Sachsen

Jahrhundertealte Backtradition : Dresden feiert 18. Stollenfest

Mit dem 18. Stollenfest hat das vorweihnachtliche Treiben um den Dresdner Striezelmarkt am Sonnabend den ersten Höhepunkt erlebt. Am Vormittag überreichten die historischen Figuren Kurfürst August der Starke und Hofnarr Fröhlich dem Stollenmädchen den sogenannten "Riesenstollenerlass". Dann setzte sich der Wagen mit dem 3,24 Meter langen und 2,5 Tonnen schweren Stollen in Bewegung.

Festumzug durch die barocke Altstadt

Der über zwei Tonnen schwere Riesenstriezel für das 18. Dresdner Stollenfest
Am vergangenen Wochenende wurde der Striezel "geklebt".

Die Stollenprozession durch die barocke Dresdner Altstadt lockt jährlich Zehntausende Besucher an. An dem Festumzug beteiligen sich zahlreiche Bäcker und Konditoren des Dresdner Stollenschutzverbandes, die auf ihrem Weg an bekannten Dresdner Bauwerken wie der Semperoper, dem Schloss, dem Fürstenzug oder dem Coselpalais vorbeikommen. Begleitet wird der Konvoi von Fanfarenzügen, Schauspielern und Vertretern anderer Handwerker-Zünfte. Insgesamt wurden in diesem Jahr 22 Szenen aus dem Dresdner Leben dargestellt, darunter auch die Räucherkerzenmacher aus Mohorn oder die Dresdner Schornsteinfeger. Nach dem Umzug wird der Stollen traditionell auf dem Striezelmarkt durch den "königlichen Hofbäckermeister" und dem Dresdner Stollenmädchen angeschnitten. Keine leichte Aufgabe, denn nicht nur der Striezel ist schwer, sondern auch das "Dresdner Stollenmesser". Bei einer Länge von 1,60 Meter bringt es ein Gewicht von zwölf Kilogramm auf die Waage.

170 Millionen Sultaninen

Rund 60 Dresdner Bäckereien hatten seit dem 11. November an dem Riesenstollen gebacken. Nach Angaben der Bäckerinnung wurden unter anderem 170 Millionen Sultaninen, 340 Kilogramm Butter, 681 Kilogramm Mehl, 204 Kilogramm Zucker und ein Fass Jamaika-Rum verwendet. Am vergangenen Wochenende wurden die 292 Stollenplatten mit Butter und Zucker zusammengesetzt. Nach einer Runde um die Frauenkirche wurde der Stollen heute zum Striezelmarkt kutschiert und anschließend Stück für Stück verkauft. Der Erlös kommt einem wohltätigen Zweck zugute.

Dresdner Striezel nur echt mit einem Siegel  

Der erste Riesenstollen wurde den Überlieferungen zufolge 1730 gebacken. Damals ließ der sächsische Kurfürst August der Starke einen 1,8 Tonnen schweren Striezel herstellen. Die Geschichte des Dresdner Striezels reicht dagegen bis in das 14. Jahrhundert zurück. Das Gebäck erinnert an das in Tücher gewickelte Christkind. Als Dresdner Christstollen dürfen Bäcker ihre Produkte nur bezeichnen, wenn sie dafür ein spezielles Siegel erhalten haben, das vom Schutzverband "Dresdner Stollen e.V." vergeben wird.

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2011, 18:44 Uhr

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Dresdner Christstollen

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde der Dresdner Stollen das erste Mal urkundlich erwähnt, damals als Weihnachtsgabe für Bischof Heinrich in Naumburg. In Dresden selbst stammt der erste Hinweis aus dem Jahr 1474, in Form einer Rechnung des Bartolomai-Hospitals. Während es damals als Fastengebäck allerdings noch spartanisch mit Mehel, Hefe und Wasser gebacken wurde, zeichnet sich der Stollen heute durch seinen süßen Geschmack aus. Es dürfen nur bestimmte Zutaten verwendet werden, über die sich die Bäcker allerdings in Schweigen hüllen. Im Schutzverband, der die goldenen Stollensegel an die Bäcker vergibt, sind etwa 150 Bäckereien aus dem Großraum Dresden vertreten. Der Dresdner Christstollen ist eine geschützte Marke und wird jedes Jahr weltweit verschickt.

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