Abgasskandal 101.000 VW-Fahrzeuge in Sachsen betroffen

In Sachsen sind Zehntausende Dieselfahrzeuge von der VW-Rückrufaktion betroffen. "Von den zirka 2,4 Millionen in Deutschland betroffenen Fahrzeugen des VW-Konzerns sind derzeit zirka 101.000 Fahrzeuge in Sachsen zugelassen", teilte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn mit. VW hatte mit Hilfe einer Software Abgastests manipuliert. Den Rückruf ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt Mitte Oktober an. Die Aktion soll Anfang 2016 beginnen. Es geht um verschiedene Motoren- und Fahrzeugmodelle.

Kühn hatte auch angefragt, wie viele VW-Dieselfahrzeuge in Sachsen mit der Abwrackprämie bezuschusst wurden. Laut Verkehrsministerium wurden insgesamt 41.703 Neufahrzeuge und Jahreswagen der VW-Gruppe gefördert. Wie viele dieser Fahrzeuge einen Dieselantrieb hatten, ist allerdings unklar. Es sei nicht zwischen Benziner und Diesel unterschieden worden, hieß es. Die Abwrackprämie war 2009 ausgezahlt worden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Je Auto gab es 2.500 Euro.

Sächsische Kommunen befürchten Einbußen

Der Abgasskandal bei VW belastet auch die Haushalte mehrerer Kommunen in Sachsen. So hatte die Stadt Zwickau, wo VW einen Hauptproduktionsstandort betreibt, wegen der zu erwartenden geringeren Steuereinnahmen Ende September eine Haushaltssperre verhängt. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß sagte damals, die Stadt rechne mit zehn Millionen Euro Einbußen. Ursprünglich hatte Zwickau mit 50 Millionen Euro Steuereinnahmen kalkuliert. Und auch Chemnitz rechnet mit Einbußen.

Zuletzt aktualisiert: 27. November 2015, 14:52 Uhr

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2 Kommentare

27.11.2015 21:30 raz0rsedge 2

Leider wäre das zu einfach, Strom kommt eben nicht aus der Steckdose. Die Umweltbilanz sieht bei E-Autos wie kürzlich durch den ADAC bewiesen eben auch nicht viel besser aus.

Von den tollen neuen Braunkohlekraftwerken zur Stromerzeugung will ich erst gar nicht anfangen zu reden...

27.11.2015 17:04 FSee 1

Der Betrugsskandal belastet nicht nur die Besitzer der manipulierten PKW. Ich habe Schwierigkeiten, meinen gebrauchten VW Passat TDI zu verkaufen, obwohl dieser nachweislich nicht manipuliert worden ist. Der Händler spricht von einer Vertrauenskrise in Dieselmotoren.
Dass ich mich kurz vor dem Skandal für ein Elektroauto entschieden habe, freut mich jetzt doppelt - leider wird für dieses Segment viel zu wenig getan. Vielleicht sollte VW zum Ausgleich für den Betrug das ganze Land mit Schnellladesäulen überziehen. Das wäre ein echter Beitrag zur Wiedergutmachung, nicht nur in unserer Region.