Sachsen

Gebietsweinprämierung : Wein und Sekt aus Sachsen ausgezeichnet

In Meißen sind am Montag Weine und Sekte aus Sachsen ausgezeichnet worden. Bei der sogenannten Gebietsweinprämierung wurden 62 von 66 Tropfen geehrt. Es gab 14 Mal Gold, 39 Mal Silber und neun Mal Bronze. Am erfolgreichsten schnitt das Weingut Schloss Wackerbarth mit sieben Gold- und sechs Silbermedaillen ab. Die Weine waren am 19. Juli von einer Fachkommission blind verkostet worden. Als Bewertungskriterien gelten Geruch, Geschmack und Harmonie.

Sieben Neuwinzer erhalten Zeugnisse

Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer sprach von einem "wahren Medaillenregen für den guten Geschmack und ein Zeichen für die hervorragende Qualität sächsischer Weine". Dabei hätten auch die kleineren Weingüter bewiesen, dass mit viel winzerischem Geschick hervorragende Weine von Steil- und Terrassenlagen gekeltert werden könnten.

Gleichzeitig mit der Prämierung erhielten sieben Neu-Winzer ihre Zeugnisse. Kupfer gratulierte dem Nachwuchs: "Ich hoffe, dass Sie Ihr Wissen und Können jetzt in Sachsen einsetzen! Ich bin stolz auf die sächsischen Winzer. In anderen Weinanbaugebieten ist ein Rückzug aus Steil- und Terassenlagen zu verzeichnen, in Sachsen nicht." Jahrgangsbester wurde mit einem Notendurchschnitt von 1,61 Simon Gläser, dicht gefolgt von  Michaela Tutschke mit einem Leistungsdurchschnitt von 1,66. Beide erlernten mit drei weiteren Kollegen ihre weinbaulichen Fertigkeiten im Weingut Schloss Proschwitz Prinz zur Lippe.

Bildergalerie : Weinregion Sächsisches Elbtal

Karte Weinberg Weinwanderweg

Die sächsischen Winzer bauen vorrangig Weißwein an - rund 80 Prozent der Sorten. Wahrzeichen dieser Weinregion sind das Spitzhaus und Schloss Wackerbarth in Radebeul. [Bilder]


Winzern geht der Nachwuchs aus

Auch wenn Sachsens Winzer sehr erfolgreich in der Weinproduktion sind, bei der Nachwuchssuche sieht das derzeit anders aus. Wie Axel Walther, Fachberater für Berufsbildung beim Landkreis Meißen, sagte, konnten bisher nur vier der acht freien Ausbildungsplätze zum Winzer besetzt werden.

Insgesamt sechs Weingüter an der Elbe bieten Lehrstellen an. Viele junge Leute scheuen jedoch die ganzjährige Arbeit bei Wind und Wetter im Weinberg sowie die lange Reise zur theoretischen Ausbildung an die Berufsschule Heilbronn in Baden-Württemberg. Insgesamt 17 Lehrlinge sind derzeit in der Ausbildung auf sächsischen Weingütern.

Mehr als 850 Jahre Weinbau in Sachsen

1988 wurde die Sachsenflasche durch die Kooperationsgemeinschaft Sächsischer Weinbau in Gebrauch genommen. Die Sachsenflasche ist bekannt wegen ihrer besonderen Keulenform
Die sogenannte Sachsenkeule gibt es seit 1988.

Weinbau hat in Sachsen seit mehr als 850 Jahren Tradition. Mit 447 Hektar Ertragsrebfläche ist das Anbaugebiet eines der kleinsten in Deutschland. Es gibt 21 Weingüter, die meisten der insgesamt rund 2.500 Weinbauern sind Kleinwinzer. Im Schnitt erzielen sie rund 48 Hektoliter pro Hektar. Im Elbland werden knapp 60 Rebsorten angebaut, darunter auch besondere Tropfen wie Traminer und Goldriesling. Mit der sogenannten Sachsenkeule gibt es auch eine unikate Flaschenform.

Zu 81 Prozent wächst im Elbtal Weißwein. Hauptrebsorten sind Müller-Thurgau, Riesling, Weißburgunder, Ruländer und Spätburgunder. Entsprechend der gestiegenen Nachfrage wurde in den vergangenen Jahren der Anteil des Rotweinanbaus auf 19 Prozent der gesamten Rebfläche ausgedehnt. Rote Hauptsorten sind Spätburgunder, Dornfelder und Regent.

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