Sachsen

Dresden : Weltpremiere: Oper geht baden

Das Kunstfestival ORNÖ in Dresden steht zehn Jahre nach der Flut unter dem Motto "Höchstwasser". Thematisiert wird das Verhältnis zwischen Mensch und Naturgewalt – auch mit Veranstaltungen im und unter Wasser.

In Dresden ist die erste Unterwasseroper der Welt aufgeführt worden. Die Idee für das Spektakel hatte Mezzosopranistin Claudia Herr, die als frühere Leistungssportlerin im Schwimmen auch die Hauptpartie in der Elbe übernahm. Sie wollte mit der Aktion künstlerisch an die Jahrhundertflut vor zehn Jahren erinnern.

Zeitweise tauchten Akteure in Wasser und Dunkelheit unter

Die Hauptdarstellerin der ersten Unterwasser-Oper, Claudia Herr in der Elbe
Die Hauptdarstellerin der Unterwasseroper: Claudia Herr.

Zeitweilig agierten die Opern-Akteure komplett unter Wasser, versorgt wurden sie dabei mit Sauerstoffflaschen. Seile und Profitaucher sicherten die Künstler in der Elbe. Via Kamera und Unterwassermikrofon wurde der Gesang ans Elbufer übertragen. Die Handlung der Oper über, im und unter Wasser rankte sich um die Suche nach dem Lebenselixier, dem Wasser des ewigen Lebens. Bevor die Künstler in die Elbe gingen, waren sie auf einer Bühne auf dem Festgelände des historischen Wasserwerks Saloppe zu sehen und zu hören.

Die Qualität der Aufführung war jedoch nicht unumstritten. Viel von der Inszenierung blieb weitgehend im Dunkeln, weil die Elbe nur schlecht ausgeleuchtet war und Mikrofone immer wieder ihren Dienst versagten. Das Publikum saß erhöht am anderen Elbufer und konnte das Geschehen oft nur über eine Leinwand mitverfolgen. Zudem verhedderte sich die Kamera häufig bei ihren Einstellungen und musste die Künstler am Ufer erst suchen. Als Monoflossenschwimmer wie kleine Wale in der Flussmitte auftauchten, blieb das wegen der Dunkelheit fast unbemerkt. Auch die kammermusikalisch instrumentierte Komposition von Susanne Stelzen verlor sich des öfteren auf dem fließenden Spielfeld. Der Klang vermischte sich mit den Unterwassermikrofonen in der Elbe und technischen Störgeräuschen und war so nicht immer eindeutig zu identifizieren.

Das "Ö" als Markenzeichen

Die Unterwasseroper ist Teil des Programms zum 20. Kunstfestivals ORNÖ, das noch bis zum 19. August stattfindet. Außerdem gibt es 60 Ausstellungen, Konzerte und Performances. Unter dem Motto "Höchstwasser" widmen sich alle Veranstaltungen der Flut 2002. Das Kunstfestival ORNÖ fand 2002 zum ersten Mal statt. Die Namenssuche gestaltete sich damals zunächst schwierig und brachte am Ende, den skurril scheinenden Namen hervor. ORNÖ kommt vom sächsischen Ausdruck "Or nö.", was soviel bedeutet wie "Aber nicht doch!". So hatten viele die Vorschläge der anderen kommentiert.

Das "Ö" im Festivalnamen ist unterdessen ein Markenzeichen geworden. Auch frühere Slogans wurden je nach Ort mit einem "ö" im Titel versehen. 2011 feierte man im früheren Standesamt die "Höchzeit", ein "Umspannwörk" und "Höchhaus" waren auch schon Festivallocations.

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Zuletzt aktualisiert: 03. August 2012, 20:05 Uhr

4. Sylvia Siebert:
Wie sagte doch eine Zuschauerin so treffend? "Es war nicht weit entfernt von Hape Kerkelings Huuurz-Oper." Nur kann ich für das Geld 5 x ins richtige Kabarett gehen. Die bemerkenswerte künstlerische Erfahrung, wie sich die Stimme unter Wasser ändert, macht jedes Kind in der Badewanne. Okay, ich weiss jetzt, dass tief sinken und süß trinken irgendwas mit dem Tod zu tun hat und dass die Robben traurig sind, weil die Welt kaputt geht. Muss ich dafür in die Oper gehen?
13.08.2012
16:53 Uhr
3. Dirk Wilde:
Es ist traurig, wenn ein solches Ereigniss die Stadt, seine Bewohner und Gäste "künstlerich" bereichern soll. Auch wenn "Kunst" natürlich aus jedem Augenpaar unterschiedlich betrachtet wird. In der ersten Hälfte konnten wir sehen aber nicht hören. In der zweiten Hälfte war es umgekehrt. Hier ging mehr baden als nur die "Künstler" in der Elbe. Unter "qualitativ hochwertige Veranstaltung" wird diese nicht verbucht.
11.08.2012
11:39 Uhr
2. Heinz Faßbender:
offensichtlich säuft jetzt auch die sächsische Kultur ab.....die politische ist ja schon untergegangen.
11.08.2012
11:06 Uhr
1. Anton Eggers:
"Die Stimmen der Sängerinnen und Sänger erinnern unter Wasser an Walgesänge" ist eine Beleidigung aller Wale! Dieses Gegurgel mag den Künstlern Spaß machen, ist als "Kunst" selbstverständlich auch legitim - wird m.E. in den Medien aber überbewertet. Mit Gruß aus Dresden, Anteggers
10.08.2012
11:43 Uhr

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