfacher sich mit den "armen Eltern" zu solidarisieren, aber wenn sogar Gerichte das eindeutig entscheiden muss mal Schluss mit diesem Unsinn sein! Übrigens: Die Kinder werden sich bestimmt bei ihren einsichtslosen Eltern bedanken, dass sie womöglich wegen deren Beharrlichkeit im Gesetzeverstoßen eine Klasse wiederholen müssen...
20.10.2012
11:13 Uhr
9. Codo:
Lieber N, schön, dass Sie das begriffen haben und uns erleuchten. Aber die Zeit ist in dem Punkt nicht schnelllebiger als früher, denn die Wahlperioden sind die gleichen. Und in einer repräsentativen Demokratie entscheiden nunmal die, welche die Mehrheit des Volkes gewählt hat. Es ist dann einfach für das Ganze nicht hinnehmbar, dass immer irgendwo (jaja, die kleinen gallischen Dörfer...) es selbsternante Weltverbesserer gibt, die meinen das in die eigenen Hände nehmen zu müssen und somit gegen diese Mehrheit agieren. Es ist doch nun mal so, dass sich der Betrieb einer Schule nur ab einer bestimmten Zahl von Schülern wirtschaftlich gestalten lässt und wenn der erste hier ausschert, machen dies auch andere. Und das soll dann die Allgemeinheit wieder bezahlen?! Nein!
20.10.2012
11:13 Uhr
8. Gerd:
Herrn Pelocke kann man nur unterstützen in seiner Meinung,genauso Herr Arndt.Es ist an der Zeit die Eltern zu unterstützen und diese Schulpolitik der Möchtegernpolitiker aus diesem Lande zu entfernen.Mal sehen was die nächste Wahl in dieser Region bringen wird.Ein Aufruf an die Eltern: HALTEN SIE DURCH!
20.10.2012
09:30 Uhr
7. N.:
@5. Codo: Wie schnelllebig ist die Zeit heute? Der gewählte Volkvertreter passt sich der schnelllebigen Zeit an und entscheidet, wie er entscheiden muss, ansonsten ist er weg. Demokratie ist - das Volk hat sich nach den Volksvertretern zu richten und nicht andersrum. Genau das ist Demokratie!!! Versprechen - und Versprechen halten? Einmal gewählt - gleich Freibrief! Die Meisten haben es in D bis heute nicht begriffen, wie der Hase läuft und das ist traurig!
19.10.2012
19:57 Uhr
6. Weigel:
Mein Respekt gehört den mutigen Eltern. Einmal mehr zeigt sich das die sture Bürokratie für Schulplanungen im ländlichen Raum nicht taugt. Man kann nicht gleiche Maßstäbe für Klassenstärken, wie in Ballungsräumen ansetzen. Es kann nicht sein, daß wir Kinder mit Schülerverkehren teilweise stundenlang am Tag durch die Gegend fahren, während intakte Schulgebäude dem Verfall preisgegeben werden. Ich glaube auch nicht daran, daß dies aus Kostengründen sinnvoll ist, wenn man alle Kosten ehrlich benennt. Ganz zu schweigen davon, daß jede Ausgabe für Bildung gut angelegtes Geld ist.
19.10.2012
12:09 Uhr
5. Codo:
@Reiner Arndt: Demokratie heißt aber auch, dass man sich an die Beschlüsse der gewählten Volksvertreter zu halten hat. Und wenn bereits Bußgelder ausgesprochen und sogar ein Gericht dieses bestätigt hat, dann sollte jeder selber überlegen wie klug er ist...
19.10.2012
10:18 Uhr
4. gitte:
DAS DARF DOCH WOHL NICHT WAHR SEIN !!!! Mehr Worte finde ich nicht, denn ich bin sprachlos...
19.10.2012
09:50 Uhr

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