Landesdirektion versagt Genehmigung : Umbau des Chemnitzer Stadions gestoppt
Die Landesdirektion Sachsen hat den Umbau des Chemnitzer Fußballstadions nicht genehmigt. Wie die Behörde am Freitag in Chemnitz mitteilte, genügen die von der Stadt eingereichten Unterlagen nicht dem Genehmigungsverfahren. Vorzulegen seien konkrete Verträge beziehungsweise Entwürfe, keine Willensbekundungen in Form eines Stadtratsbeschlusses.
Direktvergabe an Kommunale Tochtergesellschaft nicht zulässig
Aus Sicht der Landesdirektion ist außerdem die Beauftragung der stadteigenen Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft (GGG) mit dem Stadionumbau im Wege der Direktvergabe unzulässig. Die Landesdirektion habe die Stadt mehrfach darauf hingewiesen. Laut Stadtratsbeschluss vom Juli soll das neue CFC-Stadion für 25 Millionen Euro durch die GGG umgebaut werden. Mit dem Bau sollte noch in diesem Jahr begonnen werden.
DFB-Ausnahmegenehmigung gilt bis 2013
Wegen der fehlenden Genehmigungsfähigkeit des Bau- und Finanzierungsvertrages mit der GGG und dessen enger Verknüpfung mit den weiteren noch abzuschließenden vertraglichen Vereinbarungen stehen nach Auffassung der Landesdirektion auch deren Erforderlichkeit und Genehmigungsfähigkeit in Frage. Die Landesdirektion hat der Stadt deshalb vorgeschlagen, die Genehmigungsanträge zum Beschluss des Stadtrates vom 18. Juli 2012 zurückzunehmen und diese nach Durchführung eines den vergaberechtlichen Vorschriften genügenden Verfahrens erneut zu stellen.
Den Umbau des CFC-Stadions hatte der DFB gefordert. Die Arbeiten sollten während des laufenden Spielbetriebs erfolgen und müssen bis zum kommenden Jahr abgeschlossen sein. Dann erlischt die sowieso schon verlängerte Ausnahmegenehmigung des DFB.
Die Himmelblauen sehen den Profifußball in Chemnitz in Gefahr. CFC-Präsident Mathias Hänel verwies im Gespräch mit MDR 1 RADIO SACHSEN darauf, dass im März die nächste Lizenzierungsrunde stattfinde. Spätestens dann müsse das Ende des Umbaus zum Saisonbeginn sicher sein. Andernfalls sei der CFC wohl nicht mehr als Drittligist im Spiel.
Nachbesserung angekündigt
Die Stadtverwaltung erklärte in einer ersten Reaktion, es habe in allen Projektphasen Abstimmungen mit der Landesdirektion gegeben. Auch Vertragsentwürfe und Vertragsinhalte seien der Genehmigungsbehörde zugestellt worden. Man sei selbstverständlich bereit, weitere Unterlagen nachzureichen. Endgültige Verträge könnten aber erst nach einer grundsätzlichen Zustimmung zum Projekt vorgelegt werden. Oberbürgermeisterin Ludwig kündigte an, die offenen Punkte rasch mit der Landesdirektion zu klären, um die Genehmigung für den Stadionumbau doch noch zu bekommen.
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