Probleme nur noch in Einzelfällen : Schülerrat bescheinigt weniger Unterrichtsausfall
Der aktuelle Unterrichtsausfall in Sachsen ist nach Ansicht des Landesschülerrates weniger gravierend als im vergangenen Schuljahr. Der Vorsitzende Konrad Degen sagte am Mittwoch in Dresden, es habe Verbesserungen gegeben. "Wir nehmen eine positive Entwicklung wahr. Wir wissen aber auch von größeren Problemen in Einzelfällen." Er schränkte allerdings ein: Da zum Schuljahresbeginn wegen des Lehrermangels größere Klassen gebildet worden seien, leide die Qualität des Unterrichts. Eine vom Schülerrat organisierte Befragung zu den Ausfallstunden vom Ende des vergangenen Jahres sei noch nicht endgültig ausgewertet.
Schüler wollen Lehramtsstudenten früher binden
Der Schülerrat legte einen Katalog mit Forderungen vor, in dem auch die Vertretung von Ausfallstunden angesprochen wird. Lehrer sollten für Vertretungen weitergebildet werden. Nach Ansicht von Degen sollten auch Mathe- und Physiklehrer notfalls Biologieunterricht erteilen können, ohne den Schülern nur Aufgaben vorzulegen. Der Schülersprecher lieferte zudem neue Ideen dafür, wie der Lehrermangel gemindert werden könnte. Das Land solle mit Lehramtsstudenten Vorverträge abschließen und sich so den Lehrernachwuchs zu sichern. Das schaffe Planungssicherheit für beide Seiten und koste nichts, erklärte Degen. Um junge Lehrer in ländliche Regionen zu bekommen, könnten den Bewerbern für spätere Zeiten Stellen in Städten zugesichert werden. "Die Gewinnung des Lehrernachwuchses muss oberste Priorität haben, um den Generationswechsel in den Lehrerzimmern hinzubekommen."
Mit den Nachbesserungen für die Bildung im Doppelhaushalt 2013/14 habe das Land einen ersten kleinen Schritt "weg vom Abgrund" getan, sagte Degen. Nun müssten weitere folgen. Der Schülerrat plädiere deshalb dafür, unerwartete Steuermehreinnahmen künftig in die Bildung zu investieren. Degen kündigte an, dass sich die Schülervertretung in diesem Jahr auch Themen wie der Integration von lernschwachen und behinderten Kindern und einer besseren Berufs- und Studienvorbereitung widmen will.

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