Sachsen

Schulpolitik in Sachsen : Lehrerverband: Lob für Colditz nach Rücktritt

Der Sächsische Lehrerverband hat mit Bedauern und Kritik auf den Rücktritt des bildungspolitischen Sprechers der CDU, Thomas Colditz, reagiert. Der Politiker habe stets die hervorragende Arbeit der Lehrer als Ursache für die Bildungserfolge Sachsens in internationalen und nationalen Vergleichsstudien hervorgehoben, erklärte SLV-Chef Jens Weichelt. 2010 sei Colditz entgegen der Linie des Finanzministeriums für die Rückkehr der Lehrer zur Vollbeschäftigung eingetreten, habe konsequent für Neueinstellungen und eine höhere Attraktivität des Lehrerberufs gekämpft. Der Verband äußerte deshalb Verständnis dafür, dass Colditz die Sparpolitik im Schulbereich und die FDP-Pläne zur Oberschule nicht mittragen wolle.

Landesweiter Lehrerstreik am Freitag

Der Lehrerverband verwies auf ein Telefonat seines Landesvorsitzenden Jens Weichelt mit Colditz wenige Tage vor dessen Rücktritt. Darin hatte der Bildungspolitiker den Entwurf der Staatsregierung zum Doppelhaushalt scharf kritisiert. In dem Entwurf werde Personalabbau bei steigenden Schülerzahlen lediglich zeitlich auf die Jahre nach der Landtagswahl 2014 gestreckt. Geld für höherwertige Lehrerstellen oder Gehaltsanpassungen an das Niveau anderer Bundesländer seien ebenso wenig eingeplant wie Mittel, um den Lehrerberuf attraktiver zu gestalten.

Angesichts dieser Aussagen sieht sich der SLV darin bestärkt, seinem Unmut über die Bildungspolitik der schwarz-gelben Koalition lautstark Luft zu machen. Er hat gemeinsam mit seiner Spitzenvertretung dbb tarifunion und der Gewerkschaft GEW für kommenden Freitag zu einem landesweiten Warnstreik aufgerufen. Bereits am Mittwoch soll es eine Mahnwache vor dem Kultus- und Finanzministerium in Dresden geben.

Liberale steuern ihren Bildungskurs unbeirrt weiter

Holger Zastrow, FDP, Fraktionsvorsitzender im Sächsischen Landtag
Für Holger Zastrow ist der Kampf gegen den Lehrermangel nur eine von vielen Baustellen.

Die FDP sieht trotz der angekündigten Lehrerproteste und des Rücktritts von Colditz keinen Änderungsbedarf an ihren Schulreformplänen. Parteichef Holger Zastrow sagte, in der Regierung bestehe völliger Konsens über den Umbau der Mittel- zur Oberschule. Sachsen müsse im bundesweiten Wettbewerb Bildungsspitze bleiben. Deshalb könne man sich nicht nur auf die Bekämpfung des Lehrermangels konzentrieren, meinte Zastrow. Colditz hatte gerade diese Haltung beim liberalen Koalitionspartner kritisiert. Sie sei ein mitentscheidender Grund für seinen Rücktritt als bildungspolitischer Sprecher gewesen. Doch auch bei einigen Mitgliedern in seiner eigenen Partei hält sich die Trauer über diese Entscheidung in Grenzen. In einer Pressemitteilung der CDU-Fraktion waren bereits gesundheitliche Probleme statt der wahren Gründe für Colditz' Rücktritt angeführt worden. Am Sonntag sagte Fraktionschef Steffen Flath, Bildungspoltik sei eine schwierige Aufgabe, bei der so mancher Federn und Nerven lasse. Weitergehen werde es trotzdem.

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2012, 21:09 Uhr

1. Reiner202:
Jagd endlich Tillich und die FDP aus dem Land,sie ruinieren Sachsen.
03.09.2012
20:06 Uhr

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