Görlitz : Tausende Besucher beim Schlesischen Tippelmarkt
Zum 14. Schlesischen Tippelmarkt boten am Wochenende Töpfer aus ganz Deutschland ihre Handwerkskunst auf dem Görlitzer Obermarkt an. Ein Sprecher des Vereins Schlesischer Tippelmarkt sagte, es dürfe nur handgefertigte Ware verkauft werden. In diesem Jahr boten 58 Töpfer ihre Keramik feil. Beworben hatten sich rund 150 Handwerker. Mehrere Tausend Besucher kamen an die Neiße, darunter Reisegruppen, die extra zum Tippelmarkt nach Görlitz kommen.
Neuer Trend: Keramikbruch für die Gartengestaltung
Der Markt erinnert an die lange Töpfertradition der Stadt. Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es regelmäßig große Töpfermärkte in Görlitz. Die Region Oberlausitz und Schlesien ist insbesondere für Keramik der sogenannten Bunzlauer Art bekannt. In diesem Jahr steht der Tippelmarkt unter dem Motto "Wenn der Topp aber nu ein Loch hat". Damit soll der Trend aus England aufgegriffen werden, beschädigte Keramik zur Gartengestaltung zu verwenden. Es sei inzwischen Mode, Scherben und Keramikstücke direkt beim Töpfer zu holen, sagte der Vereinssprecher. "Früher ging das ausschließlich auf Polterabenden." Die Görlitzer wollen mit dem diesjährigen Motto zudem augenzwinkernd auf die Euro-Krise anspielen, hieß es.
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Bunzlauer Keramik
Bunzlau, heute Bolesławiec, ist eine Stadt in Polen. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Keramikherstellung der wichtigste Industriezweig. Es wurden vor allem Gebrauchsgegenstände gefertigt, anfangs in Handarbeit, heute überwiegend industriell. Bunzlauer Keramik verfügt über typische Dekore, oftmals in dunkelblau-weiß oder auch lehmfarben.
