Ein zerstörtes Wahlplakat des CDU-Kandidaten Klaus Brähmig liegt am Straßenrand.
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Nachlesen Ticker von MDR SACHSEN zur Bundestagswahl 2017

In Sachsen waren am Sonntag rund 3,4 Millionen Menschen zur Wahl des neuen Bundestages aufgerufen. Wie haben sie entschieden? Wer sind die Verlierer und wer die Gewinner? Lesen Sie in unserem Ticker die Ereignisse nach.

Ein zerstörtes Wahlplakat des CDU-Kandidaten Klaus Brähmig liegt am Straßenrand.
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00:00 Uhr | Tickerende

Mit dem Mitschnitt der heutigen "Fakt ist!"-Sendung aus Dresden verabschieden wir uns für heute und danken für Ihr Interesse.

22:32 Uhr | Turbulente Diskussion bei "Fakt ist!" aus Dresden

22:24 Uhr | Krisensitzung beim CDU-Landesvorstand

In Dresden hat die Führung der sächsischen CDU am Abend über Konsequenzen aus der Bundestagswahl beraten. Die Partei war von der AfD bei den Zweitstimmen knapp überflügelt worden. Gegenüber 2013 verlor die Partei 13 Prozent der Stimmen. Parteichef Stanislaw Tillich sagte MDR SACHSEN, viele Wähler hätten der CDU das Vertrauen entzogen. Der Landesvorstand einigte sich nach Informationen von MDR SACHSEN darauf, Mitte Oktober in Klausur zu gehen, die Probleme auf den Tisch zu legen und nach Lösungen zu suchen.

22:15 Uhr | Wahlnachlese in Sachsen

Sören Pellmann
Bildrechte: Die Linke, Landesverband Sachsen
Mario Pecher, Direktkandidat SPD
Bildrechte: SPD-Landesverband Sachsen
Sitzverteilung im neuen Bundestag
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

22:05 Uhr | Jetzt live im MDR FERNSEHEN: "Fakt ist!" aus Dresden

20:33 Uhr | Tillich: AfD-Wahlerfolge in Zukunftsangst begründet

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich sieht die Ursachen für die Wahlerfolge der AfD in einer tiefen Verunsicherung vieler Menschen und ihrer Sorge um die Zukunft. Die Menschen hätten so viele Veränderungen in den letzten Jahren überwinden müssen, jetzt wollten sie wissen wie es weitergeht, sagte Tillich in einem Gespräch mit MDR SACHSEN.

Laut Tillich hat die CDU nicht erwartet, dass Fragen nach der Flüchtlingspolitik und der Sicherheit der Grenzen in den Tagen vor der Wahl noch einmal eine so große Rolle spielen würden. Die Menschen hätten mit der Politik der Großen Koalition gehadert, sagte Tillich. Alle Parteien müssten sich aber fragen, wie eine Partei, die sich in Teilen so unmenschlich äußere, so stark werden könne und warum das gesellschaftlich akzeptiert werde. Tillich kündigte an, dass die CDU inhaltlich und dann auch personell Konsequenzen aus der Wahl ziehen wird.

20:24 Uhr | AfD punktet bei den Abgehängten

19:38 Uhr | Pegida und AfD siegessicher

Rund 1.500 Menschen haben nach Schätzung eines MDR-Reporters die Pegida-Veranstaltung in Dresden besucht. Dabei demonstrierten Pegida und AfD erneut ihren Schulterschluss. Sie würden der AfD-Bundestagsfraktion genau auf die Finger schauen. Pegida-Chef Lutz Bachmann gab sich sicher, dass Pegida und AfD gemeinsam in zwei Jahren den Ministerpräsidenten in Sachsen stellen werden.

19:34 Uhr | Kretschmer-Nachfolge im Bundestag geregelt

18:45 Uhr | AfD-Fraktion legt Erklärung zu Petry vor

Neun Abgeordnete der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag veröffentlichen eine Erklärung, in der sie sich nach dem Debakel um Frauke Petry zur "zukünftigen Arbeit unserer Landtagsfraktion" äußern. Darin heißt es: "Wir stehen hinter dem gewählten AfD-Bundesvorstand, und auch die Zusammenarbeit aller AfD-Landtagsfraktionen mit der neuen AfD-Bundestagsfraktion ist für uns eine Selbstverständlichkeit."

18:26 Uhr | AfD will Briefwahl in Chemnitz neu auszählen lassen

In Chemnitz muss möglicherweise die Briefwahl neu ausgezählt werden. Wie die "Freie Presse" berichtet, hat der Chemnitzer Direktkandidat Nico Köhler Zweifel am Ergebnis. "Während in den Wahllokalen mehr als 26 Prozent aller abgegebenen Stimmen auf Köhler entfielen, erreichte er bei den Briefwählern nur knapp 17,4 Prozent", so die Zeitung. Über eine Neuauszählung soll der Wahlausschuss entscheiden, der am Donnerstag tagt.

17:55 Uhr | Kolbe: Bundes-SPD muss sich mehr um Ostthemen kümmern

Die Sozialdemokratie muss sich nach Ansicht von Sachsens SPD-Generalsekretärin Daniela Kolbe mehr dem Osten widmen. Kolbe sagte in Dresden bei ihrer Wahlanalyse, es gelte die Belange Ostdeutschlands stärker in den Fokus zu nehmen. Die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping habe zu Recht eine Debatte über die "Nachwendegerechtigkeit" angestoßen. Der Wahlkampf habe gezeigt, dass es ein großes Ungerechtigkeitsempfinden gebe. Manche fühlten sich als "Bürger 2. Klasse", weil Löhne und Renten niedriger sind.

17:15 Uhr | Mehr politische Bildung an sächsischen Schulen

Die politische Bildung an den sächsischen Schulen soll gestärkt werden. Das kündigte das Kultusministerium einen Tag nach der Bundestagswahl an, bei der die AfD in Sachsen stärkste Kraft geworden ist.

Die SPD forderte eine Reform der politischen Bildung. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Henning Homann, sagte, das Fach Gemeinschaftskunde sollte früher als in der neunten Klasse in die Lehrpläne aufgenommen werden. Laut Kultusministerin Brunhild Kurth kann dies nur durch Kürzungen in anderen Fächern kompensiert werden.

16:25 Uhr | AfD will Landesgruppe Mitteldeutschland gründen

Neu gewählte AfD-Bundestagsabgeordnete aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen eine gemeinsame Landesgruppe Mitteldeutschland gründen. Das kündigte das sächsische AfD-Vorstandsmitglied Siegbert Droese in Leipzig bei einem Treffen der sächsischen Landesgruppe an.

Siegbert Droese und Jens Maier
AfD-Landesvorstand Siegbert Droese (vorn) und Jens Maier. Bildrechte: dpa

"Wir versprechen uns davon mehr Gewicht in der AfD-Fraktion", sagte er. Das sei mit AfD-Vertretern der anderen Länder abgesprochen. Mit einigen der potenziell 17 Angehörigen der geplanten neuen Landesgruppe habe man schon gesprochen, hieß es. "Ich bin guter Hoffnung, dass es zumindest in Mitteldeutschland gelingen wird, den Laden zusammenzuhalten", sagte Droese.

15:55 | FDP und CDU in Sachsen sehen Jamaika-Bündnis skeptisch

Der Landesvorsitzende der FDP, Holger Zastrow, hält ein Jamaika-Bündnis aus sächsischer Sicht für äußerst schwer vorstellbar. Sowohl landespolitisch als auch auf kommunalpolitischer Ebene in Dresden gebe es große Gegensätze, sagte Zastrow MDR SACHSEN. Die FDP habe gelernt, dass sie im Falle einer Regierungsverantwortung ihre Handschrift durchsetzen müsse. "Ich glaube, dass weiß jeder bei uns, dass es nicht nochmal so gehen darf, wie es zuletzt passiert ist. Da frage ich mich, welche Zugeständnisse Grüne bereit wären zu machen." Auch die Rolle der Opposition sei für die FDP ehrenwert, so Zastrow.

Auch CDU-Fraktionschef Frank Kupfer kann sich ein Bündnis mit den Grünen nur schwer vorstellen, vor allem wegen der Asylfrage. Der Nachzug von Familienangehörigen von unbegleiteten Minderjährigen sei ausgesetzt bis zum Frühjahr nächsten Jahres. "Ich will, dass das weiter ausgesetzt bleibt. Mit den Grünen weiß ich aber nicht, ob das passiert. Ich glaube es nicht," sagte Kupfer dem MDR.

15:20 Uhr | Roland Löffler, neuer Chef der Landeszentrale für politische Bildung auf Twitter

15:00 Uhr | Theologe Richter: AfD-Wahlerfolg ist "brandgefährlich"

Der Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden, Frank Richter, sieht in dem Wahlerfolg der AfD "keine Überraschung". Zugleich sieht er auf die Gesellschaft eine langfristige Aufgabe zukommen. In Sachsen sei "seit mindestens 15 Jahren ein Anwachsen rechtspopulistischer und extremistischer Denk- und Verhaltensmuster zu beobachten, vor allem im ländlichen Raum". Vor der demokratischen Gesellschaft liege "eine lange und schwierige Aufgabe".

Frank Richter, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung
Frank Richter war früher Leiter der Landeszentrale für politische Bildung. Bildrechte: LpB/Detlef Ulbrich

Der Einzug der AfD in den Bundestag sei ein "deutlich erkennbarer, tiefer Einschnitt" für die Demokratie, sagte Richter. Diese Partei argumentiere "tendenziell nationalistisch"; einige ihrer Vertreter spielten "mit nationalsozialistisch konnotierten Begriffen". Das habe es in dieser Breite nach 1949 im Deutschen Bundestag noch nicht gegeben und sei "brandgefährlich".

14:45 Uhr | Künftig mehr Sachsen im Bundestag

Sachsen wird mit 38 Abgeordneten im neu gewählten Bundestag vertreten sein - vier mehr als bisher. Das Gros stellt die CDU, sie holte nach Angaben des Landeswahlleiters in Kamenz die Direktmandate in zwölf der insgesamt 16 Wahlkreise. Die AfD, stärkste Kraft noch vor der CDU in Sachsen, hat künftig elf Abgeordnete in Berlin - drei Direktmandate und acht Mandate über die Landesliste. Die sächsische Linke errang ein Direktmandat und kann insgesamt sechs Vertreter in den Bundestag schicken, die Sachsen-SPD ist künftig mit vier statt bisher sieben Abgeordneten vertreten. Mit Generalsekretär Torsten Herbst, Ex-Justizminister Jürgen Martens und einem Chemnitzer Unternehmer zieht die Sachsen-FDP in den Bundestag ein. Sachsens Grüne sind dort weiterhin mit zwei Abgeordneten vertreten.

Bundestagswahl 2017 22 sächsische Abgeordnete über Landesliste im Parlament

Politikerin Katja Kipping
Katja Kipping, Die Linke, aus Dresden Bildrechte: Foto: Anke Illing, www.photocultur.de
Jens Maier
Jens Maier, AfD, aus Dresden Bildrechte: AfD/Landesverband Sachsen
Monika Lazar
Monika Lazar, Bündnis 90/Die Grünen aus Leipzig Bildrechte: Bündnis 90/Die Grünen, Landesverband Sachsen
Dr. Jürgen Martens
Jürgen Martens, FDP, aus Zwickau Bildrechte: FDP, Landesverband Sachsen
Politikerin Katja Kipping
Katja Kipping, Die Linke, aus Dresden Bildrechte: Foto: Anke Illing, www.photocultur.de
Andre Hahn
André Hahn, Die Linke, aus Gohrisch Bildrechte: Die Linke, Landesverband Sachsen
Caren Lay
Caren Lay, Die Linke, aus Bautzen Bildrechte: Die Linke, Landesverband Sachsen
Michael Leutert
Michael Leutert, Die Linke, aus Bad Schlema Bildrechte: Die Linke, Landesverband Sachsen
Sabine Zimmermann
Sabine Zimmermann, Die Linke, aus Zwickau Bildrechte: Die Linke, Landesverband Sachsen
Siegbert Droese
Siegbert Droese, AfD, aus Leipzig Bildrechte: AfD, Landesverband Sachsen
Detlev Spangenberg
Detlev Spangenberg, AfD, aus Radebeul Bildrechte: AfD Landesverband Sachsen
Ulrich Oehme (AfD)
Ulrich Oehme, AfD, aus Chemnitz Bildrechte: AfD Landesverband Sachsen
Lars Herrmann
Lars Herrmann, AfD, aus Parthenstein Bildrechte: AfD, Landesverband Sachsen
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Verena Hartmann, AfD, aus Wehlen Bildrechte: AfD-Landesverband Sachsen
Christoph Neumann
Christoph Neumann, AfD, aus Leipzig Bildrechte: AfD, Landesverband Sachsen
Stephan Kühn
Stephan Kühn, Bündnis 90/Die Grünen, aus Dresden Bildrechte: Bündnis 90/Die Grünen, Landesverband Sachsen
Torsten Herbst
Torsten Herbst, FDP, aus Dresden Bildrechte: Torsten Herbst
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Bundestagswahl 2017 Diese Sachsen ziehen per Direktmandat in den Bundestag ein

Marian Wendt, Direktkandidat CDU
Wahlkreis Nordsachsen Marian Wendt | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Marian Wendt, Direktkandidat CDU
Wahlkreis Nordsachsen Marian Wendt | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Jens Lehmann (CDU)
Wahlkreis Leipzig I Jens Lehmann | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Sören Pellmann
Wahlkreis Leipzig II Sören Pellmann | Linke Bildrechte: Die Linke, Landesverband Sachsen
Katharina Landgraf
Wahlkreis Leipzig-Land Katharina Landgraf | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Thomas de Maizière
Wahlkreis Meißen Thomas de Maizière | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Karsten Hilse
Wahlkreis Bautzen I Karsten Hilse | AfD Bildrechte: AfD, Landesverband Sachsen
Tino Chrupalla
Wahlkreis Görlitz Tino Chrupalla | AfD Bildrechte: AfD/Landesverband Sachsen
Frauke Petry
Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Frauke Petry | AfD Bildrechte: AfD/Landesverband Sachsen
Andreas Lämmel
Wahlkreis Dresden I Andreas Lämmel | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Arnold Vaatz
Wahlkreis Dresden II - Bautzen II Arnold Vaatz | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Veronika Bellmann
Wahlkreis Mittelsachsen Veronika Bellmann | CDU Bildrechte: Thomas Köhler / Photothek Berlin
Frank Heinrich
Wahlkreis Chemnitz Frank Heinrich | CDU Bildrechte: CDU / Landesverband Sachsen
Marco Wanderwitz
Wahlkreis Chemnitzer Umland - Erzgebirgskreis II Marco Wanderwitz | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Alexander Krauß
Wahlkreis Erzgebirgskreis I Alexander Krauß | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Carsten Körber
Wahlkreis Zwickau Carsten Körber | CDU Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki
Die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas
Wahlkreis Vogtlandkreis Yvonne Magwas | CDU Bildrechte: Die Hoffotografen
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14:30 Uhr | AfD-Kreisverband sieht sich von Petry betrogen

Der AfD-Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge fühlt sich von der direkt gewählten künftigen Abgeordneten Frauke Petry um das Bundestagsmandat betrogen. Kreisvorstandsmitglied und Landtagsabgeordneter Andre Barth sagte, die Ankündigung Petrys, der AfD-Fraktion im Bundestag nicht angehören zu wollen, habe viele Mitglieder und Wähler im Wahlkreis tief enttäuscht. Petry als Kandidatin und die Partei insgesamt hätten vor der Wahl einen Vertrauensvorschuss erhalten. Ihre Ankündigung nur einen Tag nach dem Wahlerfolg sei deshalb für viele "ein Schlag in die Magengrube".

13:30 Uhr | Extremismus-Forscher gibt Sachsen-CDU Mitschuld an Wahlerfolg der AfD

Der Leipziger Rechtsextremismusforscher Oliver Decker gibt der Sachsen-CDU eine Mitschuld am Rekordergebnis der AfD im Freistaat. Decker sagte, in den vergangenen Jahren habe die CDU versucht, durch Bagatellisierung und Entpolitisierung rechtsextreme Aktivitäten kleinzureden. "Dadurch wurden sie aber nur größer." Zwar habe die AfD in allen ostdeutschen Bundesländern gute Ergebnisse eingefahren. Aber Sachsen nehme mit dem bundesweit besten Abschneiden dieser Partei eine besondere Position ein.

Wir sehen, dass der Versuch der CDU, sich als die bessere Kopie der AfD anzubieten, sowohl in Bayern als auch in Sachsen nicht von Erfolg gekrönt gewesen ist.

Oliver Decker Rechtsextremismusforscher an der Universität Leipzig

12:45 Uhr | CDU-Generalsekretär Kretschmer: "Keinen Plan B gehabt"

Der Vorsitzende der sächsischen CDU-Landesgruppe, Michael Kretschmer, hat das schlechte Abschneiden seiner Partei im Freistaat als unerwartet bezeichnet. "Das ist ein ordentlicher Magenschwinger, den ich bekommen habe aber auch die sächsische Union," sagte er vor Journalisten in Dresden. "Wenn ich mal anfangen kann bei mir selbst, ist es etwas, was ich so nicht erwartet habe. Wir haben auch am Samstag noch Wahlkampf gemacht und haben eigentlich ein gutes Gefühl gehabt und sind mit frohem Mut in den Wahltag gegangen. Ich muss das für mich erstmal bewerten."

Kretschmer hatte den Wiedereinzug in den Bundestag über ein Direktmandat im Wahlkreis Görlitz verpasst, über die Landesliste war er nicht abgesichert.

Michael Kretschmer
Bildrechte: CDU / Jan Kopetzki

Ich habe da keinen Plan B gehabt. Also muss ich mich neu orientieren. Das fällt mir nicht leicht, das ist kein schöner Tag.

Michael Kretschmer

11:55 Uhr | Diakonie-Chef: Wahl Warnsignal an Politik

Für den Vorsitzenden der Diakonie Sachsen, Christian Schönfeld, ist das Ergebnis der Bundestagswahl Ausdruck der wachsenden Unzufriedenheit mit der Arbeit der Regierung. "Es ist ein Warnsignal, dass die Politik erläutert und kommuniziert werden muss, sagte Schönfeld. Er plädierte für Diskussionen, um wirklich mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Im Osten, wo die AfD besonders stark sei, müsse auch das Bewusstsein für die Demokratie geschaffen werden. "Wirkliche Demokratie und Demokratieverständnis haben wir nicht gelernt".

11:15 Uhr | 22 Kandidaten aus Sachsen über Landesliste im Bundestag

Über die Landeslisten ziehen insgesamt 22 Kandidaten von AfD, Linken, SPD, FDP und Grünen für Sachsen in den Bundestag ein. Von der Fraktion die Linke sind dies: Katja Kipping, André Hahn, Caren Lay, Michael Gerhard Leutert und Sabine Zimmermann. Die sächsische SPD wird Daniela Kolbe, Thomas Jurk, Susann Rüthrich und Detlev Müller nach Berlin entsenden.

Von der AfD in Sachsen kommen Jens Maier, Siegbert Droese, Detlev Spangenberg, Heiko Heßenkemper, Bernhard Ulrich Oehme, Verena Hartmann, Klaus Lars Herrmann und Christoph Neumann über die Landesliste in den Bundestag.

Die Grünen entsenden Monika Lazar und Stephan Kühn ins Parlament in Berlin. Die FDP wird künftig von Torsten Herbst, Jürgen Martens und Frank Müller-Rosentritt vertreten sein.

Quelle: Bundeswahlleitung

09:45 Uhr | Wir setzen den Ticker fort:

Petry will AfD-Fraktion nicht angehören

AfD-Chefin Frauke Petry geht auf Distanz zu ihren Parteikollegen im Bundestag. In der Bundespressekonferenz kündigte Petry in Berlin überraschend an, der neuen AfD-Fraktion nicht angehören zu wollen. Sie habe "nach langer Überlegung entschieden", nicht Mitglied der Fraktion zu werden, sagte sie in Berlin. Sie bleibe bei dem Anspruch, die AfD "regierungsfähig" machen zu wollen, während die AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel sich zunächst auf eine Oppositionsrolle beschränken wollen. Petry hatte in ihrem Wahlkreis in Sachsen ein Direktmandat errungen. Zu ihren weiteren Plänen machte sie zunächst keine Angaben.

Frauke Petry, Bundesvorsitzende der Partei Alternative für Deutschland (AfD), kommt am 25.09.2017 in die Bundespressekonferenz in Berlin.
Petry auf der Bundespressekonferenz in Berlin Bildrechte: dpa

In einem kurzen Statement hatte Petry auf den seit Monaten tobenden Machtkampf in der AfD-Spitze verwiesen. Dieser Dissens sollte nicht totgeschwiegen werden. "Ich werde jetzt diesen Raum verlassen", sagte Petry wenige Minuten nach Beginn einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem Ko-Parteichef Jörg Meuthen sowie den Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel. Ihre Entscheidung hatte Petry offensichtlich nicht abgesprochen. Meuthen reagierte verdutzt über die "gerade geplatzte Bombe, von der ich auch keine Kenntnis hatte".

Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise erhalten Sie durch Auswahl im Aufklappmenü oberhalb der Karte.

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41 Kommentare

26.09.2017 23:10 Janes 41

@Micha: Ich hab mir nochmals deinen Beitrag 34 angesehen. Leider komme ich zu keinem anderen Ergebnis, als das es sich um einen Witz handeln muss. Anderenfalls müsste dein Artikel wie folgt umgeschrieben werden: Statt "Revolutionäre" muss "Rückständige" stehen, da das Programm der AfD neben dem Polizeistaat nur rückständige Positionen einnimmt (etwa Mauer, DM, AKWs ...und der Mist halt). Statt "Mutigen" müsste es "Gewaltorientiert" heißen und statt "Unbeugsamen" eher "Querulanten". Und ein normaler Sachse empfindet aufgrund des hohen Anteils an rechtsradikaler Wählerschaft im Land statt "Stolz" wohl eher "Scham". Der Rest ist eher bockig.

26.09.2017 22:53 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 40

@ 38. Nazi-Micha:

DU kannst doch nicht wirklich erwarten, daß ich 'kultivierter Demokrat' einen "Rechtsextremismus-Verteidiger" sieze??? Das kann doch nicht DEIN Ernst sein?!?

Fakt ist:
- Gauland - Ermittlungsverfahren wg. Volksverhetzung (?), blanker Rassismus;
- Höcke - offenkundiger Rassismus und Revisionismus;
- Arppe - (das mag man ja kaum noch in den Mund nehmen);
- Gedion - blanker Antisemitismus;

- AfD-Wahlprogramm - Religionsausgrenzung;

...

wenn ich noch mehr 'Fakten' aufzähle, fange ich wohl an zu kotzen...

n.b.:
Zitat "Ich sauf mehr als ganze Schülerfeten - und bin trotzdem näher an Gott als andere, wenn sie beten!"
Wenn ick Dich auf 5 Bier 'ernst nehmen' kann, hör' ick mir dat Jesabbel auch gern nochmal nüchtern an!

26.09.2017 22:43 Janes 39

@Micha 36: Bei 33 % allein für Mutti kann man wohl sicher nicht davon sprechen, dass " die meisten Wähler gestrichen die Nase voll" haben. Und das ist nur das Ergebnis der CDU. Ich habe eine andere Partei gewählt mit dem Wissen, dass die CDU das Ding rockt und Mutti Kanzlerin bleibt-meine Wahl zielte darauf ab, keine GroKo mehr zu haben. Daher kann ihr Beitrag nur als Ironie gemeint sein, denn wenn sie tatsächlich so blind wären, dass sie die Realität vollkommen verkennen, wäre das für sie furchtbar! Ganz im Ernst-wenn sie echt denken, dass die AfD bei all den weit weit rechten Sprüchen von Gauland und Co nicht rechts ist, dann sollten sie sich helfen lassen. Wer rechts wählt, bekommt nun mal Bunt!

26.09.2017 19:27 Micha 38

@ Nazi Krause 37 wir sind immer noch beim Sie! Noch immer haben wir keine Schweine zusammen gehütet Nazi-Krause! Aufgrund der Wahl Ergebnisse sieht man recht deutlich wie viele die CDU CSU gewählt haben. Und daran kann man ausmachen wie viele nicht auf Mama Merkel Seite sind!

Und Sie können weiter hetzen gegen die AFD und deren Wähler! Fakt ist sie sitzen als drittstärkste Partei im Bundestag! Und auch ihre dümmlichen Unterstellungen wie „Bier Ernst“ können Sie zukünftig unterlassen!

26.09.2017 17:08 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber ..." 37

@ 36. "Dr. Micha":
Zitat **Und von „Bunt“, „wir schaffen das“ und „Mama Merkel“ haben die meisten Wähler gestrichen die Nase voll das können Sie mir glauben!**

Wie gut, daß Du offensichtlich die Meinung von den 'meisten Wählern' kennst... allein dieser Part macht es durchaus glaubhaft, daß Du Deine Kommentare "doch nicht so bierernst" meinst!

Wir haben nun 7 Parteien im Parlament, wenn man die 'schwarzen Schwestern' mal trennt (Seehofer spricht ja auch schon davon):
Doppel-Schwarz, Rot, Grün, Gelb und Lila... na, und die 'Blauen'...

Die 'Blauen' sind nicht koalitionsfähig, weil sich jede andere Partei in einer solchen Koalition den 'demokratischen Ruf' versauen würde. Die 'Lilanen' sehen sich als 'soziale Opposition', die 'Roten' haben sich in die Opposition zurückgezogen (eine Wahlergebnis-konforme Idee)...
da bleibt ja nur noch "Jamaika" übrig, die zusammen gerade so über 50% kommen.

Die AfD ist nicht nur 'rechts', sondern in Teilen durchaus 'rechtsextrem'.

26.09.2017 14:13 Micha 36

@Janes 35 mit keiner Silbe war mein Posting Parodi oder Satire. Mit meiner Aussage ist es mir vollkommen ernst! Und von „Bunt“, „wir schaffen das“ und „Mama Merkel“ haben die meisten Wähler gestrichen die Nase voll das können Sie mir glauben! Wie kommt sonst ein solches Wahl Ergebnis zu Stande? Nur Frau Merkel merkt es noch nicht, sie will ja so weitermachen wie bisher. So ignorant und lernresistent kann man doch gar nicht sein!
Und noch steht keine Regierung und ich glaube auch nicht das schwarz gelb grün regieren wird! Sogar die SPD hat gemerkt dass sie verheerende Fehler gemacht hat und sind raus aus der Regierung. Und ich deformiere auch niemanden als Wut Bürger oder drücke jemand in die Opferrolle. Und bunt wird der Bundestag definitiv nicht, wer mit dieser Frau regiert dessen Partei ist bei den nächsten Wahlen devinitiv Weg. Auch ich habe die AFD mit beiden Stimmen gewählt. Die AFD ist auch nicht rechts sondern eine demokratische Partei die früher mal die CDU gewesen ist!

26.09.2017 12:20 Janes 35

@Micha 34: Klasse Parodie der Situation. Und an den richtigen Stellen überspitzt und verdreht karikiert. Kasse. Das fasst den gemeinen Wutbürger in seiner Opferrolle gut zusammen.

Einzig die Moral ist nicht ganz gut getroffen. Die muss lauten: Wer ganz Rechts wählt bekommt Bunt. Und BUNT macht nicht braun.

26.09.2017 08:40 Micha 34

IHR Lieben SACHSEN demütig verneige ich mein Haupt vor euch, IHR seid das Land der REVOLUTIONÄRE, der MUTIGEN und der UNBEUGSAMEN. Ich bin einfach nur STOLZ auf euch, was für eine Wahl. Und lasst euch nicht unterkriegen und beleidigen mit solchen Ausdrücken wie zB „ dunkel Deutschland“. Wir alle wissen im Osten geht die Sonne auf.

Und die Moral von der Geschicht Bundeskanzler Merkel lernt es nicht. Sie macht weiter wie bisher, das Volk interessiert sie eh nicht mehr....

25.09.2017 23:02 Janes 33

@Morchelchen 30: Na nicht so ungeduldig! Den Engländern geht doch jetzt schon der "Arsch auf Grundeis". Warte mal ab. Denen wir der Berexit noch bitter aufstoßen und teuer zu stehen kommen. Völlig zurecht. So wie die Wähler der AfD. Wer ganz rechts wählt bekommt kunter BUNT. Finde ich gut-das wird die größte Koalition der Geschichte. Aber euch bleibt ja noch die lächerliche Opferrolle. Die passt ganz gut zu Opi Gauland

25.09.2017 21:26 Mirko 32

Jämmerliches Wahlergebnis!!!
Mir war ja schon immer klar dass große Teile von Sachsen braun versumpft sind aber dieses Wahlergebnis haut mich um. Ich lebe schon ein paar Jahre im Westen jetzt und habe meine Landsleute eigentlich immer versucht zu verteidigen aber jetzt schäme ich mich nur noch für meine Herkunft.

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Wahlhelfer öffenen Briefumschläge um die Briefwahlstimmen auszuzählen
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