Sachsen

MDR INFO | Exklusiv : Sachsens Innenminister Ulbig relativiert Antifaschismus-Äußerung

Sachsens Innenminister Markus Ulbig hat seine ablehnenden Äußerungen zum Antifaschismus relativiert. Nach heftiger Kritik unter anderem der Linken sagte Ulbig bei MDR INFO, es solle sich niemand vor den Kopf gestoßen fühlen, der der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verbunden sei.

"Mir geht es um demokratische Kultur. Wir brauchen bei diesem Kampf gegen Rechtsextremismus keine Spaltung, sondern den Schulterschluss von allen demokratischen Kräften. Ein Kampf darum, wer jetzt der beste Antifaschist ist, ist nicht die Lösung. Hier sind alle gefordert. Deswegen habe ich die Menschen im Lande aufgefordert, ihre Meinung und ihre Vorschläge einzubringen."

Markus Ulbig, Innenminister Sachsen

Ulbig betonte weiterhin, dass es auch Grenzen gebe und dass diejenigen, die Gewalt im Kampf gegen Rechts als legitimes Mittel ansehen würden, nicht mehr auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stünden. Steinewerfer seien nicht die Leute, die gebraucht würden. Ulbig wies den Einwand zurück, den Begriff Antifaschismus in Konkurrenz zu Demokratie zu setzen. Es bestehe wegen der vielen positiven Rückmeldungen auch kein Grund, das kritisierte Internet-Video zu ändern.

Ulbig hatte angesichts der Morde und Anschläge, die dem sogenannten Zwickauer Trio zur Last gelegt werden, in einer Internet-Botschaft zum Kampf gegen Rechtsextremismus aufgerufen. Ohne Bezug auf konkrete Ereignisse erklärte er in der Botschaft auch, nicht Antifaschismus sei die richtige Antwort, sondern Demokratie. Der Sächsische Linksparteichef Rico Gebhardt warf Ulbig daraufhin vor, er beleidige all jene, die sich aus antifaschistischer Überzeugung mutig gegen Nazis stellten.

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2012, 09:21 Uhr

2. Eckart Merker:
Wenn Herr Innenminister Ulbig sagt, dass er auf seine Videobotschaft viele positive Reaktionen erhalten hat, so muss man anmerken, dass seine Aussagen zu Antifaschismus und Demokratie eine breite Diskussion unter http://www.dialog.sachsen.de hervorgebracht haben. In diesem Sinne ist das sicher positiv zu sehen. Aber wie seine Worte in dieser Diskussion bewertet werden, sollte Herrn Ulbig doch zu denken geben. Und wenn er Steinewerfer meint, warum sagt er das dann nicht, sondern spricht von Antifaschisten? Ich gehe davon aus, dass seine Videobotschaft sehr wohl durchdacht formuliert war. Oder was soll ich sonst davon halten?
13.01.2012
20:54 Uhr
1. Heinz Faßbender:
Dieser viertklassige Beamte – als Innenminister getarnt - mit Hang zur Gewalt gegen Demoraten und rechte Auge Blindgänger spinnt – mit Verlaub Herr Präsident. Und noch was: Verfassungsfeinde können unsere Verfassung überhaupt nicht schützen. Und die sächsischen Führungselitären sind nun mal das Problem für dieses unser schönes Land.
13.01.2012
11:11 Uhr

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