Staatskapelle Dresden : Neuer Chefdirigent gibt 50 Konzerte im Antrittsjahr
Die Sächsische Staatskappelle Dresden hat ihren neuen Chefdirigenten Christian Thielemann am 25. Mai offiziell vorgestellt. Er kündigte an, in seiner ersten Saison 50 Konzerte und Opernaufführungen zu leiten. Damit liege er über den vertraglich vereinbarten 45 Abenden. Der Reiz für einen Dirigenten an der Semperoper bestehe darin, Oper und Konzerte auf hohem Niveau spielen zu können, erklärte Thielemann. Da mache man gern ein paar Abende mehr. Ein weiterer Grund ist das Engagement der Staatskapelle Dresden als Orchester der Salzburger Osterfestspiele ab kommendem Jahr. Thielemann übernimmt dann die künstlerische Leitung des renommierten Festivals.
Vielfältiges Programm geplant
Sein Antrittskonzert gibt der neue Chefdirigent am 1. September 2012 in der Semperoper mit Liedern von Hugo Wolf und der 7. Symphonie von Anton Bruckner. Ein kompletter Neuanfang ist es für beide Seiten nicht. Seit 2009 der Wechsel Thielemanns nach Dresden bekannt wurde, arbeiteten er und das Orchester schon einige Male zusammen. Zudem kenne er einen großen Teil der Musiker seit vielen Jahren von den Bayreuther Festspielen, sagte Thielemann.
In Dresden will der 53-Jährige zunächst mit Werken von Johannes Brahms, Richard Wagner und Hans Werner Henze Programmschwerpunkte setzen. Zugleich bekannte sich Thielemann zur musikalischen Vielfalt: "Ein Orchester muss so viel wie möglich durch die verschiedenen Stile durch. Allerdings komme es darauf an, das Repertoire gut auszusuchen - vor allem jenes, was der Chefdirigent nicht macht". Neben Thielemann musiziert das Orchester der Semperoper weiter mit renommierten Maestri. In der neuen Spielzeit werden das unter anderen Zubin Mehta, Herbert Blomstedt und Sir Colin Davis sein. Außerdem wurde erstmals die Stelle des Ersten Gastdirigenten eingerichtet. Diese Position übernimmt der Koreaner Myung-Whun Chung. Er wird zusammen mit Thielemann und dem Orchester im Frühjahr 2013 die Osterfestspiele Salzburg bestreiten.
Gastspiele im Fernen Osten und Wilden Westen
Ein besonderer Höhepunkt in Dresden sind zwei Sonderkonzerte der Sächsischen Staatskapelle im Mai 2013 zum 200. Geburtstag von Richard Wagner. So wird in der Frauenkirche "Das Liebesmahl der Apostel" erklingen, dass der Komponist eigens für diesen Kirchenbau schuf. Wagner war in Dresden einst Hofkapellmeister. Er komponierte hier seine Opern "Der fliegende Holländer", "Lohengrin", "Rienzi" und "Tannhäuser". Der heutigen Staatskapelle gab er damals den Titel "Wunderharfe". Eine Wagner-Geburtstagstour führt das Orchester nach Paris, Wien und Venedig, wo der Komponist 1883 starb. Zuvor geht Thielemann mit der Staatskapelle in diesem Herbst auf Asientournee und reist im Frühjahr 2013 in die USA.
Eines der ältesten Orchester der Welt
Die Sächsische Staatskapelle Dresden ist eines der ältesten Orchester der Welt. Sie wurde bereits 1548 von Kurfürst Moritz von Sachsen ins Leben gerufen. Bedeutende Leiter neben Wagner waren Heinrich Schütz und Carl Maria von Weber. Stammhaus des Orchesters ist die Dresdner Semperoper, wo sie den größten Teil ihrer mehr als 300 Auftritte pro Jahr absolviert. Das Besondere: Neue Ensemblemitglieder sucht das Orchester selbst aus. Die Musiker diskutieren nach einem Vorspiel, bei dem die Kandidaten zu hören, nicht aber zu sehen sind, ob der neue Anwärter zum Orchester passt oder nicht. Auch ihren neuen Chefdirigenten bestimmte das Orchester selbst.
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