Sachsen

Seitenwagen-WM : Tödlicher Unfall überschattet Sachsenring-Grand-Prix

Der Motorrad-Grand-Prix von Deutschland am Sachsenring ist von einem tödlichen Unfall überschattet worden. Wie die Veranstalter am späten Samstagabend mitteilten, kam es im Zeittraining der Seitenwagen-WM zu einem schweren Unfall des Gespanns von Kurt Hock (53) und Enrico Becker (31). Es war der erste Todesfall nach dem Umbau des Sachsenrings im Jahr 1996.

Rennen am Sonntag soll trotzdem stattfinden

Seitenwagenrennen: Kurt Hock und Enrico Becker
Kurt Hock und Enrico Becker bei einem Rennen 2008. Das Duo wurde sechs Mal deutscher Vizemeister.

Becker starb noch am Unfallort, Hock wurde schwer verletzt ins Klinikum Chemnitz gebracht. Er liegt nach Informationen des MDR SACHSENSPIEGEL auf der Intensivstation. Sein Kreislauf sei stabil. "Der Veranstalter und alle Beteiligten sprechen der Familie von Enrico Becker ihr tiefstes Mitgefühl aus und versichern ihre aufrichtige Anteilnahme", hieß es in einer offiziellen Mitteilung.

Nach ersten Erkenntnissen hatte das Gespann mit hoher Geschwindigkeit in der sogenannten Sachsenkurve das Kiesbett durchquert und war anschließend nach einer Bergab-Passage ungebremst in die Leitplanken gerutscht. Vielen Motorsportfreunden ist völlig unklar, wie es an dieser Stelle zu solch einem tragischen Unfall kommen konnte. Die langgezogene Linkskurve gelte eigentlich als weniger gefährlich.

Keine Videoaufzeichnungen und Fotos

Die Staatsanwaltschaft Zwickau lässt das Wrack des Fahrzeuges untersuchen, um die Unfallursache zu ermitteln. Unklar ist, ob es sich um einen Fahrfehler oder technischen Defekt handelte, der zu dem tragischen Ereignis führte. Die Ermittlungen dürften sich als schwierig erweisen, da es keine Fotos oder Videoaufzeichnungen gibt. Das Streckenfernsehen war zu dieser Zeit schon abgeschaltet. Die Leiche von Enrico Becker soll obduziert werden.

Das Duo Hock/Becker aus Hessen führte bis zu seinem Unfall die deutsche Seitenwagenmeisterschaft an. Das Rennen am Sonntag fand auf Wunsch der Familie von Enrico Becker trotz allem statt.

"Enrico Becker war einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Beifahrer der Seitenwagen-Szene und er wird dem internationalen Seitenwagensport fehlen. Unsere Gedanken und Hoffnungen sind in dieser schweren Zeit bei den Familien von Enrico Becker und Kurt Hock."

Aus der Pressemitteilung des Veranstalters

Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2014, 17:15 Uhr

9. Fred111:
Die Videowände sind nicht das Problem. Doch die Aufnahmen müssen ja gedreht werden. Kameraleute, Regie usw., das kostet. Die Dorna organisisrt nur die WM-Rennen und verkauft die Bilder davon in alle Welt, jedoch nicht von den Rahmenrennen, die der Veranstalter organisiert. In Assen behilft sich der Veranstalter zum Beispiel mit eigenen Kameras, die sonst als Webcams installiert sind und per Hand einfach umgeschaltet werden. Und nebenbei: Geld regiert auch in anderen Sportarten, nur das diese hier nicht gefördert wird (höchstens die Veranstaltungsorte). Soviel dazu. Ich war total geschockt als ich die Nachricht vom Tod Enrico Beckers hörte. Kannte ihn von vielen IDM-Rennen. Und ja: Eine echte Schweigeminute hätte sich gehört - und eine Beileidsbekundung vor den GP-Rennen!
14.07.2014
23:15 Uhr
8. J. Raschke:
hallo Leute, wir sind seid Jahren Fans von Side Car und beobachten den Verfall dieser Sportart mit weinenden Augen. Leider ist das Öffentliche Interesse durch negative Vermarktung im Rückgang, dazu kommen diese Außenseiter Anordnungen der Rennen, ich kenne noch Veranstaltungen da war das Side Car Rennen der Anziehungspunkt pur für uns. Wir Sassen in Schleiz im Maisfeld und spürten diese Art des Rennsports hautnah. Dieses Vorgehen der Medien, mit diesem tragischen Unfall an diesem WE zeigt ganz Klar den Standpunkt der TV und Radiosender. [...]* In Gedanken und Trauer J.R. * Fäkalsprache und Verwünschungen gelöscht - MDR.DE-Redaktion
14.07.2014
21:15 Uhr
7. Uli:
Ich frage mich ernsthaft , was das für Menschen sind , die hier solche tollen Kommentare abgeben. Es ist doch wohl schlimm genug , das so etwas passiert, aber dann noch solche Mutmaßungen und Kommentare abzugeben , schadet solchen Veranstaltungen mehr , als sachlich zu bleiben und den Hinterbliebenen eine aufrichtige Anteilnahme zu Teil werden lassen. Motorsport ist nun mal gefährlich und das Wissen die aktiven nur all zu gut. Also auch von meiner Seite nochmal meine aufrichtige Anteilnahme und alles gute für Herrn hock.
14.07.2014
19:51 Uhr
6. Rudi B.:
Im Februar habe ich eine Führung auf der GP-Strecke von Barcelona mitgemacht. Dort waren nur etwa 15 GT´s am testen aber in der Racecontrol liefen sämtliche Monitore (bis zu 4 Cams pro Kurve) obwohl es sich um eine private Veranstaltung gehandelt hat. Ich kann mir nicht vorstellen das der SaRi nicht über die technischen Möglichkeiten verfügt. Mein Beileid der Familie und den Freunden, wir fühlen mit euch.
14.07.2014
19:14 Uhr
5. soret daniel -belgium:
toutes mes pensées aux familles des deux sportifs : le side-car est une toute petite famille, réservée aux "connaisseurs". Jeune, j'ai eu l'occasion d'être passager : je sais ce que cela signifie. Vous avez toute ma sympathie, émue... Courage !
14.07.2014
18:37 Uhr
4. blackrain:
videoaufnahmen gibt es deswegen nicht weil ganz einafch bei den seitenwagen nichts übertragen wird wer schon mal am ring war weiß das denn dort haben die videowände zur seitenwagen ein standbild vom ring...warum?? ganz einfach weil die dorna das so will schon seit jahren....so viel zum thema es wäre das geld!!!!
14.07.2014
14:19 Uhr
3. Vass Anthony:
Es ist eh schon ne sauerei das man für das teure eintrittsgeld das junior- und das Seitenwagenrennen nicht auf der Leinwand mitverfolgen kann.nun wären solche Aufnahmen noch hilfreich zur Ermittlung der Unfallursache und eventuelle Sicherheitsvorkehrungen.aber da ist der Veranstalter genauso geizig und profitgierig wie er sich nicht mal eine komplette schweigeminute 'leisten' konnte.waren etwa 10-15 Sekunden.ist echt traurig.sollte man echt was dagegen tun!!!!!!!den Angehörigen von Enrico Becker mein herzliches beileid!!!!!!
14.07.2014
13:49 Uhr
2. WTF:
@1. Ute Kemnitz: "Doch nur weil Geld diese Sportart regiert!!" Ach, das ist eine "Sportart"? Ich dachte bisher, dass es sich bei solchen Veranstaltungen um die Bestenermittlung des Darwin-Awards handelt.
14.07.2014
10:54 Uhr
1. Ute Kemnitz:
Warum gibt es keine Videoaufnahme? Doch nur weil Geld diese Sportart regiert!!!!!! Traurig - aber wahr
13.07.2014
21:32 Uhr

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