Sachsen

Negativpreis : Stütze für Luxus: Porsche fährt den Schleudersachsen ein

Der Sportwagenhersteller Porsche bekommt vom Bund der Steuerzahler den Negativpreis "Schleudersachse 2012". Der Grund: Das profitable Unternehmen hatte für die Erweiterung seines Leipziger Werks staatliche Subventionen beantragt. Die bisherige Beihilfe Sachsens in Höhe von knapp 44 Millionen Euro wird von der EU-Kommission auf Rechtmäßigkeit untersucht.

Steuerzahlerbund: Luxus und Stütze passen nicht zusammen

n Porsche Panamera arbeiteten Mitarbeiter am Fließband der Porsche Leipzig GmbH
Weil Porsche trotz Gewinnen staatliche Hilfe kassiert, bekommt der Sportwagenhersteller den Schleudersachsen.

Die Steuerzahler kritisieren: Während der einstige Unternehmenschef Wendelin Wiedeking bei der Ansiedlung von Porsche in Leipzig vor zehn Jahren auf 50 Millionen Euro verzichtet habe, wolle das neue Management für die Erweiterung nun sogar bis zu 100 Millionen Euro Fördergeld einstreichen. Bei der Bezifferung der Summe stützt sich der Bund auf "Medieninformationen", weil das sächsische Wirtschaftsministerium dazu keine Auskunft erteilt.

"Luxus und Stütze passen auch 2012 nicht zusammen", betont der Steuerzahlerbund. Die Marke Porsche verliere ein Alleinstellungsmerkmal und der Steuerzahler eine Menge Geld. 2004 hatte der damalige Porsche-Chef Wiedeking für seinen Verzicht auf Subventionen den "Sächsischen Steuerzahlerpreis" erhalten.

Weltmarktführer mit Steuergeldern

Der Steuerzahlerbund sprach von einer "Raffmentalität" des jetzigen Managements, Porsche gehört inzwischen mehrheitlich zu Volkswagen. Der VW-Konzern wolle weltweit die Nummer eins aller Autoproduzenten werden - "aber eben mit Steuergeldern, und so geht das nicht", erklärte der Steuerzahlerbund. Jedes Jahr spürt er Fälle von Verschwendung öffentlicher Gelder auf und veröffentlicht sie in einem sogenannten Schwarzbuch. 2012 sind neben Porsche vier weitere Fälle aus Sachsen aufgelistet. Sie sollen an diesem Mittwoch veröffentlicht werden.

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2012, 05:00 Uhr

5. Peter Darmstadt:
Kein Einwand - aber die "Großen" erweisen sich als Kristallisationspunkt für viele Kleine. Darum ist hier der Wettbewerb der verschiedenen Standorte am heftigsten. Das muss man nicht mögen, aber es ist eben so.
19.09.2012
13:02 Uhr
4. Statt Darm:
@ Peter Darmstadt: Zweck eines jeden Unternehmens ist die Erzielung von Gewinn und NICHT das "Schaffen von Arbeitsplätzen" - Punkt. Hauptstütze unserer Volkswirtschaft ist der Mittelstand und NICHT Unternehmen wie VW oder Porsche. Der Steuerzahlerbund hat deshalb in jeder Hinsicht schlicht Recht und Ihre lächerliche Beschimpfung desselben zeigt lediglich, dass Sie nicht mal im Ansatz verstanden haben, worum es geht. Es ist im übrigen ein aussichtsloses Unterfangen, mittel- und langfristig durch Subventionen A'Plätze im Lande zu halten. Die gezahlten Steuermittel fliessen lediglich ins Firmenvermögen und bewirken im Sinne des Steuerzahlers meistens nichts.
19.09.2012
12:53 Uhr
3. Jens:
Auch andere Firmen schaffen Arbeitsplätze. Vielleicht sollte man die auch mal auf die Großzügigkeit hinweisen, Herr Darmstadt.
19.09.2012
11:51 Uhr
2. Peter darmstadt:
Wenn Dummheit Flügel verleihen würde, könnte der Steuerzahlerbund sanft von dannen schweben. Nicht der Luxus sondern die Arbeitsplätze, die in Leipzig entstehen sollen, werden gefördert. Vielleicht sollte sich die populistischen Reiter des Zeitgeistes einmal erkundigen, welche Fördermittel Porsche an anderem Ort erzielen könnte. Der Steuerzahlerbund erweist sich wieder einmal als Transporteur von Halbwissen, der nur sein Fundraising im Auge hat - wie meistens ...
19.09.2012
09:19 Uhr
1. Frank:
1. wird VW seit Jahren vom Staat unter die Arme gegriffen. Jeder fürstliche Arbeiterlohn ist dort subventioniert. Wenn das wegfällt sind die morgen dort Pleite! 2. Zu Porsche, bitte MDR mal schauen wer alles so ein Auto in Sachsen fährt. So nun macht es doch Klick warum vom Sächsischen WM keine Antwort kommt.
19.09.2012
07:32 Uhr

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