Fußball | 3. Liga : Neuer Entscheid über CFC-Stadion
Der positive Beschluss über den Neubau des Chemnitzer Stadions ist hinfällig. Aufgrund von rechtlichen Bedenken muss der Chemnitzer Stadtrat erneut über die Zukunft des Stadions entscheiden. Die von der außerparlamentarischen Piratenpartei eingeschaltete Landesdirektion hatte zuvor eine Neuabstimmung empfohlen. Dieser Empfehlung kommt der Stadtrat am kommenden Mittwoch nach.
Befangenheit zweier Stadträte
Die Landesdirektion kritisierte, dass die zwei Stadträte Eberhard Langer (Linke) und Wolfgang Meyer (FDP), die zugleich Aufsichtsräte beim CFC sind, am 5. Oktober mit abstimmen durften. Deren mögliche Befangenheit wird nun das Thema bei der erneuten Entscheidung sein. Das bestätigte die Pressesprecherin der Stadt Chemnitz, Katja Uhlemann, am Freitag dem MDR. Laut Uhlemann werden die beiden betroffenen Personen vor der Abstimmung nach einer möglichen Befangenheit befragt. Sollte dies bejaht werden, werden sie ausgeschlossen. "Wir folgen der Empfehlung der Landesdirektion, weil wir jegliches Restrisiko vermeiden wollen", sagte Uhlemann. Zudem empfahl die Landesdirektion, von einer erneuten Außenübertragung auf den Marktplatz abzusehen - die dort herrschende Stimmung hätte die Stadträte unter Druck gesetzt. Die Piratenpartei betonte indes erneut, nicht gegen das CFC-Stadion zu sein. Die Anfechtung richte sich lediglich "gegen Korruption und viel zu lax befolgte Verfahren", betonen die Piraten.
CFC unter Zeitdruck
Für den Drittligisten Chemnitzer FC geht damit weitere wertvolle Zeit verloren, denn für das sanierungsbedürftige Stadion "Gellertstraße" hat der Deutsche Fußball-Bund nur bis Sommer 2012 eine Ausnahme-Spielgenehmigung erteilt. Ein Um- bzw. Neubau ist daher dringend notwendig, soll in Chemnitz weiterhin Profifußball gespielt werden. Das neue Stadion würde 9.000 Sitz- und 4.000 Stehplätze umfassen und wäre auch für die zweite Bundesliga geeignet. Nach jetzigen Schätzungen würde der Neubau rund 23 Millionen Euro kosten. Dafür hatte es bei der Abstimmung Anfang Oktober mit 35 zu 19 Stimmen eine deutliche Mehrheit gegeben.
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