1.700 EC-Karten gesperrt : Neue Skimmingfälle in Dresden
Die Dresdener Kriminalpolizei ermittelt zu zwei neuen Skimmingfällen an Geldautomaten der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Im Hechtviertel und im Stadtteil Klotzsche spähten Unbekannte im Juni Daten von EC-Karten aus. Anschließend hoben die Täter im Ausland Geld ab. Mehr als 100 Kunden sind nach Angaben der Sparkasse bisher betroffen. Der Schaden liege bisher im sechsstelligen Bereich. Den Kunden werde ihr Geld ersetzt.
Wie das Geldinstitut weiter mitteilte, wurden vorsorglich die EC-Karten von 1.700 Kunden für die Benutzung im Ausland gesperrt. Damit soll verhindert werden, dass Geld mit gefälschten EC-Karten abgehoben werden kann.
Polizei rechnet mit weiteren Angriffen
Der Sprecher der Sparkasse, Andreas Rieger, sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, es sei der erste Angriff seit zwei Jahren. "Es war für die Sparkasse ein Überraschungsangriff, genauso wie auch für die Polizei." Rieger rief alle Kunden auf, besonders vorsichtig zu sein. Sie sollten sich die Geldautomaten genau ansehen. "Da darf man auch mal an allen Teilen rütteln, wenn einem etwas seltsam vorkommt. Es kann nichts kaputtgehen." Wer etwas Verdächtiges entdeckt, sollte sofort die am Geldautomat befindliche Servicenummer wählen. "Wir kümmern uns auch um den Schadenersatz", versichert Rieger. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es dennoch nicht geben. Das zeigten die Fälle in Dresden. Die Sparkasse habe die Geräte für mehrere Millionen Euro umgerüstet und dennoch sei es zu neuen Skimming-Attacken gekommen.
Kriminalhauptkommissar Christoph Viertel rechnet nach den jüngsten Fällen in Dresden mit weiteren Manipulationsversuchen: "Die Täter waren erfolgreich", sagte er dem Sender. "Das heißt, sie haben einen Anreiz, es erneut zu versuchen. Wir sind in Alarmbereitschaft." Auch Viertel rief alle Kunden zu besonderer Wachsamkeit auf.
Skimming-Gefahr auch im Einzelhandel
Unterdessen droht Bankkunden offenbar nicht nur an Geldautomaten die Gefahr, dass ihre Kontodaten und die Geheimnummer ausspioniert werden. Nach Recherchen des ARD-Magazins "Monitor" sind auch die Kartenterminals im Einzelhandel nicht ausreichend gegen die Manipulation gesichert. In einem Versuch zeigten IT-Experten auf, dass sie die Daten von EC-Karten auslesen können, während die Kunden beispielsweise im Supermarkt bezahlen. Betroffen sind auch die Geräte des Branchenführers VeriFone. 300.000 Geräte dieser Firma stehen derzeit in deutschen Geschäften.
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