Dresden : Solarwatt aus Insolvenz entlassen
Das Amtsgericht Dresden hat das Insolvenzverfahren für Solarwatt aufgehoben. Der Vorstandsvorsitzende Detlef Neuhaus erklärte am Mittwoch: "Wir agieren wieder als vollständig saniertes Unternehmen am Markt." Demnach ist der von den Gläubigern und vom Gericht im September bestätigte Sanierungsplan seit Mitte Oktober rechtskräftig. Unter anderem wurden 100 der ehemals 435 Arbeitsplätze gestrichen.
Modulproduktion wird zurückgefahren, Systemgeschäft erweitert
Auch der Vorstand der Aktiengesellschaft wird verkleinert, zwei Mitglieder verlassen das Unternehmen zum Jahresende. Zudem wurde mit dem Betriebsrat eine Vereinbarung zur Kurzarbeit geschlossen. Im kommenden halben Jahr wird wöchentlich je nach Auftragslage entschieden, ob die Mitarbeiter in der Solarmodulproduktion voll oder verkürzt arbeiten. Zudem will sich das Unternehmen vom Modulhersteller zum Anbieter von Photovoltaik-Komplettpaketen wandeln - und damit von den steigenden Energiepreisen profitieren.
Neuhaus kündigte an, Solarwatt werde noch in diesem Jahr neue Systemlösungen präsentieren. Mit ihnen könnten sich Verbraucher eigenständig und dezentral mit Energie versorgen, unabhängiger von Großanbietern werden und dadurch Kosten sparen. Als Kaufanreiz will das Unternehmen eine Garantie über 25 Jahre für seine Produkte gewähren.
Firma will sich in "forderndem Marktumfeld" behaupten
Solarwatt wurde 1993 gegründet, gehört nach eigenen Angaben zu den führenden deutschen Herstellern kristalliner Solarmodule und bietet zudem Photovoltaik-Komplettpakete und Energiemanagement-Systeme an. Durch den Preisverfall im Konkurrenzkampf mit asiatischen Modulherstellern war Solarwatt zuletzt tief in die roten Zahlen gerutscht und musste Mitte Juni Insolvenz anmelden. Im Zuge der Sanierung übernahm BMW-Großaktionär Stefan Quandt die Mehrheit der Anteile an dem Dresdner Unternehmen. Der das Insolvenzverfahren begleitende Sachverwalter Rainer Bähr sagte, Solarwatt stehe heute wieder auf einem soliden Fundament. Vorstandschef Neuhaus ergänzte jedoch, das Marktumfeld bleibe "äußerst fordernd".

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