Hoffnung für spendablen Bäcker : Umsatzsteuer auf Tafel-Spenden soll wegfallen
Roland Ermer aus dem sächsischen Bernsdorf kann vorsichtig aufatmen: Der Bäckermeister soll künftig Brot und Gebäck an die Tafel-Vereine verschenken können, ohne dafür Umsatzsteuern zahlen zu müssen. Das Bundesfinanzministerium stellte am vergangenen Freitag klar, dass auf gespendete Waren keine Umsatzsteuer mehr erhoben werden soll. Im September wollen sich die Finanzminister der Länder treffen und über den Vorschlag beraten. Der Wert von gespendeten Backwaren soll in den Finanzämtern auf null Euro gesetzt werden.
Wert von gespendete Backwaren gleich Null
Das Finanzamt in Hoyerswerda hatte von Ermer jährlich rund 1.000 Euro gefordert, weil Sachspenden an gemeinnützige Organisationen der Umsatzsteuer unterliegen. Der Bäckermeister aus Bernsdorf hatte dafür kein Verständnis. "Wir spenden an die Tafel unsere übrig gebliebenen Backwaren, weil es einfach zu schade ist, diese wegzuwerfen. Für diesen Warenwert ist Umsatzsteuer abzuführen, obwohl ich gar nichts einnehme. Dafür sollte ich für die letzten drei Jahre rund 5.000 Euro zahlen", sagte Ermer. Die meisten Finanzämter hatten den entsprechenden Paragraphen bei Lebensmittelspenden - anders als das Finanzamt Hoyerswerda - nicht angewandt. Der 48-jährige Ermer, der auch Präsident des Sächsischen Handwerkstages ist, kämpft seit Langem für den Wegfall der Steuerregel.
Tafeln auf Spenden angewiesen
Für die Tafeln ist diese erwartete Entscheidung von großer Bedeutung, sind sie doch auf Spenden angewiesen. Nach dem Bekanntwerden des Falles von Bäckermeister Ermer hatten laut "Tafel" einige Bäckereien die Abgabe von Lebensmitteln eingestellt. "Wenn Unternehmer auf die Abgabe für sie unverkäuflicher Waren Steuern zahlen müssen, auf deren Entsorgung jedoch nicht, wird sich jeder Spender aus wirtschaftlichen Gründen die Abgabe zweimal überlegen", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V., Gerd Häuser. Derzeit versorgen mehr als 880 Tafeln in Deutschland rund 1,5 Millionen bedürftige Menschen, davon sind knapp ein Drittel Kinder und Jugendliche.
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