Sachsen

Deutlich mehr Bewerber : Ansturm auf Sachsens Hochschulen

Die Universitäten Leipzig und Dresden rüsten sich für einen Mega-Jahrgang. Wie beide Hochschulen am Mittwoch mitteilten, ist die Zahl der Bewerber für die Studienplätze deutlich nach oben gegangen. Auffällig dabei ist, dass auch aus den alten Bundesländern immer mehr Abiturienten an die sächsische Hochschulen drängen.

Deutlich mehr Anmeldungen aus Bayern und Niedersachsen

Der Sprecher der Technischen Universität Dresden, Karsten Eckold, sagte dem MDR, bisher seien insgesamt 42.788 Bewerbungen eingegangen. Im Vergleich zum Vorjahr seien das rund 10.000 Interessenten mehr. "Gründe dafür sind einerseits die Aussetzung der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge in Westdeutschland." So habe die Uni 73 Prozent mehr Bewerbungen aus Bayern erhalten und 50 Prozent mehr aus Niedersachsen. In diesen beiden Bundesländern haben in diesem Jahr zwei Jahrgänge gleichzeitig ihren Schulabschluss gemacht, weil die Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre verkürzt wurde. Die Zahl der männlichen Bewerber sei um fünf Prozent im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen, sagte Eckold. Den großen Zulauf sieht er aber auch in dem guten Ruf der Hochschule begründet. "Die Bewerbung als Exzellenz-Universität hat unsere Attraktivität deutlich erhöht. Die TU Dresden ist derzeit in aller Munde."

Bewerberflut auch in Leipzig

Und auch die Universität Leipzig hat alle Hände voll zu tun, die Flut der Bewerbungen zu bearbeiten. Der Leiter des Studentensekretariats, Klaus Dietz, teilte mit, bisher hätten mehr als 28.000 junge Männer und Frauen Interesse an einem Studienplatz in Leipzig bekundet. Das sei ein absolutes Novum und deutlich mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Bewerber, und damit wie in Dresden, kämen aus den alten Bundesländern. "Die Prognosen waren von einem demografisch bedingten Rückgang der Abiturientenzahlen und Studienbewerber ausgegangen", sagte Dietz. "Aber die Realität ist eine andere." Besonders begehrt sei das Studienfach Psychologie gewesen. Auf die 75 Studienplätze seien mehr als 3.600 Bewerber gekommen.

Onlineportal startet mit Softwarefehlern

In Chemnitz läuft dagegen alles ganz normal. Es bewege sich alles im Rahmen, sagte eine Sprecherin dem MDR. Da die Hochschule aber auch nur einen sogenannten NC-Studiengang - für Psychologie - hat, sei der Andrang nie so groß wie in den anderen sächsischen Großstädten. Zahlen über Bewerber gibt es in Chemnitz noch nicht. Das Einschreibungsverfahren für die nicht zulassungsbeschränkten Fächer laufe noch, so die Sprecherin.

Auch in Leipzig und Dresden kann deshalb die Zahl der Bewerber noch steigen, denn das Wintersemester beginnt offiziell am 1. Oktober. Dass die vergebenen Studienplätze dann aber auch ausgelastet sind, ist derzeit noch unklar. Denn viele Abiturienten haben sich an mehreren Unis beworben. Um keinen Platz unbesetzt zu lassen, hat die TU Dresden einzelne NC-Studiengänge bis zu fünf Mal überbucht. Klaus Dietz von der Universität Leipzig führt die Situation auch auf den missglückten Start der neuen Internetseite für die Studienplatzvergabe zurück. Die Software habe gestreikt und die Interessenten seien in eine gewisse Panikstimmung verfallen und hätten sich an mehreren Unis beworben.

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2011, 22:22 Uhr

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