Grenzüberschreitende Zusammenarbeit : Ermittler beraten über Vorgehen im Fall der Babyleichen
Ermittler aus Sachsen und der Tschechischen Republik wollen heute ihre Zusammenarbeit im Fall der toten Babys aus Sachsen und Tschechien koordinieren. Nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz ein Rechtshilfeersuchen an die Behörden des Nachbarlandes übergeben. Zugleich wurde die Einsatzgruppe auf deutscher Seite auf fünf Beamte aufgestockt. Der Sprecher der Polizeidirektion Südwestsachsen, Jan Meinel, sagte, die sächsische Seite verspreche sich von dem Treffen neue Ermittlungsansätze zum toten Baby von Schwarzenberg. Laut "Freier Presse" nehmen auch Vertreter der Staatsanwaltschaften aus Chemnitz und Plzen (Pilsen) an der Besprechung teil.
Gentests führen bisher nicht zur Mutter
Die Ermittlungen mit mehr als 2.500 Gentests zum Schwarzenberger Baby verliefen bisher erfolglos. Vor gut eineinhalb Jahren war in der Erzgebirgsstadt ein totes Kind in einem Kleidercontainer entdeckt worden. Im Juni dieses Jahres wurde im tschechischen Rotava (Rothau) ein weiteres totes Baby gefunden. Die Kinder waren Brüder. Die Polizei beiderseits der Grenze sucht nun fieberhaft nach den Eltern der Kinder. Die beiden Fundorte liegen nur gut 50 Kilometer oder eine Autostunde voneinander entfernt.
Eine DNA-Probe hatte ergeben, dass Mutter und Vater beider Jungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit identisch sind. Die Eltern könnten laut Meinel Deutsche oder Tschechen sein, da beide toten Säuglinge nicht weit von der Grenze entfernt gefunden wurden. Die Obduktion der Babyleichen hatte ergeben, dass die Babys nach der Geburt zumindest eine zeitlang gelebt hatten.




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