Sozialeinrichtung : Kinderkurheim Volkersdorf schließt im Dezember
Alles Bemühen ist vergebens gewesen: Das Kinderkurheim in Volkersdorf bei Moritzburg macht Mitte November für immer dicht. Das will der Betreiberverein auf einer Mitgliederversammlung im November beschließen. Danach soll der Betrieb bis Dezember endgültig abgewickelt werden. Wie aus einem Schreiben an die Mitglieder hervorgeht, soll auch der Verein aufgelöst werden. Der Schritt wird mit fehlenden Spendeneinnahmen und steigenden Kosten zum Erhalt der maroden Immobilie begründet.
Erholung für weißrussische Kinder und Jugendliche
In dem Kinderkurheim wurden Kindern und Jugendlichen aus Weißrussland seit der Wende mehrwöchige Erholungsaufenthalte ermöglicht. Sie leiden in ihrer Heimat noch immer unter den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986. Die jungen Weißrussen sind chronisch krank, haben häufig ein geschwächtes Immunsystem und Asthma. Ein Aufenthalt für 50 Kinder und deren Betreuer kostet rund 20.000 Euro, dabei wird die Verpflegung von Händlern gespendet. Seit 2001 erfolgt der Heimbetrieb unter Regie des Fördervereins "Den Kindern von Tschernobyl e.V." aus Dresden, nachdem das Sozialministerium und die Diakonie als Betreiber das Projekt aus Kostengründen aufgegeben hatten. Initiatoren der Vereinsgründung waren Geschäftsleute eines Dresdner Lions Clubs.
Seit Jahren schon Geldprobleme
Das Projekt stand schon seit Jahren wegen fehlender Finanzen auf der Kippe. Zwischenzeitlich gab es zudem Einschränkungen von Seiten der Regierung in Minsk, die vorübergehend die Ausreise der Kinder behindert hatte.
Zunehmend Probleme bereitete auch der Erhalt der Ferienanlage, die aus den 1920er-Jahren stammt und technisch zuletzt vor mehr als 50 Jahren saniert wurde. Wiederholt erbrachten Handwerker kleine Reparaturen als Spendenleistung. Trotz dieser Hilfen glaubt der Verein nicht, dass das Kurheim den nächsten Winter überstehen könnte. Landkreis Meißen und Stadt Dresden als Eigentümer der Liegenschaft haben keine Gelder für eine Instandhaltung. Deshalb könne man die Sicherheit der Kinder nicht mehr gewährleisten und müsse aufgeben, hieß es vom Verein. Sollte nach der Abwicklung noch Restgeld übrig sein, so soll das der "Verein für Freizeit und Erholung Hartenstein" bei Zwickau erhalten. Dort werden ebenfalls Kinder aus Weißrussland betreut.
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