Lausitz : Tarifverhandlungen bei Vattenfall gescheitert
Die Tarifverhandlungen für die rund 15.000 Vattenfall-Mitarbeiter in Sachsen, Berlin, Brandenburg und Hamburg sind gescheitert. Das bestätigte Unternehmenssprecher Steffen Herrmann am Freitag MDR INFO.
Konzern glaubt weiter an Einigung
Herrmann sagte, man bedauere den Ausgang der Gespräche. Bis zum Schluss sei der Konzern gesprächsbereit gewesen und glaubte immer noch an eine Einigung. Die Gewerkschaft IG BCE kündigte hingegen an, dass die Verhandlungen erst wieder bei der im Februar 2013 anstehenden Vergütungstarifrunde aufgenommen werden würden. Bis dahin werde man die Arbeitnehmer "über die Abzocke des Unternehmens aufklären", sagte IG BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden bei MDR INFO.
Gewerkschaften: Kündigungen müssen ausgeschlossen werden
Die Gewerkschaften IG BCE, ver.di und IG Metall hatten mit Vattenfall vor allem zur Arbeitsplatzsicherung verhandelt. Sie wollen, dass das Unternehmen betriebsbedingte Entlassungen bis zum Jahr 2018 ausschließt. Eine solche Regelung war bislang in einer Konzernvereinbarung festgeschrieben, doch läuft die im kommenden Jahr aus. Verhandlungsführer Nieden sagte bei MDR INFO, man überfordere das Unternehmen nicht, wenn man eine solche Garantie verlange.
Nieden kritisierte vor allem den unverantwortlichen Umgang von Vattenfall mit den Beschäftigten und Auszubildenden. Von den Mitarbeitern verlange das Unternehmen einerseits höhere Flexibilität beim Einsatz in anderen Konzernteilen und Tochterunternehmen und kündige andererseits Abzüge bei der Verdienstsicherung an. Das sei völlig inakzeptabel. Auch sei ein Stellenabbau nicht auszuschließen. Welche Standorte das betreffe, ist laut Nieden aber noch unklar.
Vattenfall ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte Stromerzeuger in Europa. In der Lausitz beschäftigt der Konzern rund 7.500 Menschen und betreibt dort unter anderem das Kraftwerk Boxberg und den Tagebau Nochten.

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